Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Überraschende Wende im Sorgerechtsstreit
Lokales Havelland Überraschende Wende im Sorgerechtsstreit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 14.05.2018
Das Haus II Kreisverwaltung, in dem auch das Jugendamt sitzt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Im Fall eines elfjährigen Jungen, dessen Vater wiederholt die Arbeit des Jugendamtes Havelland kritisiert hatte, hat es eine überraschende Wende gegeben. Durch den Bericht eines Polizeibeamten über ein Gespräch mit dem Jungen, der dem Amtsgericht bei einer neuerlichen Verhandlung am 7. Mai vorlag, hat es eine Entscheidung im Sinne des Vaters gegeben.

Der Vater Karsten K. versucht seit Jahren, vor Gericht ein gemeinsames Sorgerecht und die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für seinen Sohn zu erstreiten. Die Eltern waren nie verheiratet, hatten einige Jahre zusammen gelebt und sich 2009 getrennt.

Juristische Bemühungen bislang vergeblich

Bislang waren seine juristischen Bemühungen vergeblich gewesen. Die Entscheidungen des Amtsgerichtes Nauen fielen im Sinne der Mutter aus. Hier kritisierte der Vater wiederholt Stellungnahmen des Jugendamtes als nicht angemessen. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes soll Aussagen des Jungen ignoriert haben, der geäußert habe, zu seinem Vater zu wollen.

Der Junge sei mehrfach zu seinem Vater gekommen, weil er vor allem die Behandlung durch seinen Großvater, den Vater seiner Mutter, nicht ertragen habe. Der Großvater habe ihn herabgewürdigt und sein Verhalten schlecht gemacht. Der Vater hatte am 30. April eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Polizei eingereicht, weil die Besatzung eines Streifenwagens den Jungen am Abend des 12. April gegen seinen Willen zum Großvater gebracht haben soll.

Ein Polizist hat am 4. Mai mit dem Jungen gesprochen

Ein Polizist hat nach Aussagen des Vaters nunmehr am 4. Mai im Hause des Großvaters mit dem Jungen gesprochen. Daraufhin habe der Beamte ein Protokoll verfasst und es dem Amtsgericht noch zur Verhandlung am 7. Mai vorgelegt.

Mit dem Fall war diesmal nach Aussage des Vaters eine andere Richterin befasst. Sie habe entschieden, dass der Junge künftig nach einem Wechselmodell zwei Wochen bei der Mutter und zwei Wochen beim Vater leben soll. Bislang durfte er nur alle 14 Tage ein Wochenende zum Vater.

Gericht gibt psychologisches Gutachten in Auftrag

Das Gericht gebe ein psychologisches Gutachten für den Jungen in Auftrag, berichtet der Vater. Er hat das Verhandlungsergebnis als „deutlichen Fortschritt“ in seinem Sinne bezeichnet.

Im Jugendhilfeausschuss, der am Mittwoch tagte, hat ein Mitarbeiter des Jugendamtes einen Bericht zu einem Fall abgegeben, der kurzfristig mit aufgenommen wurde. Dazu wurde die Sitzung zwischendurch 45 Minuten nicht öffentlich geführt.

Von Bernd Geske

Den Beschluss über eine Ombudsstelle für Konfliktfälle hat der Jugendhilfeausschuss nach langer Debatte vertagt. Man will sich mehr über den Verein Boje informieren, der bei Problemen mit Jugendämtern hilft.

11.05.2018

Die Rathenower Otto-Seeger-Grundschule lebt den europäischen Gedanken. Für ihren Austausch mit einer polnischen Schule erhielt die Lehreinrichtung eine Auszeichnung. Im Rahmen der Europawoche übergab Staatssekretärin Anne Quart jetzt im Wissenschaftspark Golm die Urkunde.

10.05.2018

So gut sind Brandenburgs Bauern: In Paaren im Glien zeigen Landwirte aus der Mark, was sie und ihre Betrieb draufhaben. Mehr als 30 regionale Erzeuger präsentieren ihre Produkte. Dabei gibt es etliche Neuheiten zu entdecken.

10.05.2018