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Havelland Floßfahrt für eine bessere Welt
Lokales Havelland Floßfahrt für eine bessere Welt
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07:51 17.07.2014
Das Robin-Wood-Floß beim Anlegemanöver im Alten Hafen. Quelle: M. Kniebeler
Rathenow

Zwischen schmucken Motorjachten und geräumigen Hausbooten lag am Mittwoch am Alten Hafen ein Wassergefährt vor Anker, das in Sachen Ausstattung und Komfort mit den Nachbarschiffen nicht mithalten konnte. Und auch gar nicht mithalten wollte. Das Floß der UmweltschutzorganisationRobin Wood“ ist bewusst spartanisch gehalten. Zum einen, weil der Besatzung goldene Wasserhähne und anderer Schnickschnack an Bord nicht wichtig sind. Zum anderen, weil ein solch spartanisches Floß Aufmerksamkeit erregt.

Denn darum geht es den Umweltaktivisten. Mit ihrer Sommertour, die sie über Havel, Elbe und Nord-Ostsee-Kanal von Berlin via Hamburg nach Kiel führt, wollen sie Anstoß erregen: Im positiven Sinne. „Wir suchen den Kontakt zu den Menschen, denen wir auf unserer Tour begegnen“, sagt Florian Kubitz, einer von derzeit sechs Besatzungsmitgliedern. Und der Kontakt lasse sich eben besser herstellen, wenn man mit dem ungewöhnlichen Floß die Neugier wecke. „Da ist man schnell im Gespräch.“

Kontaktaufnahme ist der erste Schritt. Der zweite ist die Information. Die Aktivisten haben eine Mission. Die steht in prägnanten Worten auf der Plane, mit der sich die Flößer vor Regen schützen: „Sonne und Wind, statt Fracking, Kohle und Atom – ökologisch, dezentral, selbstverwaltet und sozial“, heißt die Devise.

„Wir kämpfen für den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagt Kubitz. Die Themen Atomausstieg und Energiewende seien von der Politik nach der Katastrophe von Fuku shima zwar publikumswirksam propagiert worden. Aber den großen Worten seien kaum Taten gefolgt. Im Gegenteil: Derzeit dränge sich das Gefühl auf, dass auf Druck der Industrie an vielen Fronten zurückgerudert werde. Die EEG-Reform etwa bremse die Lust, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Und auch bei der Diskussion über den Bau von Stromtrassen gäben eher die Bremser den Ton an.
In Rathenow wurden die Robin Wood-Aktivisten mit distanzierter Neugier beäugt. Der ein oder andere Passant wagte sich näher heran, ließ sich auf ein Gespräch ein. Ein Bootskapitän von nebenan rief scherzhaft herüber: „Für eine saubere Umwelt kämpfen, aber mit fettem Außenborder unterwegs.“ „Läuft auf Pflanzenölbasis“, schallte es vom Boot zurück.

Noch gut drei Wochen brauchen die Umweltschützer, bis das Ziel Kiel erreicht ist. Die Besatzung wechselt ständig. Wer Zeit hat, bleibt länger, andere fahren nur ein, zwei Tage mit. Geschlafen wird auf Matratzen an Deck, zum Kochen gibt es eine einfache Küchennische, wenn es regnet, wird die Plane heruntergerollt. Mehr Komfort gibt es nicht.

„Mehr Komfort braucht es nicht“, sagt Alexander Gerschner, der seit dem Start in Berlin vor zwei Wochen an Bord ist. „Wenn die Dämmerung hereinbricht und man vom Floß auf die Landschaft schaut, das ist ein wunderbares Gefühl.“ Natürlich mache man solch eine Tour auch aus Abenteuerlust, gibt Gerschner zu. Man könne sich ja auch ins Büro setzen und Mails verschicken. Aber so sei’s glaubhafter. Und geiler.

Von Markus Kniebeler

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