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Havelland Unbedingt ein blaues Dach
Lokales Havelland Unbedingt ein blaues Dach
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18:30 11.04.2013
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BRIESELANG

Die Betonung liegt auf fast, denn an einigen Stellen gibt es eben doch Beschränkungen wie in der Straße Am Wald. Für einen kleinen Teil davon – genau gesagt für acht Grundstücke – hatte die Gemeinde vor vielen Jahren den Bebauungsplan Nummer 61 beschlossen. Und der macht nun Sylvia Platzbäcker und Detlef Reinhardt zu schaffen.

Sie haben Am Wald ihr Traumgrundstück erworben und Bauantrag gestellt. Das Problem: Das künftige Haus des Ehepaares soll dunkelblaue Dachziegel tragen, aber der Bebauungsplan lässt nur Anthrazit, Ziegelrot und Rotbraun zu. Die Noch-Spandauer finden Blau aber nicht nur hübscher, die lasierten Dachziegel seien auch qualitativ besser. In den anderen Farben gebe es die nicht, sagt Detlef Reinhardt.

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Im Rathaus hat das Paar einen Antrag auf Befreiung vom Farbdiktat gestellt, und damit in der jüngsten Sitzung des Entwicklungsausschusses eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Denn streng auf die Rechtsgrundlage geblickt, müsste der Antrag abgelehnt werden, sagte Baufachbereichsleiter Uwe Gramsch. Warum der B-Plan das architektonische Konzept mit all den Beschränkungen enthält, wisse er nicht, denn das war lange vor seiner Zeit beschlossen worden. Aber: Eine Befreiung sei streng zu handhaben und nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, so Gramsch. Dies könnten Gründe des Allgemeinwohls sein, die hier nicht vorlägen. Die Farbe des Dachs stelle auch keine Härte für die Bauherren dar. Letztlich gehe es darum, den Gleichheitsgrundsatz zu wahren und da sah Gramsch nach vorheriger ausführlicher Prüfung nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Antrag wird abgelehnt, oder die Gemeinde will künftig einen anderen Weg gehen, sprich im ersten Schritt für den Bauherren entscheiden und dann eine vereinfachte Änderung des B-Planes einleiten. Das sei eine saubere Regelung.

Viele Ausschussmitglieder fanden Variante zwei plausibel, zumal sie dem anwesenden Bauherrenpaar gut gesonnen waren und ihnen die Farbregelungen doch veraltet schienen. „Die Ecke wird mit blauen Ziegeln nicht zum Schandfleck“, fand Norbert Hentschel (Links-Fraktion). Joachim Steirat (SPD) meinte, man solle Kreativität nicht behindern. Ralf Heimann (FDP–Fraktion) verwies auf ein Internetbild: Rings um das farbbeschränkte Grundstück Am Wald gebe es viele bunte Dächer.

Die Sache schien zugunsten der Bauherren ausgestanden, da wies Gramsch darauf hin, dass eine vereinfachte B-Planänderung die Gemeinde einen vierstelligen Betrag kosten wür-de. Woraufhin Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) fragte, ob nicht eine einfache Befreiung besser wäre, denn 2000 bis 3000 Euro seien denn doch zu viel, um letztlich einen Einzelfall zu regeln. Oder der Bauherr könne ja mal darüber nachdenken, ob er zumindest teilweise die Kosten für die B-Planänderung übernimmt, schlug Garn vor. Das rief Kurt Jakob (CDU) auf den Plan: „Das erinnert mich an eine Bananenrepublik“, da der Eindruck entstehe, es könnte ja jeder Bauherr seinen Willen erkaufen.

Die Ortspolitiker blickten nachdenklich. Die Sache wurde vertagt und der Bürgermeister beauftragt, neu zu formulieren, so dass eine kurzfristige Einzelbefreiung und mittelfristige Änderung des Planes möglich ist. Das Ehepaar Platzbäcker/Reinhardt, verließ nicht mutlos das Rathaus und hofft weiter auf eine Befreiung und ein blaues Dach. Sie könnten sich vorstellen, einen kleinen Teil für die Änderung des B-Planes zu zahlen, sagte Sylvia Platzbäcker gegenüber der MAZ. Aber unbedenklich finde sie diesen Vorschlag nicht. (Von Anke Fiebranz)

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