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Havelland Optotec Rathenow: Zukunft neu ins Auge gefasst
Lokales Havelland Optotec Rathenow: Zukunft neu ins Auge gefasst
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07:41 17.07.2014
Norman Gräbner (rechts) an einem der neuen Refraktoren, mit denen Augenoptiker die Sehfähigkeiten ihrer Kunden messen können. Quelle: B. Geske
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Rathenow

Das Unternehmen Optotec Optotechnischer Gerätebau GmbH hat zwei Entscheidungen getroffen, die es fit für die Zukunft machen sollen. Die Firma, die ihren Sitz im Rathenower Gewerbegebiet Grünauer Fenn hat, liefert alles, was für die Werkstatt eines Augenoptikers gebraucht wird. Vor Kurzem hat Optotec nun „Refraktor“ genannte Geräte mit ins Angebot genommen, mit denen Augenoptiker die Sehfähigkeiten ihrer Kunden bestimmen können. Außerdem bereitet sich das Unternehmen darauf vor, mit einer eigenen Kollektion von Brillenfassungen auf den Markt zu gehen.
Zuerst die Refraktoren. Wie Optotec-Geschäftsführer Joachim Mertens sagt, werden diese heute in Europa nicht mehr produziert. Sie würden ausschließlich in Asien hergestellt. Optotec kooperiere mit Unternehmen in Japan und Korea, von denen es die Refraktoren beziehe. „Diese Technologie-Ebene zeichnet sich durch große Innovationskraft aus“, betont er. Optotec nehme die Erzeugnisse in großer Breite auf ins Programm. Mit den angebotenen Refraktoren können die Augenoptiker automatisch die Sehfähigkeit ihrer Kunden bestimmen und notwendige Korrekturen durch eine Brille oder Kontaktlinsen ermitteln.

Zahlen, Daten und Fakten

Die Optotec, Optotechnischer Gerätebau GmbH, wurde 1992 in Rathenow gegründet.
Das Unternehmen hat seinen Fokus auf die Werkstatt des Augenoptikers gerichtet.
Zu Beginn hatte die Firma fünf Mitarbeiter.
Heute hat Optotec 25 Beschäftigte und vier Auszubildende.
Die Ausbildung in der Optotec GmbH ist ausgerichtet auf Nachwuchs für den eigenen Bedarf.
Der Optotechnische Gerätebau befasst sich von Beginn an mit der Konstruktion oder Weiterentwicklung von Werkstatttechnik.
Ab 1997 wurde das Werkzeug-, Verbrauchs- und Brillenersatzteilsortiment ausgebaut.
Mittlerweile gehört das Unternehmen in diesem Segment zu den Marktführern in Deutschland.

Nun die Fassungen. Rathenow, Stadt der Optik, hat in früheren Zeiten bekanntlich gewaltige Mengen von Brillenfassungen hergestellt. An diese Traditionen will Optotec nun mit einer eigenen Kollektion anknüpfen. Zwei kleinere Fassungshersteller gebe es heute noch in der Stadt, teilt Joachim Mertens mit. In bestimmten hochwertigen Bereichen solle Rathenow in die Produktion einbezogen werden. Allerdings sei es auch notwendig, Fassungen in Asien herstellen zu lassen. An Korea, China und Japan sei gedacht.

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Zum Start soll die Optotec-Kollektion von 120 Modellen gebildet werden. Es sollen drei Produktlinien aufgebaut werden. Schon über ein Jahr wird der Markteinstieg vorbereitet, im September sollen die acht Außendienstmitarbeiter von Optotec in Deutschland neben allen anderen Produkten dann auch die Brillenfassungen anbieten. Messeauftritte in Mailand und Paris sind vorgesehen. Auch Österreich ist mit ins Auge gefasst, der deutschsprachige Bereich der Schweiz wird analysiert. Man könnte den Brillenfassungsmarkt in der Bundesrepublik wohl als „gesättigt“ bezeichnen – was genau ermutigt die Leute von Optotec, es trotzdem zu versuchen? „In Deutschland gibt es mindestens 250 Fassungshändler“, schickt Joachim Mertens vorweg und erklärt: „Wir glauben, dass wir in bestimmten Bereichen mit einer ausgefeilten Qualitätsstrategie eine Chance haben.“ Hochwertige Materialien und anspruchsvolle Fertigungstechnologien seien die Stichworte.

In zwei Jahren soll die Kollektion auf bis zu 180 Modelle gewachsen sein. „Ich gehe davon aus“, denkt Joachim Mertens, „dass wir ins spätestens zweieinhalb Jahren auf dem Markt Fuß gefasst haben.“ Mit der neuen Fassungskollektion solle der Stadt Rathenow auch in diesem Segment der Optik wieder ein Gesicht gegeben werden. Die Firma Optotec habe von 2012 zu 2013 ihren Umsatz um sieben Prozent gesteigert. Der Plan für 2014 sehe eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent vor, derzeit liege man schon leicht darüber. „Rathenow ist im Bereich der Optik traditionell bekannt für hochwertige Güter“, stellt Joachim Mertens fest, „mit unserer neuen Fassungskollektion wollen wir zeigen, dass der Standort nach wie vor Substanz hat.“

Von Bernd Geske

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