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Havelland Verkehrsbroschüre: Rathenower werden belehrt
Lokales Havelland Verkehrsbroschüre: Rathenower werden belehrt
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20:20 05.03.2018
Vorschriftsmäßig: Rad- und Autofahrer fahren hintereinander, keiner drängelt sich am anderen vorbei. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die Berliner Straße hat durch den Umbau ohne Zweifel an Attraktivität gewonnnen. Aber eines ist sie nach der Freigabe im September 2014 nicht geworden – sicherer. Im Gegenteil. Von der Unfallkommission des Kreises wurde der Abschnitt zwischen Puschkinstraße und Fehrbelliner Straße unlängst als Unfallschwerpunkt benannt. Vor allem an den drei Kreisverkehren auf diesem Abschnitt kommt es immer wieder zu Kollisionen – und zwar meist zwischen Autofahrern und Radlern. Im vergangenen Jahr wurden 18 Kreisel-Unfälle aufgenommen, fünf Menschen erlitten Verletzungen.

Um die Situation zu entschärfen, arbeitet die Stadt Rathenow mit dem Landesbetrieb Straßenwesen an einem Flyer, der vor allem Radfahrer über das richtige Verhalten im Kreisverkehr aufklären soll. Denn nach Auskunft von Stadtmitarbeiter Jens Hubald seien Radfahrer für einen Großteil der Unfälle verantwortlich gewesen. Eine Mischung aus Unsicherheit und Unwissenheit führe immer wieder zu brenzligen Situationen.

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Bei einem Vor-Ort-Termin am Freitagmittag konnte man allerdings erleben, dass auch die Autofahrer längst nicht alles richtig machen, wenn sie in den Kreisverkehr einbiegen. So drängelte sich einer rechts über die gepflasterte Fläche an dem vorschriftsmäßig anhaltenden Pedaleur vorbei und brachte diesen damit in Bedrängnis.

„Rad- und Autofahrer teilen sich gleichberechtigt ein und dieselbe Verkehrsfläche“, erklärt Hubald. Demzufolge hätten sie hintereinander zu fahren und sich nicht aneinander vorbei zu drängeln. Wenn diese Regel eingehalten werde, könne ein Großteil der gefährlichen Situationen entschärft werden.

Radler sollten die Fahrbanhmitte benutzen. Quelle: Kniebeler, Markus

Wenn also ein Autofahrer auf den Kreisverkehr zufährt und einen Radfahrer vor sich hat, dann muss er hinter diesem bleiben, bis der Kreisel passiert ist. Das gilt auch umgekehrt. Die gängige Radfahrerpraxis, sich rechts an den am Eingang des Kreisverkehrs wartenden Autos vorbeizumogeln, ist rechtswidrig.

Ebenso wenig erlaubt ist es, als Radfahrer vor dem Kreisverkehr auf den Gehweg auszuweichen und dann über den Fußgängerüberweg zu brettern. Natürlich dürfe man als Radfahrer den Zebrastreifen nutzen, so Hubald. Allerdings müsse man dann vorher vom Rad steigen und dieses auf die andere Straßenseite schieben.

Hubald machte deutlich, dass es keine baulichen Veränderungen an den Verkehrskreiseln geben werde. Die seien nach den neusten Verkehrsstandards errichtet worden. Die von vielen Rathenowern kritisierte Zusammenführung von Rad- und Autoverkehr auf einer Fahrbahn sei von Verkehrsexperten als sicherste Lösung ermittelt worden. Untersuchungen hätten ergeben, dass es für Radler gefährlicher sei, wenn diese auf einer eigenen Trasse neben der Fahrbahn hergeführt würden und dann unvermittelt die Straße kreuzten.

Die wichtigsten Regeln zum richtigen Verhalten im Kreisverkehr werden in der besagten Broschüre zusammengefasst und mit Fotos aus dem Alltag veranschaulicht. Noch im Frühjahr solle der Flyer fertig sein und dann zuerst in Schulen verteilt und besprochen werden, bevor er auch in der Innenstadt an Radler und Autofahrer übergeben wird. „Natürlich gibt es immer Menschen, die sich über Regeln hinwegsetzen“, sagt Hubald. Aber denen sei ohnehin nicht zu helfen.

Regeln im Kreisverkehr

Radfahrer und Autofahrer teilen sich dieselbe Verkehrsfläche und haben sich bereist an der Einmündung des Radwegs auf die Straßenfahrbahn hintereinander in den Verkehr einzuordnen.

Im Kreisverkehr selbst wird ebenfalls hintereinander gefahren. Ein Überholen oder Überfahren der gepflasterten Bereiche ist nicht erlaubt. Radfahrer sind angehalten. die Mitte der Fahrbahn zu benutzen.

Das Befahren von Gehwegen und Zebrastreifen mit dem Fahrrad ist nicht erlaubt.

Radfahrer, die den Zebrastreifen nutzen wollen, steigen vom Rad und schieben dasselbe auf die andere Staßenseite. Der Fußgänger hat auf dem Zebrastreifen Vorrang.

Von Markus Kniebeler