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Havelland Verurteilter Raser bleibt auf freiem Fuß
Lokales Havelland Verurteilter Raser bleibt auf freiem Fuß
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12:27 04.09.2013
Blumen und Kerzen erinnern an die Verstorbene. Quelle: Konrad Radon
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Nauen/Brieselang

Der 24-jährige Brieselanger, der in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Nauen wegen fahrlässiger Tötung einer jungen Frau zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden war, bleibt vorerst auf freiem Fuß. Sein Verteidiger hat Berufung eingelegt, teilte das Amtsgericht gestern auf Anfrage mit. Damit wird der Fall vor dem Landgericht Potsdam neu aufgerollt.

Der vorm Amtsgericht verurteilte junge Mann hatte am 10. November 2012 im Brieselanger Forstweg eine Fußgängerin überfahren, die am rechten Fahrbahnrand unterwegs gewesen war. Ein Gutachten hatte ergeben, dass der Autofahrer bei Dunkelheit und Regen mit mindestens 80 und maximal 96 Kilometer pro Stunde gefahren sein muss, erlaubt waren 50 km/h. Das Opfer, eine 21 Jahre alte Studentin, die vor dem Abendessen bei den Eltern nur kurz eine Freundin besuchen wollte, hatte bei dem Unfall schwerste Kopfverletzungen erlitten und war wenige Minuten darauf gestorben. Das Unglück hatte große Anteilnahme und auch Diskussionen ausgelöst.

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Das Schöffengericht war am 26. August mit seiner Strafe weit über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgegangen, die ein Jahr und drei Monate auf Bewährung, plus zwei Jahre Führerscheinsperre und eine Zahlung von 2500 Euro für einen gemeinnützigen Zweck gefordert hatte. In dem Verfahren vor dem Amtsgericht, bei dem es teilweise sehr emotional zuging, hatte der Staatsanwalt auf Bewährung wie in vergleichbaren Fällen bei fahrlässiger Tötung plädiert, ebenso die Verteidigung des Angeklagten. Die Anwältin der Mutter des Opfers als Nebenklägerin hatte eine Haftstrafe gefordert.

Der Amtsrichter hatte die ausgesprochene hohe Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten mit der deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitung und mit den Vorlasten des jungen Mannes begründet: Er war vor dem tödlichen Unfall in Brieselang mehrfach wegen Fehlverhaltens und Raserei im Straßenverkehr aufgefallen und zur Rechenschaft gezogen worden. Sein Bedauern sei nicht anzuzweifeln, käme aber zu spät, so der Richter.

Kurz nach dem Urteilsspruch in der vergangenen Woche hatte der Verteidiger des 24-Jährigen angekündigt, dagegen vorzugehen, da die Strafe überzogen sei.

Von Anke Fiebranz

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