Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Viele Helfer befreiten die Landschaft vom Müll
Lokales Havelland Viele Helfer befreiten die Landschaft vom Müll
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:36 22.04.2018
Hartmut Pohl von der Bürgerinitiative Lindenweiher holt Äste vom Grund des Gewässers: Sie waren im Winter auf das Eis geworfen worden. Quelle: Carsten Scheibe
Anzeige
Falkensee


Unachtsam, mitunter auch mutwillig landen leergetrunkene Coffee-to-Go-Becher, leere Zigarettenschachteln und anderer Abfall gleich neben Rad- und Fußgängerwegen in der Botanik. Mit der Zeit vermüllt so jeder Grünstreifen und gibt kein schönes Bild mehr ab. Aus diesem Grund schließen sich in jedem Frühjahr die Falkenseer zum amtlich ausgerufenen Umwelttag zusammen, um ihre Gartenstadt aufzuräumen. Vertreter der Parteien, Bürgerinitiativen, Schulen, aber auch einfach nur Nachbarn nehmen die von der Grünpflege der Stadt bereitgestellten Müllgreifer, Handschuhe und Müllsäcke entgegen, um dem „festen Siedlungsabfall“ zwischen den Büschen den Kampf anzusagen.

Dass die Aktion diesmal am 1. April sein sollte, war kein Aprilscherz: Von 8 bis 12 Uhr zogen die Freiwilligen los, um den Gutspark, den Grünbereich am Angerteich, das Rathausumfeld, den Feuri-Spielplatz in Finkenkrug oder die Wälder rund um den Falkenhagener See auf Vordermann zu bringen.

Anzeige

Mit gutem Vorbild ging auch Thomas Zylla, 1. Beigeordneter der Stadt, zu Werke. Er räumte mit seinem CDU-Team den Grünstreifen am Angerteich auf: „Wir treten bereits zum vierten Mal in Folge an. Wir haben tolles Wetter und begeisterte Mithelfer, da macht ein solcher Arbeitseinsatz sogar Spaß. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser Umwelttag auch zwei Mal im Jahr stattfinden könnte – einmal vor und einmal nach der Saison.“

Während die Flüchtlinge freiwillig dabei halfen, rund um den Treffpunkt Bahnhof-80 das Stadtbild zu verschönern, die Grünen im Gutspark wirkten und die SPD den Bahnhofsbereich aufräumte, hatten die gut zwanzig Kinder und Eltern der Lessing-Grundschule in Finkenkrug richtig viel zu tun. Sie säuberten das kleine Wäldchen bei Edeka im Wachtelfeld und fischten 25 Säcke Müll aus dem Unterholz. Elternsprecherin Alexandra Bogacz: „Im Wald liegt ein umgekippter Baumstamm, der dient wohl vielen Jugendlichen als Treffpunkt. Rund um diesen Baumstamm haben wir acht Säcke mit Flaschen eingesammelt, darunter zahllose Flachmänner. Gefährlich für Hunde und Katzen sind die vielen zerbrochenen Glasflaschen, das ist eine riesige Sauerei.“

Angesäuert ist auch Dieter Rach von der Bürgerinitiative Lindenweiher, die sich mehr als nur einmal im Jahr um ihr idyllisches Gewässer in Finkenkrug kümmert: „Viele Kinder werfen im Winter dicke Äste aufs Eis, die nach dem Schmelzen der Eisschicht auf den Grund des Teiches sinken. Diese Äste holen wir nun mit der Wathose wieder heraus. Ärgerlich ist auch, dass rund um die Sitzbänke so viel Müll herumliegt, dabei stehen die Mülleimer ungenutzt direkt daneben. Dass sich dieses Jahr 41 Gruppen am Umwelttag beteiligen, finde ich gut. Aber bei 40 000 Einwohnern sollten sich wenigstens 4000 beteiligen. Gerade bei dem schönen Wetter.“ Rund 14 Kubikmeter Unrat und altes Holz wurden aus dem Lindenweiher und drumherum gesammelt.

Aber auch der Einsatz der Wenigen hat sich gelohnt. Fachbereichsleiter Mike Krzok von der Grünpflege der Stadt meldet am Nachmittag: „90 Kubikmeter Siedlungsabfall kamen im letzten Jahr zusammen, 80 waren es in diesem Jahr. Bemerkenswert sind die 40 Pkw-Reifen, die dieses Jahr gefunden wurden.“

Von Carsten Scheibe