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Havelland Viele Pappboote gingen baden
Lokales Havelland Viele Pappboote gingen baden
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18:37 28.07.2017
Nur wenige selbst gebauten Boote schafften die vorgegebene Strecke. Die meisten Teilnehmer gingen baden.
Nur wenige selbst gebauten Boote schafften die vorgegebene Strecke. Die meisten Teilnehmer gingen baden. Quelle: Carsten Scheibe
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Falkensee

Zu Hause in der Stube hocken und im dunklen Zimmer am Computer daddeln? Auf keinen Fall. Mehr als 60 Kinder zog es stattdessen am Freitag an den Falkenhagener See. Die Streetworker und die Jugendklubs aus Falkensee und Dallgow-Döberitz hatten zum „Pappbootrennen“ am See geladen. Auch der Hort der Kita „Koboldland“ aus Dallgow war mit vielen Kindern gekommen.

Bereits ab 10 Uhr stapelten sich die mitgebrachten Materialien auf der Wiese am See. Jeweils vier bis fünf Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren bildeten ein Team. Gemeinsam ging es an die Aufgabe, aus den verschiedensten Papp-Stücken ein schwimmfähiges Boot zu bauen.

Wie geht man da am besten vor? Wie groß soll das Boot sein? Wie viele Paddler sollen am Ende darin Platz finden? Wie schützt man es vor dem Wasser? Vier Stunden Zeit hatten die Kinder bei der dritten Auflage des spannenden Gaudi-Wettkampfes. Andreas Rebiger vom Klub „Die Brücke“ in Falkensee bewertet die Veranstaltung so: „Das Pappbootrennen ist Erlebnispädagogik pur, auch wenn der reine Spaß im Vordergrund steht. Die Kinder lernen hier, sich in der Gruppe zu verständigen und gemeinsam an einer Idee zu arbeiten.“

Alle Gruppen hatten sich am Ende die Idee zu eigen gemacht, die Außenhülle ihrer Boote mit Klebeband zu isolieren. Viel Energie mussten sie auch dafür aufwenden, dass die Paddel funktionieren. Denn ohne die würde man es kaum schaffen, über den See zu kommen. Die Kinder nutzten die Zeit auch, um Getränkedosenhalter, Abstandshalter und gefährlich aussehende Bugfiguren zu entwerfen.

Unter der Aufsicht von zwei Rettungsschwimmern der DLRG ging es gegen 14 Uhr ins Wasser. Aufgabe war es, etwa 50 Meter um den Schilfgürtel herum zu paddeln, um dann heil am anderen Ufer anzukommen. Eine Mutter gab sich skeptisch: „Letztes Jahr sind alle abgesoffen, nur zwei haben das Ziel erreicht.“ Immerhin wurden vorbeugende Maßnahmen ergriffen: Alle Kinder bekamen Schwimmwesten umgebunden.

Die Zwillinge Antonia und Charlotte (8) hatten lange gebastelt, um ihre „Salamigurke“ schwimmfähig zu machen. Trotzdem: Die Physik machte den Mädchen einen Strich durch die Rechnung: Das Boot war zu schmal, kippte bereits auf den ersten Metern um und schickte die Kapitänin ins grüne Wasser. Zum Glück schien die Sonne – die Kinder waren schnell wieder trocken.

Vor Ort herrschte ausgelassene Stimmung, die Bootsfahrer wurden frenetisch angefeuert und alle hatten ihren Spaß. Gewinner und Verlierer gab es nicht, der Weg war das Ziel. Gefeiert wurden am Ende trotzdem Jolina und Jolina, die im gleichnamigen Pappboot sogar zu zweit unterwegs waren und die Strecke nicht nur hin, sondern auch zurück bewältigten.

Bei einem Kostenbeitrag von 1,50 Euro pro Kind für die Verpflegung könnte diese Veranstaltung Schule machen, zeigt sie doch: Ferienattraktionen für Kinder müssen nicht teuer sein.

Von Carsten Scheibe