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Havelland Vier Kreisstraßen-Radwege haben Vorrang, der Rest muss warten
Lokales Havelland Vier Kreisstraßen-Radwege haben Vorrang, der Rest muss warten
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09:02 26.09.2019
Radfahrer sollen auf havelländischen Kreisstraßen in Zukunft auf Radwegen unterwegs sein. Quelle: Heiko Hesse
Havelland

Dem Landrat liegt die Liste, die jetzt den Bürgermeistern und Amtsdirektoren zugeschickt wurde, am Herzen. 280 000 Euro sind im Haushaltsplan 2020 dafür vorgesehen. Elke Nermerich, die erste Kreisbeigeordnete und Stellvertreterin des Landrates betonte, es sei wichtig gewesen, „einen Einstieg in den Radwegebau an Kreisstraßen zu finden“.

Vier Projekte

Insgesamt sind es vier Projekte, die im Havelland zunächst realisiert werden sollen. Ob dafür 280 000 Euro reichen, ist nicht sicher. Auf jeden Fall wird die Verbindung von Zachow nach Tremmen entlang der Kreisstraße HVL 7 ausgebaut. Dieses Vorhaben sei vorangeschritten, so Elke Nermerich.

Die Prioritäten

Der Radweg an der HVL 7 steht mit der Priorität 2 in der Liste. Diese Kategorie wird vom Kreis mit einer „mittleren Ausbaunotwendigkeit“ belegt. Die Kategorie „hohe Ausbaunotwendigkeit“ hat kein einziger Vorschlag auf der Liste bekommen – insgesamt sind es 51.

Elke Nermerich: 280 000 Euro stehen für den Radwegeausbau bereit. Quelle: Joachim Wilisch

Von den Radwegen in der Priorität 2 hat die Verbindung Zachow-Tremmen in der Punktebewertung am höchsten abgeschnitten – gefolgt von einem Radweg von Brieselang zur Landesstraße 161 (HVL 3), einem Abschnitt von Semlin über Lötze zur Bundesstraße 102 und dem Abschnitt vom Havelland-Radweg nach Paulinenaue.

Teure Angelegenheit

Die vier Projekte mit Priorität 2 haben insgesamt eine Länge von 13,5 Kilometern. Um zu verdeutlichen, wie weit ein Betrag von 280 000 Euro reicht. Für einen Kilometer Radweg in Asphaltbauweise bei einer Breite von 2,50 Meter musste man im Jahr 2018 etwa 225 000 Euro bezahlen. Dazu kommen Beträge für Grunderwerb, Vermessungsarbeiten, Ersatzpflanzung und eventuell Archäologie.

Verteilt auf fünf Jahre

Bei 13,5 Kilometer Radweg in der Priorität 2 müsste der Kreis mit Gesamtkosten von 3,7 Millionen Euro rechnen – verteilt auf fünf Jahre.

26 Vorhaben ohne Priorität

In der Kategorie 3 – „geringe Ausbaunotwendigkeit“ – befinden sich 16 Vorhaben. Insgesamt machen sie eine Länge von rund 49 Kilometer aus. Verteilt über fünf Jahre müssten hier etwa 13 Millionen Euro eingeplant werden. 26 Projekte sind „ohne Priorität“.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Prioritätenliste des Kreises wenigstens teilweise abgearbeitet ist. Quelle: René Gaffron

Das hatte bei den Amtsdirektoren und Bürgermeistern für Ernüchterung gesorgt. „Wenn ich mir die Prioritätenliste ansehe und davon ausgehe, dass der Kreis zunächst das eine Radwegprojekt zwischen Zachow und Tremmen stemmt, dann sind Radwege aus dem Amtsbereich Nennhausen frühestens im Jahr 2030 dran“, sagte die Nennhausener Amtsdirektorin bei einer Sitzung der Gemeindevertretung Märkisch Luch.

Viermal ohne Priorität

Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, ist ebenfalls stark an Radwegen interessiert. Während aber einige Vorhaben aus Nennhausen immerhin noch mit Priorität 3 bewertet wurden, liegen die vier Vorschläge aus dem Milower Land (Nitzahn-Möthlitz, Möthlitz-Bahnitz, Vieritz-Zollchow und Zollchow-Landesstraße 97) mit jeweils 10 Bewertungspunkten in der Kategorie „ohne Priorität“.

Rangliste und Bewertungskriterien

Für die Bewertung wurden acht Kriterien festgelelgt, welche mit Punkten gewichtet sind. Ferner wurden die Grade der Ausbaunotwendigkeiten „keine, geringe, mittlere und hohe“ festgelegt und in 4 Kategorien mit jeweils einer Stufe von „Priorität 1“ gleich hohe Ausbaunotwendigkeit bis „ohne Priorität“ gleich keine Ausbaunotwendigkeit unterteilt.

Eine Rolle bei der Bewerung spielten die Verkehrsstärke, Schwerverkehr, Unfallhäufigkeit, Schülerverkehr, Alltagsverkehr, Tourismus, öffentliches Interesse und Lückenschluss.

Mit Priorität 1 (hohe Ausbaunotwendigkeit) ist kein Kreisstraßen-Radweg im Landkreis Havelland bewertet worden.

Mit Priorität 2 (mittlere Ausbaunotwendigkeit) wurden diese Abschnitte bewertet: Zachow-Tremmen, Brieselang-L 161, Semlin B 102 und Havelland-Radweg-Paulinenaue.

Mit Priorität 3 (geringe Ausbaunotwendigkeit) wurden diese Abschnitte bewertet: Groß-Behnitz (ehem. Bahnhof)-L 91, Nauen-Hertefeld, Prietzen-Rhinow, B 102-Spaatz, Wassersuppe-B 102, Witzke-Wassersuppe,Hohennauen-Parey, Wolsier-Prietzen,Buckow-Nennhausen,Garlitz-Buckow, KGPM Priort, B 5-Paulinenaue, Paulinenaue-Brädikow, l 86-Tremmen, Pausin-L 201,Spaatz-Wolsier.

Ohne Ausbaunotwendigkeit sind in der Liste die Abschnitte: Kreisgrenze PM-Garlitz, Kreisel L 96-B 188, Havelland-Radweg-L 173, Wolsier-Gülpe, L 17-Kreisgrenze OPR, Zollchow-L 97, Vieritz-Zollchow, Möthlitz-Bahnitz, Nitzahn-Möthlitz, Görne-L 17, B 188-Görne, Kotzen-Rhinsmühlen, Nennhausen-Kotzen, Landin-Kriele, Haage-Senzke, B 5-Senzke, Garlitz-Mützlitz, Barnewitz-Garlitz, Börnicke-Ebereschenhof, Klein-Behnitz-Groß Behnitz, Kreisgrenze PM-Klein-Benhitz, Tremmen-Gohlitz, Priort-Buchow/Karpzow, Wansdorf-L 16.

In Premnitz bemüht man sich derzeit um den Ausbau des Radweges entlang der Verbindungsstraße nach Milow – das ist eine Landesstraße. Für die Prioritätenliste der Kreisstraßen wurden keine Projekte angemeldet. Insgesamt sieben Radwege mit der Priorität 3 gehören zum Amt Rhinow.

Beschluss im Dezember

Der Kreistag beschließt im Dezember den Haushaltsplan, dann muss er auch über die 280 000 Euro für Radwegebau an Kreistagen befinden. Weit kommen die Planer damit nicht. Wie es heißt, müsse für die Folgejahre auch abgewartet werden, inwieweit im Rahmen der Klimaschutzgesetze weitere Radwege – auch an Kreisstraßen – gefördert werden.

Von Joachim Wilisch

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