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Havelland Vogelsänger bringt Geld für neue Dossebrücke
Lokales Havelland Vogelsänger bringt Geld für neue Dossebrücke
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19:04 24.06.2019
: Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger übergibt dem Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann und dem stellvertretenden Großderschauer Bürgermeister Christian Sossna (v.r.) den Fördermittelbescheid zur Sanierung der der Dossebrücke bei Rübehorst.
: Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger übergibt dem Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann und dem stellvertretenden Großderschauer Bürgermeister Christian Sossna (v.r.) den Fördermittelbescheid zur Sanierung der der Dossebrücke bei Rübehorst. Quelle: Norbert Stein
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Großderschau

Die Rostschäden machen für sich bereits optisch die enormen Probleme deutlich. Die Dossebrücke bei Rübehorst (Gemeinde Großderschau) ist marode und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die Investition ist enorm, rund zwei Millionen Euro sind aufzubringen.

Zu wenig Geld

Die 460 Einwohner zählende Gemeinde ist Eigentümerin der Brücke über die Dosse und kann die Investition aus eigener Finanzkraft nicht stemmen. Sie ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen und bekommt sie nun vom Land.

Investfonds hilft weiter

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) übergab am Montag vor der Dossebrücke den Fördermittelbescheid an den Rhinower Amtsdirektor Jans Aasmann und den stellvertretenden Bürgermeister von Großderschau, Christian Sossna. Rund 1,53 Millionen Euro geben Land (40 Prozent) und Bund (60 Prozent) aus einem gemeinsamen Fonds zur Entwicklung der ländlichen Infrastruktur.

Die Gruppe besichtigte die Brückenschäden. Quelle: Norbert Stein

So kann der Brücke neu gebaut werden. Sie gehört zu einem landwirtschaftlichen Weg, der durch eine Feld- und Wiesenlandschaft von Rübehorst noch Rhinow führt. Kosten kommen auch auf Großderschau zu. 510 700 Euro muss die Gemeinde aufbringen. „Großderschau hat dafür Geld angespart und bekommt zudem Mittel aus dem gemeinsamen Investitionsfonds der Gemeinden des Amtes Rhinow“, erläuterte Jens Aasmann dem Landwirtschaftsminister.

Gute Zusammenarbeit

Michael Mai vom Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurordnung lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Amt Rhinow bei der Vorbereitung des Vorhabens im großen Rahmen der Leader-Förderung. Das Amt Rhinow wird im August die Aufträge zum Brückenneubau öffentlich ausschreiben.

Ende 2020 fertig

Die weitere Terminplanung es Amtes sieht vor, möglichst im September mit den ersten Arbeiten zu beginnen. Die Fertigstellung der Brücke, die auf elf Meter langen Bohrpfählen und vier Widerlagern gegründet wird, ist für das vierte Quartal 2020 geplant. Das neue Bauwerk wird eine Stützweite von 35 Metern haben. Die Nutzbreite wird fünf Meter betragen.

Die alte Behelfsbrücke ist marode und wird duch einen Neubau ersetzt. Foto: N. Stein Quelle: Norbert Stein

„Die Brücke wird gebraucht. Wir bewirtschaften im Umland viele Flächen und müssten ohne Brücke große wirtschaftlich nicht vertretbare Umwege fahren“, sagte Ralf Behnecke, Vorstand der Agrargenossenschaft Großderschau. Vogelsänger ist sich darüber hinaus sicher, dass der Brückenneubau über die Dosse für den Tourismus und als Ortsverbindung gebraucht wird. Aber auch Schulbusse fahren. „Das hätte ich nicht gedacht“, sagte der Minister.

20 Jahre gestattet

Der Neubau soll eine marode Brücke über die Dosse ersetzen. Gebaut wurde diese als Behelfsbrücke zur militärischen Nutzung für die Dauer von drei Jahren. Zivilen Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 15 Tonnen wurde die Nutzung der Brücke für 20 Jahre gestattet. Maßgabe war die regelmäßige technische Überprüfung des Bauwerkes.

Abgelaufene Frist

Die Nutzungsfrist ist schon längst verstrichen und der Rost ist nicht das einzige Problem der Behelfsbrücke. In einem Prüfbericht ist dem Amt Rhinow zufolge neben der überzogenen Nutzungsdauer auch vermerkt, dass die Brücke falsch montiert wurde. Das Mittelfeld der Brücke hängt durch und das ist unter anderem darauf zurückzuführen. Die oberen – eigentlich nur zur Montage notwendigen – Bolzenverbindungen der Hauptträger wurden nicht entfernt und es gibt kein Material zur Berechnung.

Das neue Bauwerk wird neben der alten Brücke errichtet. Quelle: Norbert Stein

Bei der Stahlkonstruktion haben die Prüfer Materialermüdungen festgestellt. Die Mängelliste ist lang und eine Sanierung der Behelfsbrücke kam nicht in Frage. So wird nun unmittelbar neben der Behelfsbrücke eine neue Brücke gebaut.

Von Norbert Stein