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Havelland Volle Brandenburghalle beim Havellandtag
Lokales Havelland Volle Brandenburghalle beim Havellandtag
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02:15 28.01.2018
Staffelstabübergabe fürs Kreiserntefest: Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn übergibt die Erntekrone an Bodo Oehme aus Schönwalde-Glien. Quelle: Ralf Stork
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Berlin/Havelland

Die Grüne Woche läuft schon seit sieben Tagen. Da könnte man doch vielleicht denken, dass das Publikumsinteresse nicht mehr ganz so groß ist wie zur Eröffnung. Aber Pustekuchen. Zwischenzeitlich ging es in der Brandenburghalle nur noch im Schneckentempo und mit angelegten Armen vorwärts. Das mag auch mit an den Havelländern liegen, die sich Donnerstag auf der Bühne und an den Ständen präsentierten. Schon das Optikpark-Maskottchen Opti beanspruchte mit seinem Bollerkopf und voluminösen Körper viel Fläche nur für sich.

Und dann waren da natürlich noch die vielen Berliner, die am Havellandtag so viele Ausflugstipps in die Nachbarregion wie möglich abgreifen wollten. Wichtiger Programmpunkt auf der Bühne: Die Staffelstabübergabe zum Havelländer Erntefest 2018. Im Beisein von Landrat Roger Lewandowski und Erntekönigin Vanessa Orgis reichte der Brieslanger Bürgermeister Wilhelm Garn die kleine Erntekrone weiter an Bodo Oehme, den Bürgermeister von Schönwalde-Glien.

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Im Anschluss an den Bühnenauftritt machten sich Landrat, Erntekönigin und Gefolge auf einen ausgedehnten Rundgang durch die Halle. Zunächst zum Stand von pro agro.

Der Verband zur Förderung des ländlichen Raums organisiert jedes Jahr im Juni die Brandenburger Landpartie. Danach ging es auf kurzem Weg zum Gemeinschaftsstand des Tourismusverbandes Havelland, an dem sich der Optikpark Rathenow und der Tourismusverein Westhavelland präsentierten.

„Für uns ist die Grüne Woche immer der Auftakt zur Werbung für die neue Saison“, sagte Optikpark-Geschäftsführer Joachim Muus. Rund 6000 Flyer wollte er allein an diesem Tag verteilen. Nicht nur an die Messebesucher, auch an andere Anbieter wie Spargelhöfe oder das MAFZ. „Seit sich die Brandenburghalle wie ein großer Wochenmarkt präsentiert, kommen die Berliner besonders gerne, um das Umland zu erkunden“, so Muus. Nebenan warb der Naturpark Westhavelland mit Honig aus Spaatz – und seinem einzigartigen Sternenhimmel. Und schräg gegenüber das pro agro-Kochstudio war fest in Havelländer Hand. Wenn Fischer Wolfgang Schröder aus Strodehne nicht gerade Brassenburger bruzzelte, saß er nebenan auf einem Holzstuhl und flickte seine Netze. Etwas später standen auch Enrico Schulz, Chefkoch des Restaurants Schloss Ribbeck, und Sebastian Crakau vom „Alten Hafen“ in Rathenow, an den Töpfen und Pfannen. Seit ein paar Jahren bekommen regionale Produkte bei den Havelländer Gastronomen eine immer größere Bedeutung. Der „Alte Hafen“ zum Beispiel bezieht seinen Fisch fangfrisch von Fischer Schröder. Erstmals in diesem Jahr wird auch eine Genießerreise durch die Region angeboten.

Impressionen vom Havellandtag

Als Roger Lewandowski im Kochstudio stand, waren gerade keine Probierhäppchen zur Hand. Deshalb musste der Landrat beim Biobackhaus Leib aus Wustermark eine kurze Essenspause einlegen. Er selbst entschied sich für ein Franzbrötchen. Auch den Begleitern spendierte er Süßes oder Käsestangen: „Ich muss ja schließlich die lokale Wirtschaft fördern.“ Weiter ging es zum Stand des Bauernverbandes, wo der Landrat vier Brotsorten problemlos dem jeweils passendem Getreide zuordnen konnte. Kein Wunder, schließlich hatten seine Eltern eine Bäckerei in Berlin.

Auch bei den Bauern standen regionale Produkte hoch im Kurs: Gereicht wurden Leberwursthäppchen aus Gülpe. Außerdem präsentierte Stefanie Peters selbst gepresstes Raps- und Sojaöl. Letzte Station in der Brandenburghalle war der Stand des MAFZ Paaren im Glien. Auch dort gab es Wursthäppchen und auf Wunsch ein Glas Bier aus der historischen Braumanufaktur.

„Es ist schön zu sehen, in welcher Vielfältigkeit sich der Landkreis auf der Grünen Woche präsentiert. Broschüren sind eins, aber die Neugier für die Region wird doch viel eher über die regionalen Produkte und die Menschen, die sie präsentieren, geschürt“, sagte der Landrat zum Abschluss des Rundgangs.

Die organisatorische Leitung der Runde hatte übrigens Matthias Kühn übernommen. Für den frisch gebackenen Geschäftsführer des Tourismusverbandes Havelland auch ein besonderes Erlebnis, denn er ist er seit drei Wochen im Amt.

Von Ralf Stork