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Havelland Seit 65 Jahren ein Ehepaar
Lokales Havelland Seit 65 Jahren ein Ehepaar
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18:05 02.03.2015
Das eiserne Paar: Artur und Erika Rother. 
Das eiserne Paar: Artur und Erika Rother.  Quelle: Andreas Kaatz
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Wachow

„Für mich war es Liebe auf den ersten Blick“, weiß Artur Rother noch ganz genau. Mit seinem Kumpel Helmut war er in Hoppenrade unterwegs, traf dort zufällig im Februar 1949 auf Erika, die mal wieder zu Besuch bei ihrer Cousine war. Sofort verguckte er sich in das 17-jährige Mädel mit dem langen blonden Haar. „Sie rannte weg und ich hinterher“, erinnert er sich lachend. Beide verabredeten sich zum Tanz in der Gaststätte „Ewers“ in Wachow. In dem Dorf wohnte Erika seit ihrer Geburt.

Und diese erste Verabredung muss wohl harmonisch verlaufen sein. Denn fortan fuhr der 21-Jährige jedes Wochenende mit dem Fahrrad von Buchow-Karpzow, wohin es ihn nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft verschlagen hatte, nach Wachow. „Egal ob es stürmte oder schneite“, sagt Erika. Mittlerweile sind Artur und Erika Rother 65Jahre verheiratet. Morgen begehen sie das stolze Jubiläum der eisernen Hochzeit.

„Wir fingen damals mit nichts an“, sagt Erika Rother. Gewohnt haben sie die erste Zeit bei ihren Eltern in Wachow, später zogen sie nach Buchow-Karpzow. Dort arbeitete er anfangs in der Brennerei, wechselte dann zu einem Baubetrieb in Priort und danach in einer Baufirma in Ketzin. „Da gab es mehr Geld, 120Mark die Woche“, sagt er. Schließlich galt es eine Familie zu ernähren. Sohn Hagen wurde im Mai 1950 geboren, vier Jahre später – im März – kam dann Tochter Angelika auf die Welt.

Auch danach ging es für den gelernten Zimmermann beruflich abwechslungsreich zu. So arbeitete er unter anderem in Berlin, dann vier Jahre lang als Hausmeister in der Nauener Gaststätte „Volksgarten“, während seine Frau im gleichen Hause in der Küche tätig war. „Dann kam die Gemeinde und fragte, ob ich die Kneipe der Konsumgenossenschaft übernehmen kann“, sagt Artur Rother. Bereits zweimal hatte er in der Vergangenheit dieses Lokal, in dem er mit Erika das erste Mal getanzt hatte, kurzzeitig geführt. Er sagte wieder ja – und diesmal war es für zehn Jahre, von 1965 bis 1975.

„Es war eine anstrengende Zeit“, erinnert sich die heute 83-jährige Erika Rother. Bis zum Ende blieb es ein reiner Familienbetrieb; sie machten alles allein. Von 10 bis 24Uhr war täglich geöffnet. Wenigstens konnten sie im selben Haus wohnen. Im Sommer sah man Artur Rother zudem auf vielen Festen in der Umgebung Bier ausschenken – ob in Brieselang, auf der Freilichtbühne in Nauen oder aber beim Ketziner Fischerfest.

Ab 1975 dann fuhr der Wachower als Betriebshandwerker der Konsumgenossenschaft durch den Altkreis Nauen, reparierte defekte Anlagen oder richtete neue Läden ein. Seine Frau Erika arbeitete zehn Jahr in der „Eierstelle“ in Nauen, wo die Hühnereier sortiert, durchleuchtet und verpackt wurden. Dann kam die Wende und für beide auch die Zeit der Rente. Die nutzten sie unter anderem, um zu reisen – nach Tunesien, Mallorca oder Bulgarien.

Ein Rezept, warum es 65 Jahre gehalten hat? „Nein, das gibt’s nicht“, sagt Artur Rother nach kurzem Überlegen. „Es war ein gegenseitiges Geben und Nehmen.“ Hin und wieder kam es auch mal zu Verstimmungen zwischen beiden, doch die hielten dann nicht lange an. „Sie machen alles gemeinsam. Der eine ist immer für den anderen da“, sagt Tochter Angelika Rumschöttel.

Von Andreas Kaatz

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