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Havelland Wahlkampfhilfe mit Gregor Gysi und Bodo Ramelow
Lokales Havelland Wahlkampfhilfe mit Gregor Gysi und Bodo Ramelow
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21:07 27.08.2019
Christian Görke (links) im Gespräch mit Bodo Ramelow. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Die Auftritte von Gregor Gysi und Bodo Ramelow waren keine Premiere. Zur Erinnerung: zur Vorstellung seiner Autobiografie „Ein Leben ist zu wenig“ unterstützte Gregor Gysi die Kandidatur Daniel Golzes zum Bürgermeister. Rund 200 Menschen wollten Gysi Anfang März 2018 im Restaurant „Zum Alten Hafen“ sehen und hören. Den Linken Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelowtraf Golze bereits einen Monat zuvor zum Talk.

Gregor Gysi und Christian Görke im Blauen Saal des Kulturzentrums. Quelle: Uwe Hoffmann

Zur Landtagswahl hofft Die Linke, dass der Brandenburger Finanzminister Christian Görke zum vierten Mal das Direktmandat im Wahlkreis 4 gewinnt. Als prominente Unterstützer lud Görke im Wahlkampf beide populäre Linken-Politiker erneut nach Rathenow ein. Am Sonntagabend kam Gysi zum lockeren Gespräch in den Blauen Saal des Kulturzentrums. Tags darauf plauderte Görke mit Ramelow im „Alten Hafen“. Auch wenn der Andrang der Interessierten nicht mehr so groß war, wie vor einem Jahr, gab es interessante Gesprächsthemen.

Linke und Geld

„Es heißt immer, die Linken könnten nicht mit Geld umgehen. Christian Görke ist seit 2014 Finanzminister und das Land ist noch nicht pleite gegangen“, warf Gysi, gewohnt eloquent in die Diskussion ein, wieso er Görke so sympathisch findet.

Steuer auf Luxus

In der aktuell wieder entbrannten Diskussion um eine Neugestaltung des Mehrwertsteuerrechts schlug Gysi eine grundlegende Änderung vor: Sieben Prozent vor allem für Lebensmittel, Kinderbedarf, und so auch für Schulessen und Gaststätten. Aber 25 Prozent auf Luxusartikel und Luxuskonsumgüter.

Das Publikum war interessiert. Quelle: Uwe Hoffmann

„Wie hat sich denn das Steueraufkommen in Brandenburg entwickelt?“, stellte Gysi zum Schluss noch eine Gegenfrage. „Brandenburg hat es geschafft, seine Ausgabe zu 70 Prozent aus eigenen Steuereinnahmen zu bezahlen – Spitzenwert in Ostdeutschland. 2009 waren es noch 50 Prozent“, so der Finanzminister stolz. „Aber die Wünsche und Erwartungen im Land sind manchmal größer als es finanziell möglich ist.“

Nicht immer „Der Linke“

Bodo Ramelow ist der erste Ministerpräsident, der von der Partei Die Linke kommt. „Als Ministerpräsident bin ich nicht ‚der Linke’. Ich repräsentiere die Thüringer Landesregierung“, so eine Begründung Ramelows, warum die Rot-Rot-Grüne Regierung in Thüringen seit vier Jahren regiert.

Ramelows Ideen

„Wie sind als Koalition wieder in den Wahlkampf gegangen und kämpfen um eine Fortsetzung unsere Politik – eine Politik, die den gesellschaftlichen Anforderungen entspricht.“ So plädiert Ramelow für eine unbürokratische Kindergrundsicherung, eine bedingungsloses Kindergrundeinkommen und eine moderne Bürgerversicherung. „Arbeit bezahlen ist besser als Arbeitslosigkeit zu bezahlen“, so Ramelow zum Thema öffentlicher Beschäftigungssektor.

Bodo Ramelow in Rathenow. Quelle: Uwe Hoffmann

Während der Tals bekamen die Zuhörer die eine und andere private Anekdote der Gäste zu hören. So zum Beispiel, dass Gysi ein „Kindheitstrauma“ mit Grießbrei hat und Ramelow ausgesprochen gern die sozialen Netzwerke benutzt – allerdings nicht ohne Anfängerfehler.

Dreierbündnis geht

Fazit beider Gäste der Talkrunden war: Eine Dreierkoalition kann in Deutschland verlässlich regieren. „Thüringen hat widerlegt, das Rot-Rot-Grün nicht funktionieren kann. Das wäre auch für Brandenburg möglich. Die Linke hat sich klar dazu bekannt. Die SPD hat sich nicht klar genug geäußert und die Grünen wären auch einer Koalition mit der CDU nicht abgeneigt“, so Görke.

Chance im Bund

„Nach Thüringen, Berlin und nun auch Bremen wäre Brandenburg dann das vierte Bundesland mit Rot-Rot-Grüner Regierung. Das hätte auch im Bundesrat stärkeres Gewicht“, ergänzt Ramelow. Auch sehen die drei Linken eine Chance für eine Rot-Rot-Grüne Regierung bei einer kommenden Bundestagswahl.

Aufruf zur Wahl

„Das wäre eine wirkliche demokratische Alternative für das Land. 2017 waren alle drei Parteien noch nicht so weit, um die schon vorhandene linke Mehrheit zu nutzen“, so Gysi. Einig waren sich Kandidat und „Wahlhelfer“: „Gehen Sie am 1. September zur Wahl und geben Sie ihre Stimme einer demokratischen Partei!“.

Von Uwe Hoffmann

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