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Havelland Warum Falschparker den Bushalt gefährden
Lokales Havelland Warum Falschparker den Bushalt gefährden
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11:46 26.01.2017
Parkplätze sind rar im Elstaler Eulenspiegelring – der Bus schiebt sich mühsam durch das zugeparkte Wohngebiet.
Parkplätze sind rar im Elstaler Eulenspiegelring – der Bus schiebt sich mühsam durch das zugeparkte Wohngebiet. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Ärger im Elstaler Eulenspiegelring: Stoßstange an Stoßstange reihen sich die Autos vor und in der Wendeschleife des Wohngebietes. Die wird regelmäßig so zugeparkt, dass der Bus der Linie 662 keine Möglichkeit hat, hier durchzukommen. In der Vergangenheit führte dies nicht nur zu großem Ärger bei Fahrern und Fahrgästen, sondern auch zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen.

Fast täglich ist die Wendeschleife zugeparkt

„Seit Juni 2016 stehen wir aufgrund dieser Problematik mit der Gemeinde Wustermark in Kontakt. Leider parken unverändert fast täglich Anwohner und Besucher ihren Pkw in und vor der Wendestelle“, erklärt Havelbus-Sprecherin Karola Schulz die Situation. Anfang Januar machte das Unternehmen abermals auf den dringenden Handlungsbedarf aufmerksam und setzte der Gemeinde eine Frist bis zum 6. Februar. „Eines Tages hatten wir einen Zettel im Briefkasten. Die Anwohner wurden aufgefordert, nicht mehr in der Wendeschleife zu parken. Ansonsten könne Havelbus die Haltestelle nicht mehr bedienen“, so Rainer Berner, dessen Tochter im Eulenspiegelring lebt. „Das wäre jedoch fatal für alle Schulkinder und älteren Leute, die dann viel weiter zur nächsten Haltestelle laufen müssten“, so Berner weiter, der sich jedoch fragt, wo Anwohner und Besucher sonst parken sollten. „Die Parkplatzsituation in dem Wohngebiet ist schwierig. Es gibt kaum freie Plätze, die meisten sind vermietet“, sagt Rainer Berner.

25 Stellplätze noch frei

Dass jedoch noch einige Plätze frei sind, weiß Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos). „Bezüglich der Stellplätze habe ich vom Vermieter die Info, dass zurzeit noch 25 angemietet werden könnten – es muss also keiner im Park- und Halteverbotsbereich stehen. Sollten alle Plätze vermietet sein, würde der Vermieter durchaus darüber nachdenken, mehr Stellplätze zu schaffen“, so Schreiber. „Es ist schlichtweg ärgerlich, wenn die eigenen Anwohner den Busverkehr ihrer Mitbewohner gefährden. Sie benachteiligen sich selbst“, so das Gemeindeoberhaupt.

Bei einem Vororttermin konnte die Gemeinde nun mit dem Busunternehmen mehrere Maßnahmen abstimmen, die sich zum einen mit den Falschparkern befassen und zum anderen mit der Sicherung einer Ausweichstelle für die Busse im Einfahrtbereich des Eulenspiegelrings. „Wir haben umgehend das Gespräch mit Havelbus gesucht, um zu erreichen, dass diese wichtige Buslinie weiter bedient wird“, sagt Holger Schreiber. „Außerdem wird das Ordnungsamt ab sofort mehrfach täglich vor Ort sein und – wenn notwendig – künftig falsch parkende Fahrzeuge auf Kosten der Fahrzeughalter umsetzen lassen. Gleichzeitig wird der Parkverbotsbereich etwas erweitert. Damit sollten Busse wieder ordnungsgemäß fahren können“, so der Gemeindechef, der die Anwohner darum bittet, künftig das Parkverbot tatsächlich einzuhalten. „Im Rahmen der Entwicklung des Olympischen Dorfes werden wir künftig weitere Lösungen suchen, um den fließenden Verkehr in der Rosa-Luxemburg-Allee zu sichern und zu verbessern“, sagt Schreiber.

Historisches zur Siedlung

Die Eulenspiegel- und Scharnhostsiedlung sind eigenständige Siedlungen mit einem hohen Grünanteil.

Die zweigeschossigen Gebäude befinden sich nördlich der Rosa-Luxemburg-Allee und entstanden in den 1930er Jahren als Unterkünfte für Offiziersfamilien der deutschen Wehrmacht. Der östliche Teil der Siedlung erhielt eine Eulenspiegelplastik und wird seit 1935 Eulenspiegelsiedlung genannt.

Ab 1945 lebten sowjetische Offiziere mit ihren Familien hier.

Alle Häuser wurden 1999 saniert und modernisiert. Seit 2013 entstehen an der Straße Zum Hakenberg viele neue Eigenheime.

Havelbus wird die Haltestelle vorerst unter der Voraussetzung der zugesicherten Punkte weiter bedienen, so Karola Schulz. „Wir werden auftretende Probleme jedoch weiterhin beobachten und melden“, so die Unternehmenssprecherin. Und dann könnten die Konsequenzen all diejenigen treffen, die auf den Bus angewiesen sind.

Von Laura Sander