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Havelland Wasser-Raser verderben den Urlaubsspaß
Lokales Havelland Wasser-Raser verderben den Urlaubsspaß
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14:05 13.07.2019
Am Donnerstag war die Wasserschutzpolizei auf dem Hohennauener See unterwegs. Quelle: foto: Norbert Stein
Seeblick

Auf einer Länge von 8,8 Kilometern und einer Gesamtfläche von 524 Hektar erstreckt sich der Hohennauener-Ferchesarer See. Wobei mit 427 Hektar der weitaus größte Teil des Sees zur Hohennauener Gemarkung gehört und damit zur Gemeinde Seeblick.

Viel Betrieb

Besonders bei sonnigem Wetter lockt der See viele Menschen aus der Region und zunehmend Urlauber an die Badestellen. Der See ist aber auch für viele Freizeitkapitäne ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel. Segelboote, Motorboote, Paddelboote und Kanus sorgen besonders am Wochenenden für viel Betrieb auf dem Wasser.

Regeln werden nicht beachtet

„Es wird zunehmend enger und vor allem gefährlicher auf dem See“, erklärt Ulf Gottwald, Bürgermeister der Gemeinde Seeblick. „Die Jet- Ski sind besonders schlimm und schnell auf dem See unterwegs“, fügt Gottwald noch hinzu.

Vielfach schneller

Norris Wagenschütz ist Ortsvorsteher von Hohennauen und bestätigt die Schilderungen des Bürgermeisters. Auf dem See ist eine Höchstgeschwindigkeit von sechs Kilometern in der Stunde erlaubt. „Die Jet-Skifahrer sind um ein Vielfaches schneller unterwegs und auch viele Motorbootfahrer halten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung“, sagen Wagenschütz und Gottwald unisono.

Vor der Badestelle diskutierten (von links): Norris Wagenschütz, Ulf Gottwald, Martin Gorholt und Jens Aasmann. Quelle: Norbert Stein

Ein Fall für die Wasserschutzpolizei. Doch die sei nur noch sehr selten auf dem See, um zu kontrollieren, kritisierte der Bürgermeister. Aus seiner Sicht war der Besuch des Chefs der brandenburgischen Staatskanzlei, Martin Gorholt, daher genau zum richtigen Moment erfolgt.

Kontrolle vom Land aus

Der Zufall hatte es am Donnerstag gewollt, dass kurz vor Gorholts Eintreffen die Wasserschutzpolizei auf dem See präsent war. „Seit die Wasserschutzpolizeistation in Rathenow nicht mehr besetzt ist wird kaum noch kontrolliert auf dem See“, sagt Gemeindevertreter Hagen Roßmann. Sicherlich könne schon aus Zeitgründen nicht regelmäßig ein Polizeiboot von Brandenburg auf dem See kommen , zeigt Roßmann sogar ein gewisses Verständnis. „Trotzdem sollte die Polizei dann wenigstens öfter von Land aus Jet-Skifahrer und schnelle Motorboote auf dem See blitzen.“

Die Statistik der Polizei

Die Polizeidirektion West habe im letzten Jahr auf dem Wasser 20 000 Kontrollen vorgenommen zu denen 20 bis 25 Prozent auffällige Schiffe gehörten, erklärt Gorholt: „Die Polizei ist präsent auf dem Wasser und wird es auch weiter sein.“

Handbetriebene Booto sind immer gern gesehen. Quelle: privat

Die Wasser-Raser sind aber nicht das einzige Problem auf dem See. Amtsdirektor Jens Aasmann nannte die Ausbaggerung des Hohennauener Kanals. Vor allen an Stellen, wo Sandbänke sind. „Das ist notwendig, um die Verbindung der Havel zum See aufrecht zu halten.“ Bisher habe immer die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung geholfen, so Jens Aasmann.

Pegel darf nicht sinken

Ob dies auch in Zukunft immer möglich sein wird, ist nicht sicher. Derzeit hoffen die Kommunalpolitiker, dass der Pegel im Kanal nicht unter 80 Zentimeter sinkt. Sonst kommen Schiffe hier nicht mehr durch.

Gesamtkonzept gefordert

Anlegeplätze, Entsorgung, die Erweiterung des Bootstegs und sanfter Tourismus waren weitere Diskussionspunkte. Hagen Roßmann wünscht sich eine Entwicklungskonzeption für den See. Boote mit Elektroantrieb könnten in so einem Konzept eine Rolle spielen. Dem stimmt Martin Gorholt zu: „Ein Wassertourismuskonzept ist für das Westhavelland insgesamt notwendig.“ Dazu sollen sich Kommunen, Vereine, Naturparkverwaltung und Behörden zusammensetzen.

Rathenow ist nicht dabei

Der Wasserstand auf dem See ist noch zufriedenstellend, sagt der Leiter der Außenbezirksstelle der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Joachim Karp. Der See führe zwar weniger Wasser, aber es reicht.

Kurios ist, dass der Hohennauener-Ferchesarer See zwar in Semlin irgendwie zu Rathenow gehört. Allerdings ist das Seeufer die Gemeindegrenze zu Hohennauen. Wer in Semlin in den See steigt, der badet in Hohennauen.

Wenig begeistert sind deshalb die Einwohner in Ferchesar und Hohennauen, wenn in Rathenow vom „Semliner See“ die Rede ist.

Von Norbert Stein

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