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19:20 23.03.2018
Der Besuch der Lesepaten ist für die Schüler der Erich-Kästner-Grundschule ein fester Termin in der Woche.
Der Besuch der Lesepaten ist für die Schüler der Erich-Kästner-Grundschule ein fester Termin in der Woche. Quelle: privat
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Falkensee

Jeden Freitagvormittag besucht Norbert Matzies die Willkommensklasse der Erich-Kätstner-Grundschule in Falkensee.

Dann packt der 72-Jährige ein Buch aus und liest mit einem der unbegleiteten Flüchtlingskinder, um das er sich kümmert. „Der junge ist sehr intelligent und kann schon sehr gut deutsch sprechen, nur beim Lesen schwächelt er etwas“, sagt Matzies.

Der Falkenseer ist ehrenamtlicher Lesepate und versucht genau an dieser Stelle anzusetzen und den Schüler zu fördern. „Man spürt deutlich, wie viel Freude ihm das Lesen macht. Gerade haben wir uns dem Zauberlehrling gewidmet, den fand er toll“, so Matzies.

Derzeit engagieren sich 34 ehrenamtliche Lesepaten unter der Leitung des Arbeiter-Samariter-Bundes in den Schulen in Falkensee, Brieselang, Nauen, Dallgow-Döberitz, Perwenitz und Schönwalde. „Wir suchen aber weiterhin Menschen, die sich diese Tätigkeit vorstellen könnten, vor allem in Nauen, Perwenitz und Schönwalde gibt es nur wenige Lesepaten“, sagt Konstanze Schleehauf, Sozialarbeiterin der Erich-Kästner-Schule und Lesepaten-Koordinatorin des ASB. Viele Lesepaten seien Ruheständler oder selbst Eltern, die etwas von ihrer freien Zeit für ein Ehrenamt nutzen wollen. „Was alle Lesepaten verbindet, ist ihre Liebe zum Lesen und zu Büchern im Allgemeinen“, so Schleehauf.

Für viele Kinder sei es zu Hause nicht selbstverständlich, dass die Eltern Bücher lesen und diese Art der Kultur an ihre Kinder weitergeben. Auch da möchten die Lesepaten ansetzen. In der Regel besuchen sie einmal in der Woche für eine Stunde die Schulen.

Die Unterstützung der jeweiligen Schüler wird dabei eng mit den Klassenlehrern abgestimmt. „Manche Lehrer wollen, dass sich der Lesepate nur um einen bestimmten Schüler, bei dem sie eine Schwäche erkennen, kümmert. Andere möchten, dass alle Schüler abwechselnd mit dem Paten lesen dürfen, das ist ganz individuell“, erklärt Konstanze Schleehauf. Die Wünsche und Vorstellungen der Lesepaten selbst werden aber auch in jedem Fall berücksichtigt.

Norbert Matzies engagiert sich nun bereits seit über zehn Jahren als Lesepate und gehört damit zu den erfahrensten im Team. In dieser Zeit hat er auch immer viel von Kindern und den Verhältnissen, in denen sie aufwachsen, mitbekommen.

So hatte der 72-Jährige einmal eine Schülerin, die beim Lesen kaum zu verstehen war und nicht aus sich herauskam. „Mit der Zeit habe ich dann erfahren, dass der Vater zu Hause so viel Druck auf sie ausgeübt hat, so dass sich das auf ihre Lesekompetenz ausgewirkt hat“, so Matzies.

Dieser Teil des Ehrenamtes, auch Ursachen für die Schwächen zu finden und diese zu lösen, gehört für den Falkenseer fest dazu. Seine Erfahrungen kann er bei regelmäßigen Treffen aller Lesepaten mit den anderen Ehrenamtlern teilen.

Wer Interesse an einer Lesepatenschaft hat, kann sich bei Konstanze Schleehauf unter dieser E-Mail-Adresse melden: k.schleehauf@asb-falkensee.de.

Von Danilo Hafer