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Havelland Westhavelland: Das waren die gesuchten Kirchturmspitzen
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Westhavelland: Das waren die gesuchten Kirchturmspitzen

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08:45 30.05.2021
Die MAZ suchte zwölf Dorfkirchen im Westhavelland.
Die MAZ suchte zwölf Dorfkirchen im Westhavelland. Quelle: Uwe Hoffmann
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Vor einer Woche haben wir die Sache auf die Spitze getrieben. Genauer: auf die Kirchturmspitze. Wir haben den Lesern ein Rätsel aus zwölf Fotos gestellt und wollten wissen, zu welchen Kirchen die gezeigten Turmspitzen gehören.

„Das war wirklich nicht einfach“, gestand Henry Kilian aus Garlitz, sechs Türme hat er schnell erkannt, die anderen will er bei seinen Ausflügen suchen und aufsuchen. „Hat sehr viel Spaß gemacht“, schrieb Karin Grähn aus Rathenow. Und Michael Ritz aus Havelaue fand das Rätsel spannend und hofft auf Fortsetzung.

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Die MAZ hatte für ihr Rätsel zwölf Turmspitzen von Kirchen aus dem Westhavelland ausgesucht und die höchste weggelassen: den 79 Meter hohen Kirchturm der Rathenower St. Marien-Andreas-Kirche. Also gesucht waren Dorfkirchen.

Viele Leser haben bei unserem Kirchturmspitzen-Quiz mitgemacht. Danke dafür! Die Gewinner werden nächste Woche ausgelost und benachrichtigt.

Hier die richtigen Lösungen:

1. Vieritz mit romanischen Wurzeln

Die Vieritzer Dorfkirche. Quelle: Christin Schmidt

Romanischer Ursprung –auf den kann die Vieritzer Kirche verweisen, am Turm sind Reste der Bebauung erhalten, die auf das frühe 13. Jahrhundert zurückgehen. Mit der Zeit gab es viele Umbauten, nach der Brandschatzung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche 1650 bis 1655 wieder aufgebaut, immerhin: Eine Glocke von 1602 hatte überlebt. Dann wurde noch einmal im 18. Jahrhundert kräftig gebaut. Innen empfängt ein prächtiger Kanzelaltar die Besucher, hinter ihm ein Sandsteinepitaph für Christoph Friedrich von Katte und seine Gemahlin.

2. Als der Blitz in Zollchow einschlug

Die Zollchower Kirche. Quelle: Christin Schmidt

Ein Blitzschlaglöste einen Brand aus, bei dem der hölzerne Glockenturm der Zollchower Kirche niederbrannte. Die Zollchower bauten daraufhin 1847 bis 1849 einen Backsteinturm, wie wir ihn heute noch sehen. Die Kirche selbst ist schon viel älter, sie ist ein spätromanischer Bau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

3. Semliner Kirche mit Fachwerk

Die Semliner Kirche. Quelle: Uwe Hoffmann

Die Fachwerkkirche von Semlin wurde 1730 bis 1732 errichtet. 1893 wurde noch mal umgebaut: An die Kirche wurde ein Altarraum im Osten angebaut, die Fenster wurden verändert. Auch im Inneren der Kirche wurde einiges erneuert: Orgel, Kanzel und Altar. Mitte der 1980er-Jahre begann die Rekonstruktion der Kirche. So wurden 1988 die Balken erneuert und der Außenputz aufgebracht. Und auch das ein glücklicher Moment für die Semliner: Die Orgel auf der Empore konnte instandgesetzt werden und wurde 1999 mit einem Konzert eingeweiht. Der Turm trägt eine Bronzeglocke aus dem 15. Jahrhundert.

4. Schmetzdorf mit Balken von 1223

Die Schmetzdorfer Kirche. Quelle: Christin Schmidt

Die Dendrologenwissen es genau: Die ältesten Hölzer des Dachstuhls der Schmetzdorfer Kirche stammen aus dem Jahr 1223. Und auch sonst findet sich hier viel Altes: eine gotische Sandsteintaufe, ein Schnitzaltar von 1520, eine Glocke von 1564 und eine Renaissance-Kanzel, die um 1600 gebaut und dann in der Barockzeit umgebaut wurde.

5. Schlicht und neugotisch in Böhne

Kirche von Böhne Quelle: Markus Kniebeler

Schlicht und neugotischwird der Stil der 1838 erbauten Backsteinkirche von Böhne bezeichnet. Dem Westturm mit seinen abgeschrägten Kanten wurde eine gedrungene Pyramidenspitze aufgesetzt. Das große Altarkruzifix mit großer Christusgestalt entstammt einer katholischen Grabstelle. Die Orgel aus der Erbauungszeit wurde 2001 restauriert.

6. Nach dem Dorfbrand in Wolsier aufgebaut

Die Kirche von Wolsier. Quelle: Joachim Wilisch

Ein Dorfbrand hatte vor 300 Jahren das kleine Dorf Wolsier zerstört, es wurde neu aufgebaut, auch eine neue Kirche gehörte dazu. 1754 wurde die Kirche aus Ziegelfachwerk mit einem verbretterten Turmaufsatz errichtet. Aus dem 18. Jahrhundert sind auch die hölzerne Taufe und der Kanzelaltar in schlichten Rokokoformen. Ein Kronleuchter aus Bronze kam 1899 hinzu.

7. Immer wieder aufgebaut: Kirche in Mögelin

Kirche in Mögelin Quelle: Bernd Geske

Gebrannt hat es auch in Mögelin viel. Die Mögeliner bauten ihr Gotteshaus 1660 und dann 1769 wieder auf. Das heutige Aussehen erhielt die Kirche im Jahre 1844. Der Turm wurde aber erst 1891 fertiggestellt. Es entstand ein flachgedeckter Putzbau mit halbrunder Apsis und an den Seiten mit je drei großen, rundbogigen Saalfenstern. Durch die umfangreichen Restaurierungsarbeiten in den letzten Jahrzehnten ist die Kirche baulich in einem sehr guten Zustand. 2006 wurde das Dach saniert. Im Turm befinden sich zwei Bronzeglocken von 1929.

8. Steckelsdorf mit Gedenktafeln

Steckelsdorfer Kirche. Quelle: Norbert Stein

Im Jahr 1822 wurde die Kirche von Steckelsdorf gebaut, ihr Vorgängerbau war abgebrannt. Das Inventar mit Kanzelaltar, Emporen und Gestühl aus der Erbauungszeit ist vollständig erhalten. Die Kirche wurde gründlich saniert, dazu auch die historische Lütkemüller-Orgel von 1859. Im Vorraum der Kirche erinnern Gedenktafeln an das jüdische Landwerk Steckelsdorf und an die früheren Patronatsherren von Katte.

9. Barnewitzer Anfänge im 13. Jahrhundert

Die Barnewitzer Dorfkirche. Quelle: Kniebeler. Markus

Feldsteineverweisen auf die Anfänge der Barnewitzer Kirche und die liegen im 13. Jahrhundert. 1743 und 1744 dann das große Umbauen: Umfassungswände wurden erhöht und erhielten große Fensteröffnungen. Ein schwerer Schlag am 18. April 1944: Die Kirche brannte vollständig aus, die gesamte Inneneinrichtung ging verloren. 1967 bis 1974 wurde die Kirche wiederaufgebaut, aber stark vereinfacht und ohne den Fachwerkturm. Die Bronzeglocke von 1662 hängt nun in einem Glockenstuhl neben der Kirche.

10. Alte Wetterfahne in Döberitz

Kirche Döberitz Quelle: Bernd Geske

Die Wetterfahnemit der Jahreszahl 1781 weist auf einen Vorgängerbau, die Döberitzer Kirche in ihrer heutigen Form entstand im 19. Jahrhundert im neoromanischen Stil, die Orgel der Kirche stammt von 1713.

11. Kupferdach für Stechower Kirche

Die Kirche Stechow. Quelle: Norbert Stein

Der quadratische Fachwerkturmder Stechower Dorfkirche trägt eine flache Haube und die ist seit 1991 mit Kupfer gedeckt. Das Kirchengebäude selbst ist alt – in Kern ist hier ein gotischer Saalbau aus Feldsteinen, vermutlich aus dem Jahre 1469, zu finden. Von einst drei Bronzeglocken ist noch die größere mittelalterliche aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Das Gebäude selbst wurde 1731 kräftig umgebaut. Der Bildaltar von 1736 zeigt ein Kreuzigungsgemälde und als plastische Figuren Jesus mit zwei Engeln als Symbol der Auferstehung.

12. Stölln mit Lütkemüller-Orgel

Die Kirche in Stölln. Quelle: Joachim Wilisch

Erstmals urkundlich erwähntwurde die Stöllner Kirche 1541. Die große Glocke des dreistimmigen Geläuts ist etwa 600 Jahre alt. So wie sich das Gebäude heute zeigt, entstand es nach Umbauten. So von 1824. Der Turm wurde 1851 erneuert. Die Lütkemüller-Orgel stammt von 1864. Die Apsis kam 1889/90 hinzu. Als außergewöhnlich gilt der Altar, er wurde im 1. Drittel des 17. Jahrhundert von der Patronatsherrschaft Christoph von der Hagen und seiner Frau Ursula gestiftet. 2016 ist die Kirche außen komplett saniert worden.

Von Marlies Schnaibel