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Havelland Wildkamera überführt Dieseldiebe
Lokales Havelland Wildkamera überführt Dieseldiebe
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17:32 12.03.2014
Gartenschläger
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Rathenow

Fast täglich tauchen im Polizeibericht Meldungen auf, dass Hunderte Liter Diesel aus Baufahrzeugen abgezapft wurden. Der wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich. Meistens kommen die Täter ungeschoren davon. Schon deshalb ist es eine Besonderheit, dass sich jetzt zwei mutmaßliche Dieseldiebe vor dem Rathenower Amtsgericht verantworten mussten. Den zwei Männern aus Wagenitz wurde vorgeworfen, im April vergangenen Jahres von einer Baustelle am Havelländischen Hauptkanal 120 Liter Kraftstoff entwendet zu haben. Überführt wurden sie auf kuriose Weise: durch eine Wildkamera. Der Vorarbeiter der Baustelle hatte sie installiert. Er sei passionierter Jäger und habe Aufnahmen von Wildtieren machen wollen, die regelmäßig über die Baustelle liefen, erklärte er vor Gericht.
Der Anwalt der Angeklagten hatte so seine Zweifel an der Darstellung: Seiner Meinung nach ist die Kamera nur installiert worden, um mögliche Dieseldiebe zu überführen. Auf der Baustelle war es immer wieder zu Diebstählen gekommen. Deshalb beantragte er ein Verwertungsverbot für die gemachten Aufnahmen.
Die Richterin folgte den Angaben des Vorarbeiters und ließ das Filmmaterial der Wildkamera als Beweismittel zu. Schließlich habe die Kamera tatsächlich auch Wildtiere auf der Baustelle aufgenommen. Auf der Anklagebank sind die beiden Männer eher zufällig gelandet, weil der Polizist, der die Anzeige aufnahm, einen von ihnen auf den Aufnahmen erkannte.
Vor Gericht spielte ein sogenanntes anthropologisches Gutachten eine entscheidende Rolle: Ein Sachverständiger glich die Aufnahmen der Wildkamera mit aktuellen Fotos der beiden Männer ab. Am Ende des Gutachtens kam der Sachverständige anhand von verschiedenen Beweisen zu dem Schluss, dass es sich bei beiden Angeklagten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um die Personen handelt, die auf dem Video der Wildkamera zu sehen waren. Mit diesen Ergebnissen konfrontiert, räumten die Angeklagten die Tat schließlich mit einem Lächeln ein.
Beide Männer wurden zu Geldstrafen in Höhe von 450 beziehungsweise 600 Euro verurteilt. Die Strafen fielen verhältnismäßig niedrig aus, weil die Männer bislang straffrei geblieben waren und bei ihren Arbeiten als Lkw-Fahrer und für eine Zeitarbeitsfirma nicht besonders viel Geld verdienten. Außerdem werden sie die Kosten für das anthropologische Gutachten übernehmen müssen. Die sind ziemlich happig. Im Gerichtssaal wurde die Summe von rund 5000 Euro genannt. Als strafmildernd wurde gewertet, dass sie die Tat am Ende gestanden.

Von Christoph Laak

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