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Havelland Wohnungsnot soll der Kampf angesagt werden
Lokales Havelland Wohnungsnot soll der Kampf angesagt werden
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00:25 10.09.2018
In der Falkenseer Friedenstraße ist ein weiteres Gebäude mit 80 Wohneinheiten geplant.
In der Falkenseer Friedenstraße ist ein weiteres Gebäude mit 80 Wohneinheiten geplant. Quelle: Ralf Stork
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Havelland

Zwei Zimmer, Küche, Bad und bezahlbar soll sie sein. Wer sich derzeit auf Wohnungssuche in Falkensee, Elstal, Dallgow-Döberitz, Buchow-Karpzow oder anderen havelländischen Kommunen begibt, kann von einem solchen Zuhause nur träumen. Kleine bezahlbare Wohnungen sind Mangelware – ein Problem das seit Jahren regelmäßig die Gemüter erhitzt.

Zuschüsse und Darlehen

Ein kürzlich überarbeitetes Programm des Landes Brandenburg soll Abhilfe schaffen und fördert sowohl den Neubau, als auch die Sanierung und Modernisierung von bezahlbaren Mietwohnungen mit Darlehen und Zuschüssen, die deutlich höher ausfallen als bisher. Von bis zu 2500 pro Quadratmeter Wohnfläche, davon sind 350 Euro Zuschuss und der Rest zinsgünstiges Darlehen, ist die Rede.

Bezahlbare Wohnungen entstehen in Falkensee

Ein Vorhaben, das mit den Mitteln der Investitionsbank des Landes Brandenburg gefördert wird, soll in der Falkenseer Friedenstraße realisiert werden. Hier soll ein mehrgeschossiger Bau mit etwa 80 Wohneinheiten entstehen. Zwischen 1,5 und vier Zimmer sollen die Einheiten haben, Balkone und Fahrstühle sind geplant. Ein Großteil der Wohnungen werden Sozialwohnungen sein.„Das Land hat erkannt, dass es bei der Förderung von sozialem Wohnraum besser werden muss. Die neuen Förderbedingungen sind dabei ein wichtiger Schritt“, erklären Andrea Johlige (Linke) und Tobias Bank (Linke).

„Der Landkreis darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen“

„Jedoch darf sich der Landkreis nicht aus der Verantwortung stehlen und weiterhin untätig bleiben, wenn er jungen Menschen eine Perspektive geben und attraktiver Arbeitsort sein möchte. Der Landkreis sollte eigene finanzielle Anreize für die kommunalen Wohnungsbauunternehmen schaffen und gezielt Genossenschaftsmodelle fördern, um sozialen Mietwohnungsbau zu realisieren“, fordern die Elstaler. „Viele im Havelland Beschäftigte leben in Berlin, weil sie in der Nähe ihres Arbeitsplatzes keine bezahlbare Wohnung finden.“ Dadurch würde der Landkreis nicht nur Einkommenssteuereinnahmen verlieren, sondern hätte zudem das erhöhte Verkehrsaufkommen zu tragen. „Mindestens ein Logistikunternehmen im Havelland muss seine Mitarbeiter mit Reisebussen anfahren lassen, da vor Ort Gehalt und Miete in keinem vertretbaren Verhältnis stehen“, so Bank und Johlige.

Hinzu käme, dass unter anderem in Elstal, die in den 1990er Jahren festgelegte Sozial- oder Belegungsbindung ausliefe. „Für die Mieter würde das Kostensteigerungen von bis zu 20 Prozent bedeuten. Geld, das sie nicht fürs Kino in Falkensee, für den Italiener in Wustermark oder für ein Konzert in Ribbeck ausgeben können“, sagen die Kreistagsabgeordneten und fordern den Landkreis zum Handeln auf.

Von Laura Sander