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Wustermark Biber sorgt für feuchte Keller
Lokales Havelland Wustermark Biber sorgt für feuchte Keller
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18:40 28.12.2018
Einer der beiden Biberdämme im Pelsterlakegraben. Quelle: privat
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Wustermark/Hoppenrade

Er ist wieder da und baut – der Biber im Pelsterlakegraben bei Hoppenrade. War im Sommer von dem unter Schutz stehenden Nager kaum etwas zu sehen und zu spüren, sind in den letzten Wochen zwei Dämmer entstanden, so dass sich das Wasser in dem Entwässerungsgraben zurückstaut bis in die neue und alte Siedlung in Wustermark. „Dort sind schon wieder einige Keller feucht, zum Beispiel in der Wiesenstraße“, sagt Elke Schiller von der Wustermarker Wählergemeinschaft (WWG).

Auch Wiesen und Äcker in der Nähe des Grabens stehen unter Wasser, so dass Landwirt Uwe Jürgens hohe Verluste hinnehmen muss. Noch sind Teile von Hoppenrade zwar nicht betroffen, aber Ortsvorsteher Uwe Menzel schlägt Alarm: „Wir müssen was tun, bevor der Biber sogar in der Unterführung der L 204 baut und dann alles zu ist.“

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Antrag der WWG einstimmig angenommen

Weil auch die anderen Fraktionen der Wustermarker Gemeindevertretung die Bedrohung durch den Biber erkannt haben und sich über die Folgen im Klaren sind, wurde im Hauptausschuss ein Antrag der WWG einstimmig angenommen, der auf die Umsiedlung des Bibers abzielt. „Die Verwaltung ist beauftragt worden, gegen den Bescheid der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, in dem die Umsiedlung abgelehnt wurde, Widerspruch einzulegen, notfalls sogar gegen den Landkreis zu klagen“, sagt Elke Schiller.

Im Mai dieses Jahres sah es zunächst nach einer guten Lösung des Biberproblems in Hoppenrade und Wustermark aus.

Der zweite Damm. Quelle: privat

Nach einigem Hin und Her gestattete die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, dass Dämme aus dem Graben entfernt wurden. Das sorgte für eine Entspannung der Situation.

Gutachten nicht anerkannt

„Inzwischen haben wir die gleiche Lage wie im Frühjahr der“, weiß Uwe Menzel. „Die Bäume neben dem Graben stehen im Wasser, so dass die Wurzeln faulen. Erst 2017 war ein Baum auf den Gehweg an der L 204 nach Wustermark gekippt. Zum Glück ist damals nichts passiert, aber dort sind doch die Schulkinder unterwegs.“ Er kann nicht nachvollziehen, dass die Untere Naturschutzbehörde diese Gefahren nicht sieht, auch die Interessen der Menschen nicht berücksichtigt. „In Deutschland kommt erst die Biber, dann kommen die Bäume und zuletzt die Menschen. “

Ein von der Gemeinde Wustermark in Auftrag gegebenes geotechnisches Gutachten zu den Auswirkungen des Aufstaus im Pelsterlakegraben durch Biberdämme (knapp 6000 Euro) habe die UNB nicht anerkannt, sagt Uwe Menzel. Darin hatten Experten festgestellt: Damit der Graben seine Vorflutfunktion wieder erfüllen kann und fortschreitende Schäden und Gefährdungsrisiken vermieden werden, müsse der Biber gefangen und umgesetzt werden.

Dezernent will eine Lösung finden

Der zuständige Dezernent der Kreisverwaltung Henning Kellner sicherte Freitag gegenüber der MAZ zu, sich der Sache Anfang des Jahres erneut anzunehmen. „Wir werden eine Lösung finden, die für die Bürger akzeptabel ist.“

Von Jens Wegener