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Wustermark Blühpaten besuchen ihre Bienenwiese
Lokales Havelland Wustermark Blühpaten besuchen ihre Bienenwiese
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16:27 28.07.2019
Die Blühpaten schauen sich bei Landwirt Uwe Jürgens in Wustermark an, was aus ihren Spenden geworden ist. Quelle: privat
Wustermark

Blühstreifen gibt es ja inzwischen viele, Blühpaten eher wenige. Wustermark macht da eine Ausnahme. Landwirt Uwe Jürgens hatte am Sonntag seine 50 Blühpaten eingeladen, sich anzuschauen, was aus ihrer Spende geworden ist.

Blühpaten bei Landwirt Uwe Jürgens in Wustermark: Auch Bürgermsiter Holger Schreiber und Johannes Funke vom Kreisbauernverband gehören dazu. Quelle: privat

Viele waren dazu nach Wustermark gekommen. Sie konnten sich über blühende Landschaften am Wegesrand freuen. Das Gelb der Sonnenblumen gab optisch den Ton an. Gesät hatte Uwe Jürgens eine Mischung: Neben den markanten Sonnenblumen auch die blaue Phacelia; Ringelblumen, Klee, Mohn und Kamille gehörten dazu.

Hilfe für Artenvielfalt

Auf 16000 Quadratmetern hat Uwe Jürgens Blühstreifen angelegt. Die Hälfte finanziert er mit Hilfe von Blühpaten, die er gesucht hat. Wegen der Patensuche war er auch auf Kreisbauerngeschäftsführer Johannes Funke zugegangen. „Wir haben im Bauernverband die Verträge entwickelt“, erklärte Funke. Die Patenschaft wendet sich an Leute, die etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun möchten, aber vielleicht in ihrem Umfeld keinen Platz dazu haben.

Ohne Dünger und Chemie

Der Bauer stellt die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche und verpflichtet sich, sie weder zu düngen noch mit chemischem Pflanzenschutz zu bearbeiten. Zwischen 50 und 100 Euro zahlten die Paten für die Einrichtung der Bienenwiese. „Wir sind hocherfreut, dass das in Wustermark so gut geklappt hat“, sagte Johannes Funke. „Hier hat sich ein guter Dialog mit Menschen entwickelt, die interessiert und kritisch sind.“

Blühpaten bei Landwirt Uwe Jürgens in Wustermark. Quelle: privat

Über die öffentliche Wirkung freut sich auch Bürgermeister Holger Schreiber, selbst einer der ersten Blühpaten: „Neben dem Effekt für die Natur dient die Aktion auch dazu, Landwirtschaft lebendig darzustellen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die vielleicht nicht so konkret mit Landwirtschaft zu tun haben.“ Die Gemeinde will die Aktion weiter unterstützen, sie selbst hat einen Beschluss über eine insektenfreundliche Gestaltung der Gemeinde gefasst. „Das Thema betrifft öffentliche wie private Flächen, reicht vom professionellen Acker bis zum Vorgarten. Wir wollen die Bewohner mit einbeziehen“, sagte Holger Schreiber.

Gute Resonanz

Einige Wustermarker Bewohner sind mit dem Thema gut vertraut, sie gehören zu den Blühpaten, die ansonsten auch aus Ketzin und Berlin kommen. Wie im Frühjahr versprochen, hatte Landwirt Uwe Jürgens sie im Sommer zu einer Blühstreifenbesichtigung eingeladen. „Ich habe alle eingeladen, fast alle sind gekommen“, freute er sich auch über diese Resonanz. Und 2020: „Ich bin mir sicher, dass ich das mit den Blühstreifen wieder mache.“

Von Marlies Schnaibel

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