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Wustermark Eisenbahnersiedlung: Anwohner wollen keine weiteren Neubauten
Lokales Havelland Wustermark Eisenbahnersiedlung: Anwohner wollen keine weiteren Neubauten
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01:16 28.04.2019
Neu neben alt: In der Schulstraße stehen neue moderne Häuser neben dem sanierten Altbestand. Quelle: Jens Wegener
Elstal

Die Meinung der Anwohner aus der Elstaler Eisenbahnersiedlung zu den Erweiterungsplänen der Deutschen Wohnen brachte Renate Weitz auf den Punkt: „Die neuen Häuser passen einfach nicht in die Siedlung.“ Außerdem wolle man alle historisch gewachsenen Gärten erhalten, sagte die Anwohnerin aus der Gartenstraße.

Ortsbeirat nicht beschlussfähig

Etwa 40 Elstaler hatten sich Mittwochabend in der Bürgerbegegnungsstätte am Karl-Liebknecht-Platz eingefunden, um zu hören, wie sich der Elstaler Ortsbeirat zu dem von der Deutschen Wohnen jüngst vorgelegten „Zielkonzept für die Eisenbahnersiedlung“ positioniert. Und natürlich, um ihre eigenen Auffassungen kundzutun. Da nur zwei der vier Mitglieder des Ortsbeirates anwesend waren, konnte der keine Empfehlungen aussprechen, sondern „nur“ ein Meinungsbild aufnehmen.

Maximal sechs neue Häuser

Als Maximalvariante hatte die Deutsche Wohnen (dem Unternehmen gehört das Areal zwischen Schulstraße und Gartenstraße, aber nicht die gesamte Eisenbahnersiedlung) vorgeschlagen, sechs neue Mehrfamilienhäuser zu bauen,

Ein neues Haus an der Puschkinstraße. Quelle: Jens Wegener

Gärten anders zu strukturieren und sieben Nebengelasse (alte Ställe zwischen zwei Wohnhäusern) zu kleinen Wohnungen umzubauen. Außerdem sollen Vorgärten in Ordnung gebracht, etwa 100 Stellplätze auf privaten und öffentlichen Flächen geschaffen, Freizeitflächen angelegt und ein Anliegerweg befestigt werden.

Nicht erpressen lassen

Obwohl Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) als auch Ortsvorsteher Matthias Kunze (SPD) dafür plädierten, das Konzept der Deutschen Wohnen nicht in Gänze abzulehnen, „weil einige Teile darin positiv für die Entwicklung Elstals und speziell der Siedlung sind“, so Schreiber, wollen die meisten Anwohner von Neubauten jeder Art und Rückbau einiger Gärten nichts wissen.

Peter Wegener vom Verein Historia Elstal: „Wohnungen, Gärten und Nebengelasse.

Viele Nebengelasse sind baufällig. Quelle: Jens Wegener

Das ist das System in des Flächendenkmals Eisenbahnersiedlung. Dabei soll es bleiben.“ Man habe gegenüber der Deutschen Wohnen schon genug Zugeständnisse gemacht (gemeint sind die neugebauten Holzhäuser in der Schulstraße/Ecke Puschkinstraße). Die Gemeinde dürfe sich nicht erpressen lassen, hieß es.

Am Ende entscheiden die Gemeindevertreter

Uwe Schollän von der Gemeindeverwaltung versuchte zu beruhigen und erklärte, dass „egal was die Deutsche Wohnen plant, in jedem Fall die Wustermarker Gemeindevertreter entscheiden, ob sie das wollen oder nicht.“ Die Gemeinde werde einen Bebauungsplan für die Bereiche der Eisenbahnersiedlung, die der Deutschen Wohnen gehören, aufstellen. Außerdem sei es aus Sicht der Gemeindeverwaltung sinnvoll, auch für den übrigen Teil der Siedlung eine Zielplanung zu erarbeiten, um ein Gesamtkonzept zu haben, so Schollän.

Am 7. Mai berät der Wustermarker Bauausschuss über das Zielkonzept für die Eisenbahnersiedlung.

Von Jens Wegener

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