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Wustermark Bauboom und kein Ende: Elstal sprengt bald die 10.000 Einwohner
Lokales Havelland Wustermark Bauboom und kein Ende: Elstal sprengt bald die 10.000 Einwohner
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19:36 21.11.2019
Auch im Olympischen Dorf wird aktuell gebaut ohne Ende. Quelle: Marcus Voigt
Elstal

Nimmt man alle in Planung befindlichen Wohngebiete, rechnet alle möglichen Verdichtungen von Wohnraum, auch im Außenbereich (zum Beispiel an der Bahnhofstraße), mit ein, könnten in Elstal noch etwa 2120 Wohnungen entstehen. Dann würde Elstal, das jetzt rund 4500 Einwohner zählt, die 10000er-Grenze knacken.

Beifall für die Verwaltung

Ein leichtes Raunen war von den Zuschauerplätzen in der Aula der Oberschule Elstal am Mittwochabend zu vernehmen, als Wustermarks Vize-Bürgermeister Uwe Schollän am Ende seiner anderthalbstündigen Präsentation über die Entwicklung Elstals diese Prognose abgab. Nicht, ohne gleich zu ergänzen: „Das ist wirklich die theoretische Maximalvariante, die wahrscheinlich nie eintreten wird.“

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Auf Wunsch des Elstaler Ortsbeirates und vieler Einwohner hatte die Gemeindeverwaltung mal alle Bauvorhaben, die in Elstal schon begonnen haben, die geplant und die noch möglich sind, zusammengetragen und erläutert. Dafür erntete Uwe Schollän großen Beifall am Ende dieses Punktes der Tagesordnung in der Ortsbeiratssitzung.

Die Bebauungspläne für Elstal

Die Baupläne für Elstal und die anderen Ortsteile Wustermarks sollen im Laufe des kommenden Jahres auf der Homepage der Gemeinde einsehbar sein, kündigte Uwe Schollän an.

Schon jetzt können Einwohner diese Pläne im Rathaus Wustermark zu den Sprechzeiten einsehen, nach vorheriger Terminabsprache.

Aufgrund der großen Nachfrage in Elstal hat sich der Ortsbeirat auf Vorschlag des Ortsvorstehers Oliver Kreuels dazu entschlossen, in etwa monatlichen Abständen öffentliche Sondersitzungen zu machen, in denen „wir uns jeweils ein B-Plan-Gebiet vornehmen“, so Kreuels.

Dazu wird es jeweils zunächst eine Vor-Ort-Besichtigung geben, anschließend sollen Vertreter der Eigentümer oder Investoren ihre Pläne den Bürgern und Ortsbeiratsmitgliedern erläutern.

Schon die erste Zahl in dem Vortrag lässt erahnen, welche Brisanz und welche Bedeutung der Ortsteil inzwischen eingenommen hat: „Es gibt für Elstal insgesamt etwa 30 Bebauungspläne inklusive der Änderungsverfahren“, so Schollän. Auf neun Wohngebiete ging er näher ein.

Größtes Wohngebiet: Olympisches Dorf

Allein für das Olympische Dorf wird es, zeitlich versetzt, drei oder vier Bebauungspläne geben. Etwa 450 Wohnungen sind schon genehmigt, etwa 320 sollen im Abschnitt zwei folgen, etwa 650 könnten im dritten beziehungsweise vierten Abschnitt dazukommen.

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Im künftigen „Erdbeerland“ bei Karls, auf dem Areal der Adler-/Löwenkasernen, sind 100 Wohnungen geplant, in der Heidesiedlung stehen die meisten Häuser bereits, allerdings fehlt noch der Geschosswohnungsbau. „Planungsrecht ist dafür vorhanden“, sagte Schollän.

Die Eisenbahnersiedlung. Quelle: Jens Wegener

Ärger in der Scharnhorstsiedlung

Eine Verdichtung sei in der Scharnhorst-/Eulenspiegelsiedlung möglich. Drei Grundstücke könnten noch bebaut werden. Allerdings haben die Gemeindevertreter dem entsprechenden Ansinnen des privaten Eigentümers nicht zugestimmt, sodass dazu sogar ein Rechtsstreit droht.

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Anders ist die Lage am Radelandberg. Anwohner wie Matthias Redsch wünschen sich keine weiteren Häuser, „weil dann die Sicht eingeschränkt wird“. Doch diese Hoffnungen werden sich wohl nicht erfüllen: „Der Eigentümer hat Baurecht, der Bebauungsplan existiert schon viele Jahre“, erklärte Schollän. Insgesamt 46 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern werden dort noch gebaut.

Neue Häuser am Thälmann-Platz

Für das Areal „Radelandberg-Süd“(nahe der B 5), die im Flächennutzungsplan der Gemeinde Wustermark als Gewerbefläche vorgesehen ist, gibt es noch keine Planung. Möglich wäre, dort das künftige Feuerwehrdepot Elstal und eine Rettungswache des Landkreises zu etablieren, hieß es.

Gebaut wird schon jetzt am Ernst-Thälmann-Platz. 54 Wohnungen in fünf Mehrfamilienhäusern kommen zu den bestehenden Bauten dazu, was nicht alle Elstaler befürworten.

Ein Modell vom Ernst-Thälmann-Platz mit den Bestands- und den neuen Häusern. Quelle: privat

Aber: „Wenn die Neubauten fertig sind, will der Eigentümer der Bestandsblöcke sanieren. Diese Zusage liegt vor“, so Schollän.

Keine Planung für nordwestliche Bahnhofstraße

In der Kiefernsiedlung-Ost besteht noch Planungsrecht für Mehrfamilienhäuser. Etwa 66 Wohneinheiten sollen entstehen. Ebenso am Heroldplatz, wo ein Gebäude mit 20 Wohnungen entstehen soll.

Noch offen ist, was mit der gemeindeeigenen Fläche zwischen der Einmündung Ernst-Walter-Weg und dem Sportplatz des ESV geschehen soll. Die Idee, dort einen zentralen Treff für Elstaler oder einen Spielplatz einzurichten, ist aus Verkehrsgründen verworfen worden. „Möglich ist dort eine Bebauung mit maximal Zweigeschossern“, sagte Uwe Schollän.

Auf die Frage aus dem Publikum, was mit der Fläche an der nordwestlichen Bahnhofstraße (hinter dem Demex-Park in Richtung Bahnhof) passiert, sagt der Vize-Bürgermeister: „Die liegt im Außenbereich. Es gibt dafür zurzeit keine Planungen. Langfristig könnten dort bis zu 100 Wohnungen entstehen.“

Von Jens Wegener

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