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Wustermark Neues Buch erzählt von fürsorglichen Spinnen und gefräßigen Wespen
Lokales Havelland Wustermark Neues Buch erzählt von fürsorglichen Spinnen und gefräßigen Wespen
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19:36 05.06.2019
Auch die Schmuckbiene ist in den Naturlandschaften der Heinz Sielmann-Stiftung anzutreffen. Quelle: Hannes Petrischak
Elstal

Wir Menschen haben einen unverbesserlichen Hang zum Großen, Größeren, Größten: Länder überbieten sich gegenseitig mit dem Versuch, das höchste Hochhaus aller Zeiten zu bauen. Wer fährt den dicksten Wagen, wer hat das größte Haus – immer wieder sind wir versucht, uns von schierer Größe beeindrucken zu lassen.

Das wirkt selbst in der Döberitzer Heide: Viele Besucher wollen die Wisente, Przewalskipferde und Rothirsche in der Kernzone sehen. Großartige Tiere! Aber: Bei der Suche nach dem Großen geraten die vielen kleinen Kostbarkeiten zu leicht aus dem Blick.

Viel Abwechslung auf 204 Seiten

Genau die stehen jetzt im Fokus des Buches „Expedition Artenvielfalt – Heide, Sand & Seen als Hotspots der Biodiversität“, das die Heinz Sielmann Stiftung herausgegeben hat.

Auf 204 Seiten werden darin die verschiedenen Lebensräume und Artengruppen vorgestellt, die sich in den verschiedenen Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg finden. Neben der Döberitzer Heide sind das die Kyritz-Ruppiner Heide (ehemaliges Bombodrom), die Bergbaufolgelandschaft bei Wanninchen, die Tangersdorfer Heide und die Groß Schauener Seen.

Die Artenvielfalt in den Naturlandschaften ist groß. Viele spannende Dinge spielen sich auch im Kleinen ab.

„Uns war es wichtig, zu zeigen, was sich alles in unseren Landschaften versteckt, was leicht übersehen wird“, sagt Hannes Petrischak. Er leitet den Bereich Naturschutz der Stiftung und hatte die Idee zu dem Buch. Petrischak ist begeisterter Insektenkundler und hat unter anderem die Kapitel über Insekten und Spinnen beigesteuert. Auch die meisten Bilder dieser Artengruppen stammen von ihm. Diese Begeisterung merkt man den Kapiteln auch an.

Gemeinsam auf Jagd

Es gibt schon beinahe rührende Geschichten, zum Beispiel über die Rote Röhrenspinne: Das Spinnenmännchen ist mit seinem roten Hinterteil und den geringelten Beinen nicht nur ungewöhnlich bunt, die Art hat auch eine besonders soziale Ader: Zur Paarung zieht das Männchen für eine längere Zeit in die unterirdische Wohnröhre des Weibchens, wo sie gemeinsam Beute fangen.

Nach der Geburt der Jungen füttert die Mutter die kleinen Spinnen mit einem vorverdauten Nahrungsbrei, bis sie selbst entkräftet stirbt und ihrem hungrigen Nachwuchs als Nahrung dienen kann.

Wie beim Kuckuck

Ähnlich wie bei den Vögeln gibt es auch bei den Insekten Arten, die das mühsame Brutgeschäft lieber anderen aufbürden: Auf die sandigen Flächen ist die Frühlings-Seidenbiene die prägende Art. Wenn die Weibchen ihre Eier in Höhlen im Sand gelegt haben, kommen Weibchen der Großen Blutbiene angeflogen. Wie ein Kuckuck ersetzen sie die Eier durch ihre eigenen und machen sich dann aus dem Staub.

Und dann sind da noch die Wegwespen, die Jagd auf Spinnen machen. Es gibt Schmetterlinge, Nachtfalter, Heuschrecken und Mistkäfer. Bei der Vielzahl der Spinnen und Insekten können natürlich nicht alle Arten im Buch vorgestellt werden, aber es reicht, um einen guten ersten Überblick zu bekommen.

Von Kröten bis Wisente

So ist es auch mit den anderen Kapiteln: Es gibt mehrere Seiten über Heide, Moose, Urzeitkrebse, Frösche, Kröten, Ziegenmelker, Lerchen, Kraniche, Singschwäne – und am Ende natürlich auch über Wisente, Hirsche und Pzewalskipferde.

Die Fotos zeigen sehr schön die Vielfalt des Lebens in den verschiedenen Naturlandschaften. Ein klassischer Bildband ist das Buch trotzdem nicht. Dafür sind die Begleittexte zu lang und zu gehaltvoll. Alle Kapitel sind von ausgewiesenen Fachleuten der Sielmann-Stiftung geschrieben worden, die für ihre Spezialgebiete wirklich brennen. Das merkt man den Texten an.

Buch macht Lust auf Erkundung

„Expedition Artenvielfalt“ ist ein Buch geworden, das man wahrscheinlich nicht in einem Rutsch durchliest, aber immer wieder gerne zur Hand nimmt, um darin zu blättern. Man kann darin auf Entdeckungsreise gehen und immer neue Arten und Geschichten finden. Vor allem macht das Buch Lust darauf, die Naturlandschaften selbst einmal zu erkunden.

„Expedition Artenvielfalt“ ist im Oekom-Verlag erschienen und kostet 29 Euro.

Von Ralf Stork

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