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Wustermark Elstaler machen mobil gegen Miethaie
Lokales Havelland Wustermark Elstaler machen mobil gegen Miethaie
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17:33 28.07.2019
Die Mieterinitiative Elstal sammelt Unterschriften: Peter Streich, Dietmar Wiegand, Jeannette Rother und Holger Rüppel. Quelle: Jerome Müller
Elstal

„Wo soll ich unterschreiben?“ Diese Frage hörten die Vertreter der Elstaler Mieterinitiative häufig, als sie am Samstagvormittag um Unterstützung für ihr Anliegen warben. Auf dem großen Parkplatz in der Rosa-Luxemburg-Allee sammelte man Unterschriften, kam ins Gespräch, diskutierte die Situation. Im Mittelpunkt standen drohende Veränderungen der Elstaler Infrastruktur und die rasant ansteigenden Mieten. Im Mai hatten sich Bewohner sowohl der Eulenspiegel- und Scharnhorstsiedlung als auch anderer Bereiche zusammengeschlossen, um sich gegen den möglichen Verkauf der Siedlungen an eine Tochtergesellschaft der Deutsche Wohnen zu wehren.

Von Beginn an dabei ist Peter Streich, der seit 1998 in Elstal wohnt. „Wir sind gegen Mieterhöhungen, Verdichtung der Wohnsiedlungen und wollen die Grünflächen erhalten“, sagte er. Die Resonanz sei positiv: „Wir werden wahrgenommen.“

Für Kappungsgrenzen

Eingebrachte Vorschläge und Anregungen konnten sich bisher jedoch noch nicht durchsetzen. So sprach sich die Initiative bereits vor einiger Zeit dafür aus, die Geltung der sogenannten „Kappungsgrenzenverordnung“ auf Wustermark auszuweiten. Dies hätte eine Begrenzung der Mieterhöhungen innerhalb der nächsten drei Jahre auf höchstens 15 Prozent zur Folge.

„Seitdem ist aber leider nichts passiert“, sagte Streich. Keine neuen Entwicklungen gebe es auch bei einer Idee, die Tobias Bank äußerte. So wird diskutiert, ob die Ketziner Wohnungsbaugesellschaft GWV, bei der die Gemeinde Wustermark Gesellschafter ist, die Scharnhorstsiedlung kaufen könnte.

Petition gegen Mietsteigerungen

Nun also fand die nächste öffentliche Aktion der Initiative statt. Bereits am Rande der Einweihung des ersten Bauabschnitts im Olympischen Dorf hatten die Initiatoren ihrem Ärger bei einer kleinen Protestaktion Luft gemacht. Konkret richtet sich die Petition gegen Mietsteigerungen, die auf Wohnungsneubau, Luxussanierungen und Siedlungsankäufe von Konzernen und Aktiengesellschaften zurückzuführen sind. Auch fehlendes Instandsetzungsmanagement in den Wohngebäuden wird beklagt. „Wir wollen die Politiker so nochmals darauf aufmerksam machen, dass etwas passieren muss“, sagte der ebenfalls engagierte Holger Rüppel und ergänzte: „Der Unmut im Ort ist groß. Das Elstaler Flair darf nicht verloren gehen.“

Gegen weiteren Wohnungsbau

Der Frust über Mietsteigerungen und den geplanten Wohnungsbau wird auch in Gesprächen mit Passanten deutlich. So findet Gabriele Kunert: „Es sollte nicht so viel bebaut werden. Ich möchte, dass alles bleibt, wie es ist.“ Dem schloss sich ein weiterer Anwohner an: „Leider werden Bäume gefällt und Grünflächen zugebaut. Daher unterstütze ich die Initiative gern.“

Dabei ernten Streich und seine Mitstreiter jedoch nicht nur Zustimmung. So sprachen sich die Betreiber des nahe gelegenen Asia-Imbisses „Le Dang“ für weitere Neubauvorhaben und gegen die Initiative aus. Zwar verstehe man den Wunsch, das Grüne zu erhalten. „Aber durch eine dichtere Besiedlung können wir mehr Kunden gewinnen. Das ist natürlich gut für unser Geschäft“, sagte ein Mitarbeiter.

„Am 13. August reichen wir die Petition in der Gemeindevertretung Wustermark ein“, so Rüppel. Was dabei herauskommt, ist noch offen. An zu wenigen Unterschriften wird das Vorhaben wohl nicht scheitern.

Von Jerome Müller

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