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Wustermark RB 21: Wustermark wird nicht abgekoppelt
Lokales Havelland Wustermark RB 21: Wustermark wird nicht abgekoppelt
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15:13 18.02.2019
Der Bahnhof Wustermark ist ein Umsteigepunkt für Pendler von und nach Potsdam oder Berlin. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wustermark

„Es ist ein Freudentag für die Gemeinde Wustermark. Und wir haben dazu einen Beitrag geleistet“, sagt Maria Zunke, Sprecherin der Bürgerinitiative „Nicht ohne Wustermark“. Zuvor hatte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) in Potsdam verkündet, dass die Regionalbahnlinie 21 auch nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 am Bahnhof Wustermark halten wird.

Laut ursprünglichem Entwurf des Landesnahverkehrsplanes ab 2022 sollte Wustermark von der RB 21 abgekoppelt werden. Daraufhin bildete sich die Bürgerinitiative in Wustermark, fand mehr als 300 Unterstützer in der Bevölkerung und in der Politik und erreichte, dass ein Moderationsverfahren eingeleitet wurde.

„Besondere Art der Bürgerbeteiligung“

„Dabei haben die Fachleute des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und der Deutschen Bahn viel Zeit für die Suche nach einer besseren Lösung aufgebracht. Unser Dank gilt der Verkehrsministerin, die uns mit dem Moderationsverfahren eine besondere Art der Bürgerbeteiligung ermöglicht hat, was nicht selbstverständlich war“, so Zunke.

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Gepostet von Nicht ohne Wustermark am Montag, 18. Februar 2019

Einiger kleiner Nachteil der neuen Linienführung: Die Fahrzeit der RB 21 von Potsdam in Richtung Berlin verlängert sich um etwa sieben Minuten, in der Gegenrichtung nicht. Auswirkungen gebe es auch auf andere Verbindungen, wie die Verlängerung der Fahrzeit von Potsdam nach Rathenow, so Schneider. Das Fahrzeitkonzept werde insgesamt enger, so dass Verspätungen nur noch schwer ausgeglichen werden könnten.

Umbaumaßnahmen am Bahnhof Elstal entfallen

Die für die ursprüngliche Linienführung (ohne Halt in Wustermark) erforderlichen Umbaumaßnahmen am Bahnhof Elstal entfallen. Die DB Netz AG hatte dafür einen Investitionsaufwand von etwa 13 Millionen Euro benannt und damit ihre Aussage aus dem Verfahren zum Landesnahverkehrsplan (niedriger einstelliger Millionenbetrag) revidiert.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bahntechnologie-Campus Havelland in Elstal und dem Ausbau der Lehrter Bahn müsse die Zeitschiene für den Ersatz des elektromechanischen Stellwerkes geklärt werden, so Schneider.

Parksituation am Bahnhof Wustermark soll verbessert werden

Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) wertet die Entscheidung pro Haltepunkt Wustermark als Erfolg der Bürgerinitiative, „die viele technische Vorschläge gemacht hat“, aber auch der Arbeit der Wustermarker Verwaltung: „Wir haben diverse Zuarbeiten eingereicht, um die wirtschaftliche und einwohnerzahlenmäßige Entwicklung der Gemeinde nachzuweisen.“

Schreiber weiß aber, welche neuen Aufgaben jetzt auf die Gemeinde zukommen. „Wir müssen am Bahnhof Wustermark als Sofortmaßnahmen die Parksituation verbessern, vor allem mit Blick auf die Busse. Denn ab 15. April kommt die Linie 642 Ketzin-Wustermark hinzu, so dass bis zu fünf Busse gleichzeitig den Bahnhof anfahren.“ Langfristig sollen zusätzliche Stellplätze geschaffen werden.

Havelländer Pendler profitieren

In allen Reaktionen auf die Entscheidung des Verkehrsministeriums ist Erleichterung und Freude zu spüren. So äußerte der SPD-Landestagsabgeordnete Udo Folgart: „Der ehrliche Ansatz der Prüfung von Varianten für den Bahnhof Wustermark durch das Ministerium hat diesen Erfolg gebracht. Diese Entscheidung kommt nicht nur den Wustermarkern zu Gute, davon profitieren auch viele Pendler des Havellandes.“

Hintergrund

Der im Jahr 2018 beschlossene und ab 2022 gültige Landesnahverkehrsplan enthält die RB 21 als Direktverbindung zwischen Potsdam und Berlin-Spandau/Gesundbrunnen.

Die Führung dieser Regionalbahnlinie mit Einbindung von Wustermark wurde nach dem damaligen Kenntnisstand als betrieblich nicht umsetzbar eingeschätzt.

Dagegen hatte sich die Bürgerinitiative „Nicht ohne Wustermark“ gewendet und unter anderem 1900 Unterschriften gesammelt.

Gemeinsam mit dem Ministerium, dem Verkehrsverbund, dem Landkreis, der Gemeinde Wustermark, der DB Netz AG und der Bürgerinitiative wurde die Lösung erarbeitet.

Die Wustermarker SPD zeigte sich beeindruckt von dem „bürgerschaftlichen Engagement“. Das hat uns gezeigt, dass wir gemeinsam viel bewegen können“, so die Vorsitzende des Ortsvereins Christina Hanschke. Ihr Stellvertreter Leon Bucher ergänzte: „Es ist ein Musterbeispiel für eine funktionierende Demokratie: Die da oben haben gehört.“

Halbstundentakt beim RE 4 zwischen Rathenow und Berlin gefordert

Der frisch in den Brandenburger Landtag nachgerückte Brieselanger Michael Koch (CDU) zeigte sich beeindruckt von der Einsicht des Landes. Es sei ein wichtiger Schritt für die aufstrebende Gemeinde Wustermark und die vielen Pendler, Schüler und Gewerbetreibenden, denen eine bessere Bahnanbindung ermöglicht werde.

Aber: „Die jetzige Einigung kann allerdings nur ein Zwischenschritt sein. Auf der Strecke der Lehrter Bahn muss zügig ein Halbstundentakt des Regionalexpress 4 zwischen Rathenow und Berlin eingerichtet werden“, fordert Koch

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