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Wustermark Erste Mitfahrbank in Priort eröffnet
Lokales Havelland Wustermark Erste Mitfahrbank in Priort eröffnet
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12:39 23.05.2019
Sven Mylo, Dagmar Dominiak und René Schreiter nahmen zuerst auf der frisch eingeweihten Mitfahrbank Platz. Quelle: Danilo Hafer
Priort

 Man setzt sich einfach auf die Bank, klappt das entsprechende Schild mit Zielrichtung herunter und wartet, dass mit ein bisschen Glück, ein Autofahrer anhält und einen mitnimmt. Das ist das Konzept der Mitfahrbank in Priort, der ersten ihrer Art im Landkreis Havelland. Am Mittwochabend wurde sie offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen nur knapp zwei Monate.

Ergänzung zum ÖPNV

Rund 1600 Euro hat die Sitzbank mit den entsprechenden Hinweisschildern gekostet, die ab sofort den Nahverkehr in der Gemeinde Wustermark ergänzen soll. „Wir wollen dem ÖPNV nichts engegensetzen, sondern ein Zusatzangebot schaffen, für die Zeit, in der gerade kein Bus fährt“, erklärte Dagmar Dominiak. Die Priorterin hatte die Idee für die Mitfahrbank, die aus einem reinen Zufall entstand.

René Seifert erklärte die Funktionsweise der Mitfahrbank. Das Schild zeigt die Wunschwichtung an. Quelle: Danilo Hafer

„Eines Tages fuhr ich durch den Ort und sah Frau Seifert an der Bushaltestelle sitzen, es kam aber kein Bus. Da hielt ich an und nahm sie einfach mit“, erzählte sie. Rosemarie Seifert war zwar etwas überrascht, dass plötzlich ein Auto anhielt, dann aber auch wieder nicht. „Ich bin hier bekannt, wie ein bunter Hund, da halten immer wieder Leute an. Frau Dominiak kannte ich bis daher nur vom Sehen, mittlerweile kenne wir uns aber sehr sehr gut“, erzählte die Seniorin, die schon seit 1943 in Priort wohnt.

Soziale Kontakte fördern

Die Begegnung der beiden sehen die Initiatoren vom Heimatverein Memoria als Paradebeispiel. Denn es soll nicht nur darum gehen, einen anderen Menschen von A nach B zu fahren. „Die Menschen sollen sich besser kennenlernen“, so Dominiak. Und wo ginge das besser, als bei einer gemeinsamen Autofahrt.

Dabei soll die Priorter Mitfahrbank erst der Anfang sein. „Bisher kommt man nur aus Priort heraus, am Ziel gibt es aber keine Bank, die einen auch wieder zurückbringen könnte“, erklärte Sven Mylo, Vorstandsvorsitzender des Heimatvereins. Daher gibt es die Idee auch in den anderen Ortsteilen von Wustermark solche Bänke zu installieren.

„Für die Gestaltung haben wir uns gedacht, die Schilder der Bänke in den farben der olympischen Ringe zu gestalten, das würde zum Wappen der Gemeinde passen“, so Vereinsmitglied René Schreiter.

Angebot soll ausgeweitet werden

Er würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Bank um ein digitales Angebot erweitern. „In anderen Orten wird die Bank mit einer App kombiniert, in der die Mitfahrten organisiert werden können“, erklärte er. Eine rein digitale Form komme für die Macher aber nicht in Frage. „Wenn das Angebot nur digital ist, dann schließen wir automatisch bestimmte Gruppen aus, zum Beispiel ältere Menschen. Das wollen wir auf keinen Fall“, betonte Schreiter.

In nächster Zeit muss sich die Prioter Bank aber erst einmal beweisen. Wie viele Menschen das Angebt wirklich nutzen werden, bleibt offen. Ein wenig Mut gehört sicher auch dazu.

Von Danilo Hafer

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