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Wustermark Erster Bauabschnitt im Olympischen Dorf gestartet
Lokales Havelland Wustermark Erster Bauabschnitt im Olympischen Dorf gestartet
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18:33 24.05.2019
Die Bauarbeiten am Speisehaus der Nationen im Olympischen Dorf von 1936 laufen auf Hochtouren. Allein hier entstehen 115 Wohnungen Quelle: Danilo Hafer
Elstal

„Heute ist ein Tag mit hoher Symbolkraft für das ganze Havelland und ein emotionaler Tag für die Gemeinde“, sagte Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber am Freitag. Nachdem vor knapp zwei Monaten die Baugenehmigung für das Speisehaus der Nationen im Olympischen Dorf von 1936 in Elstal erteilt wurde, weihten Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie die zuständigen Planer am Freitag offiziell den ersten Bauabschnitt ein.

Die Bauarbeiten im Olympischen Dorf von 1936 in Elstal laufen bereits auf Hochtouren. Am Freitag weihten nun Vertreter von Politik und Wirtschaft den ersten Bauabschnitt offiziell ein.

Vor Ort waren unter anderem Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium sowie Ines Jesse, Staatssekretärin im Brandenburger Ministerium für Landesplanung.

Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren

Die Bauarbeiten am Speisehaus und den umliegenden Neubauten laufen dabei bereits auf Hochtouren. „Wir sind derzeit mit rund 80 Arbeitern auf der Baustelle und erneuern gerade die Betondecken sowie das Trägersystem des Gebäudes“, erklärte Bauleiter Hartmut Dischereit von der Baufirma DDS-Bau. In den kommenden zwei Wochen soll zudem mit dem Aufbau des neues Daches begonnen werden.

Vertreter aus Politik und Wirtschaft durchtrennten das obligatorische Band. Quelle: Danilo Hafer

Das Arbeiten an einem denkmalgeschützten Gebäude stellt die Bauleute jedoch immer wieder vor Herausforderungen. „Im alten Aufzugsschacht ist zum Beispiel Teer und Asbest verbaut, Stoffe, die wir speziell entsorgen müssen“, so Dischereit.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der erste Bauabschnitt im Spätsommer 2021 fertiggestellt werden. Die Arbeiten umfassen neben dem Speisehaus der Nationen auch zwei Tiefgaragen und den Umbau des altes Heizhauses. Allein die Kosten für diesen Bereich belaufen sich auf rund 31 Millionen Euro.

20 Neubauten entstehen

In der Entstehung befinden sich derzeit außerdem 20 Neubauten mit Townhouses und Mehrfamilienhäusern, die jeweils im sogenannten Inneren Ring und dem Grünen Ring angeordnet werden. Hier rechnet der Hauptinvestor des rund 55 Hektar großen Areals, die Terreplan Baudenkmalsanierungsgesellschaft aus Nürnberg, mit Baukosten von insgesamt 52 Millionen Euro. Durch die ringförmige Anordnung behält das Olympische Dorf zwar seine Grundstruktur, sein Gesicht wird sich dennoch stark verändern.

Claus Soyka kennt das Olympische Dorf schon seit es existiert. Der 85-Jährige ließ es sich nicht nehmen, die Baustelle zu besichtigen. Quelle: Danilo Hafer

Einer, der das Gelände seit seiner Kindheit kennt, ist Claus Soyka. Der heute 85-Jährige lebte von 1936 bis 1945 im Olympischen Dorf. Soyka ist mittlerweile zwar auf einen Rollstuhl angewiesen, ließ es sich aber nicht nehmen, auch einen Blick auf die Baustelle zu werfen. „Ich finde es sehr gut, dass hier gebaut wird. Hätte man es weiter leer stehen lassen, wäre es sicher irgendwann komplett verfallen“, so der 85-Jährige.

Noch in diesem Jahr soll mit den konkreten Planungen für den zweiten Bauabschnitt begonnen werden. Dieser bezieht sich auf die Plattenbauten, die einst von der roten Armee gebaut wurden.

So könnten die Plattenbauten nach der Sanierung aussehen. Quelle: Terraplan

„Wir werden einen Großteil der Gebäude sanieren und dazwischen eine Art grünen Hof schaffen“, erklärte Eric van Geisten, der für den zweiten Bauabschnitt zuständige Architekt. Mit dem Umbau der alten Gebäude und zusätzlichen Neubauten sollen in diesem Bereich rund 400 Wohnungen entstehen. Eine Fertigstellung sei für das Jahr 2022 denkbar.

Mieterinitiative protestierte gegen hohe Mieten

Am Rande der Veranstaltung kam es indes zu einem kleinen Protest. Eine Mieterinitiative brachten mit Transparenten ihren Unmut zum Ausdruck. „Wir protestierte gegen steigende Mieten und Wohnungsbau, der am reinen Profit orientiert ist“, erklärte einer der Demonstranten, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Übrigens: Bis auf zwei Wohnungen sind bereits alle 115 Wohnungen im Speisehaus der Nationen verkauft. Die Mehrfamilienhäuser befinden sich in der Vermarktung.

Von Danilo Hafer

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