Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wustermark Auf Geschichtstour durchs Olympische Dorf
Lokales Havelland Wustermark Auf Geschichtstour durchs Olympische Dorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:34 28.10.2019
Die Besuchergruppe kam auch zum Hindenburghaus im Olympischen Dorf in Elstal. Quelle: Enrico Berg
Elstal

 „Von hier sind es Luftlinie 14 Kilometer und über die Heerstraße 16 Kilometer bis zum Olympiastadion in Berlin. Das Olympische Dorf Elstal wurde explizit für die XI. Olympischen Sommerspiele von 1936, die in Berlin statt fanden, gebaut.”

Gespannt lauschten die 20 Besucher den Ausführungen von Fremdenführer Siegfried Schreiner. Seit 2006 ist er für die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement tätig und führt Gruppen über den geschichtsträchtigen Boden.

Errichtet in anderthalb Jahren

Die bauliche Planung und die Bauleitung bei der Errichtung des Dorfes oblagen dem Architekten Werner Julius March. Bei der Planung wurde eine spätere Nutzung durch das Militär berücksichtigt. In nur eineinhalb Jahren haben ungefähr 2000 Bauarbeiter 135 ein- und fünf zweigeschossige Unterkunftsgebäude auf dem 55 Hektar großen Areal errichtet.

Olympisches Dorf

Die Saison im Olympischen Dorf endet am 31. Oktober dieses Jahres.

Eine Besichtigung im Winter ist auf keinem Fall möglich.

Ohne eine Führung ist das Betreten des Dorfes nicht erlaubt und außerdem gefährlich.

Ob es auch im kommenden Jahr wieder Führungen geben wird, kann man der Webseite der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement entnehmen.

Diese erreicht man im Internet unter der Adresse: https://www.dkb-stiftung.de/event/fuehrungen-durch-das-olympische-dorf-2/

So entstanden ein repräsentatives Empfangsgebäude, Wirtschaftsgebäude und Sportlerunterkünfte, sowie ein Sportplatz mit Fußballfeld, eine Sport- und eine Schwimmhalle.

Kapazität reichte nicht aus

Sechseinhalb Kilometer Straßennetz gab es innerhalb des Dorfes. 3252 Betten für 3200 Personen konnten aufgestellt werden, 52 Betten seien als Reserve eingeplant gewesen. Jedoch stellte sich bald heraus, dass diese Kapazität nicht ausreichte. In den 140 Unterkünften sollten 3738 männliche Athleten untergebracht werden, die 328  Sportlerinnen brachte man nahe dem Olympiastadion unter.

Inklusive des Begleitpersonals erhöhte sich die Zahl der Gäste aus 49 Nationen auf knapp fünftausend Personen, so dass man einen Teil der Besucher in den neu errichteten Kasernenblöcken außerhalb des Dorfes unterbringen musste.

20 Besucher

„Warum tragen die Häuser alle deutsche Städtenamen?“, war die Frage von Isabelle Schöner aus Berlin. Wie aus der Pistole geschossen kam auch schon die Antwort von Siegfried Schreiner. „Das Dorf sollte ein Dorf des Friedens und der Völkerverständigung sein. Mit den Städtenamen wollte man das Deutschland der 30er-Jahre darstellen.“

Im Gänsemarsch zog die 20-köpfige Besuchergruppe weiter über das Gelände. Das Speisehaus der Nationen mit seinen damals 40 Räumen konnte nur von außen besichtigt werden, da dort zur Zeit gebaut wird. Weiter ging es zu den Sportlerunterkünften.

Ein Zimmer komplett eingerichtet

Im Haus Meißen mit der Nummer 39 ist ein Sportlerzimmer komplett eingerichtet. Der Boden ist noch mit dem Original-Parkett versehen. Zwei Betten, ein Tisch, ein Stuhl und ein Schrank, das war die Ausstattung der Unterkünfte.

Auf dem Tisch steht ein Foto von Jesse Owens. Der US-Amerikaner wurde mehrfacher Goldmedaillengewinner und war beim Publikum sehr beliebt. „Die Olympioniken sollten sich zwischen den Wettkämpfen ausruhen und erholen können, man bot ihnen entsprechend auch ein Unterhaltungsprogramm an”, so Schreiner und führte die Besuchergruppe in das Hindenburghaus. Dort befand sich auf der ersten Etage ein großer Saal, in dem Konzerte, Tanz-, Theater- und Filmvorführungen stattfanden.

Johannes Heesters und Marika Rökk traten auf

Aktuelle Berichte über die Olympischen Spiele, Filmwochenschauen, aber auch Spiel- und Sportfilme wurden gezeigt. Stars wie Zara Leander, Johannes Heesters und Marika Rökk traten in dem großen Festsaal auf. Wer es lieber ruhiger angehen wollte, konnte in einer der drei Saunen auf dem Gelände entspannen.

Die Wehrmacht übernahm nach den olympischen Spielen das Gelände bis Mitte 1945, danach war es bis 1992 in der Hand der sowjetischen Armee.

Lob für die Führung

„Diese Führung war echt super“, schwärmte der 24-jährige Wustermarker Nils Niemeyer. „Als Kind habe ich mal eine Führung mitgemacht, aber daran habe ich so gut wie keine Erinnerung mehr.” Er ist mit dem Areal sehr verbunden. Hat er doch bis letztes Jahr beim ESV Lok Elstal Fußball auf dem Sportplatz im Olympischen Dorf gespielt.

Einer der jüngsten Teilnehmer war Jan Hoffmann, gebürtiger Wustermarker. „Meine Eltern hatten vor einiger Zeit bereits an einer Führung im Olympischen Dorf teilgenommen und waren begeistert. Das wollte ich mir dann auch einmal anschauen”, so der 16-Jährige. Er fand sehr interessant, was Siegfried Schreiner alles zu berichten wusste. „Schade finde ich, dass hier trotz Denkmalschutz einiges verrottet.”

Von Hannelore Berg

Makaber, gruselig, gespenstisch, zombiehaft und immer fantasievoll. Davon konnten sich die Besucher der Gruselnacht bei Karls überzeugen.

20.10.2019

Das österreichische Unternehmen C & P Immobilien errichtet in Elstal in den nächsten Jahren etwa 190 Wohnungen an mehreren Standorten. Von der örtlichen Mieterinitiative wird vor allem kritisiert, dass die modernen Häuser nicht in die Radelandsiedlung passen.

18.10.2019

Das Designer Outlet Berlin in Elstal sucht Modefotos aus den 80er-Jahren und speziell von 1989, egal ob aus Ost oder West. Wer Fotos von seinen Favoriten von damals per Mail an die MAZ schickt, kann attraktive Preise gewinnen.

17.10.2019