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Wustermark Havelländische Eisenbahn ist zurück im Havelland
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14:52 19.04.2019
HVLE-Vorstand Ludolf Kerkeling hat seinen Arbeitsplatz schon in Elstal. Quelle: Jens Wegener
Elstal

Die größte Teil des Unternehmens Havelländische Eisenbahn (HVLE) ist „zurück auf der heimischen Scholle“, wie Vorstand Ludolf Kerkeling sagt. Im Klartext: Das private Eisenbahnverkehrsunternehmen, bei dem der Landkreis Havelland Mehrheitsgesellschafter ist, hat seinen juristischen Firmensitz bereits von Spandau nach Elstal verlagert, der „Rest“ soll in den nächsten Jahren folgen.

Halle für Lok-Werkstatt wird gebraucht

„Wann genau das sein wird, hängt unter anderem davon ab, ob wir Nachnutzer für unser Areal und die Gebäude in Spandau finden“, erklärt Kerkeling. Mit entscheidend sei auch, ob es auf dem Gelände des am Bahnhof Elstal entstehenden Bahn-Technologie-Campus Havelland (BTC) passende Gebäude gibt, um weitere Büros, Sozialräume und eine Halle die Lok-Werkstatt geben wird. „Das müssen wir wirtschaftlich betrachten. Macht es Sinn, in die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude auf dem Campus-Gelände zu investieren, oder bauen wir neu“, so Ludolf Kerkeling.

80 Mitarbeiter sind schon in Elstal

Soweit ist es aber noch nicht. Die Havelländische Eisenbahn, früher Osthavelländische Eisenbahn), ist im Güterverkehr unterwegs, befördert vor allem Baustoffe und Agrarprodukte in weiten Teilen Deutschlands. „Sowohl das Transportvolumen als auch die Umsätze sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Für 2019 planen wir eine Umsatzsteigerung von mehr als 10 Prozent auf deutlich über 50 Millionen Euro und eine Transportleistung von rund 1,7 Milliarden Kilometer“, weiß das Vorstandsmitglied.

Etwa 60 der 115 Mitarbeiter der HVLE gehören jetzt zum Standort Elstal. Darunter sind das Management für die Bereiche Infrastruktur, Vertrieb und Produktion inklusive der Lokführer.

Eisenbahnwaggons werden in Elstal repariert, wie hier die Bremsen. Quelle: ens Wegener

Ebenso werden in einer Halle in Elstal bereits Eisenbahnwaggons gewartet und repariert.

Erschließung des Bahn-Technologie Campus-Areals läuft

Von der im Bahn-Technologie-Campus in Elstal geplanten Konzentration von Unternehmen, die mit Bahnverkehr zu tun haben, gekoppelt mit Institutionen im Bereich Forschung und Technik im Zusammenhang mit der Schiene – davon verspreche sich die HVLE viel. „Wir glauben an diesen Standort, auch wenn jetzt erst die Anlaufphase des Campus begonnen hat“, sagt Ludolf Kerkeling.

Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten auf dem Gelände, Straßen werden in diesem Jahr gebaut. Das Land Brandenburg und der Landkreis Havelland haben zusammen etwa 20 Millionen Euro zur Anschubfinanzierung des BTC bereit gestellt. Das ist aber nur der erste Schritt. Für Neubauten und die Sanierung bestehender Gebäude müssen Unternehmen und Geldgeber gefunden werden. Auch der Bund soll nach den Vorstellungen der Bahn-Technologie-Campus-Havelland GmbH mit ins Boot.

Ausbildung der Lokführer vor Ort

Die Havelländische Eisenbahn sieht mit dem Bahncampus in Elstal auch gute Chancen, Nachwuchs für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Vor allem wenn es gelingt, die Ausbildung von Lokführern dort zu etablieren. „Lokführer ist ein Mangelberuf. Die sind sind noch schwerer zu bekommen, als Pflegekräfte und Erzieherinnen“, weiß Kerkeling. Aber wenn man von Elstal in 30 Minuten am Berliner Hauptbahnhof ist, könnte das junge Leute anlocken.“ Der Personalbestand bei der HVLE wachse stetig, deshalb bilde das Unternehmen schon seit Jahren Industriemechaniker und Lokführer aus. „Weil wir künftig verstärkt mit Hybrid-Loks fahren werden, werden wir auch Mechatroniker brauchen“, so Ludolf Kerkeling.

Von Jens Wegener

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