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Wustermark Investor soll Sanierungsgarantie abgeben
Lokales Havelland Wustermark Investor soll Sanierungsgarantie abgeben
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18:39 18.01.2019
Die Wohnanlage am Ernst Thälmann-Platz in Elstal soll verdichtet werden.
Die Wohnanlage am Ernst Thälmann-Platz in Elstal soll verdichtet werden. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Ein Schritt auf dem Weg zur Erweiterung der Wohnsiedlung am Ernst-Thälmann-Platz in Elstal wird in den nächsten Wochen vollzogen. Vorausgesetzt der Eigentümer – das Immobilienunternehmen Vonovia – verpflichtet sich, neben dem Bau der neuen fünf Mehrgeschosser mit etwa 50 Wohnungen die bestehenden Wohnblöcke zu sanieren.

Sollte das vertraglich festgeschrieben vorliegen, lässt die Gemeinde Wustermark Ausnahmen von der 2017 verhängten Veränderungssperre für die Eisenbahnersiedlung inklusive des Ernst-Thälmann-Platzes zu. Dann könnte der Investor die für die Genehmigung der neuen Wohnblöcke nötigen Stellplätze bauen.

Angst vor steigenden Mieten

Unumstritten ist das gesamte Bauvorhaben nicht. Zunächst hatten sich Mitte 2017 viele Anwohner aus Sorge, sie könnten die Mieten nach eine Sanierung der Wohnblöcke nicht mehr bezahlen, gegen eine Grundsanierung ausgesprochen. Zudem sehen sie ihren Blick ins Grüne mit einer weiteren Bebauung am Ernst-Thälmann-Platz gefährdet.

Der damalige Eigentümer der Wohnanlage Matthias Köppel erklärte die Sanierung für dringend notwendig, räumte aber ein, dass die Mieter beim Ausmaß der Sanierung innerhalb ihrer Wohnung mitreden dürfen.

Die Gemeindevertreter, auch Elstals Ortsvorsteher Matthias Kunze, stimmten am Ende für die Pläne des Investors, „weil Wohnraum in Elstal gefragt ist und die bestehenden Wohnblöcke wirklich sanierungsbedürftig sind“, so Kunze.

Neue Stellplatzanlage wird gebaut

Man sprach sich für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes aus, legte aber parallel eine Veränderungssperre auf das Areal. „Damit soll eine Sicherung und Präzisierung der in der Denkmalschutzsatzung beschriebenen sachlichen Schutzgüter erfolgen. Der Garagenkomplex Ernst-Thälmann-Platz grenzt unmittelbar an die Eisenbahnersiedlung und wurde in den Geltungsbereich aufgenommen, um diesen städtebaulich zu betrachten“, so die Verwaltung. Grundsätzlich sei die beantragte Neugestaltung des Bereiches durch den Abriss der alten Garagen und die Herstellung einer begrünten Stellplatzanlage „eine gestalterisch verträgliche und nutzbringende Verbesserung“, heißt es.

Nach dem Eigentümerwechsel änderte sich an den Plänen nichts. Vonovia übernahm das Areal, will fünf neue Dreigeschosser bauen.

Zum Eigentümer Vonovia

Vonovia selbst bezeichnet sich als „Deutschlands führendes Immobilienunternehmen“.

Gegründet 2001, hat das Unternehmen seinen Sitz in Bochum.

Rund 400000 Wohnungen in vielen Städten und Regionen in ganz Deutschland gehören zum Bestand.

Etwa eine Million Menschen leben in den Wohnungen von Vonovia.

Vonovia setzt verstärkt auf altersgerechten Wohnungsbau. Auch die Wohnumfeldgestaltung sieht das Unternehmen als besonders wichtig an.

Um Aussicht auf eine Baugenehmigung zu haben, muss der Eigentümer ausreichend Parkplätze nachweisen. „In Abstimmung mit dem Bauherrn wurde ein Bedarf von 166 Stellplätzen ermittelt, der zum einen aus 70 für den Altbestand und zum anderen aus 96 für die Neubauten besteht“, so Bauamtsleiter Wolfgang Scholz.

Pläne des Investors wurden den Mietern vorgestellt

Ende November sind in der Wustermarker Gemeindeverwaltung die Unterlagen des Bauherren eingegangen. Danach werden 83 Stellplätze auf der Fläche des bestehenden Garagenkomplexes, der abgerissen wird, nachgewiesen und 83 Stellplätze in der Wohnanlage.

Viele der alten Garagen kommen weg. Quelle: Tanja M. Marotzke

Gleichzeitig beantragte der Bauherr die Ausnahme von der Veränderungssperre mit der Begründung: „Da die Stellplätze einerseits exklusiv den Anwohnern vorbehalten werden sollen, die jetzigen Garagen jedoch teilweise fremdvermietet und wenig flächeneffizient sind, und andererseits im Quartier eine Stellplatznachverdichtung im geforderten Maß nicht möglich ist, bleibt als benötigte Parkplatzgroßfläche nur der Bereich des Garagenkomplexes Ernst-Thälmann-Platz.“

Die Pläne des neuen Eigentümers sind den Mietern Mitte Oktober vorgestellt worden. Auch das Stellplatzkonzept, so Bürgermeister Holger Schreiber. Zu klären seien jetzt noch einige wichtige Belange, wie die zweite Straßenanbindung über den Garagenkomplex der Gemeinde und das Sanierungskonzept des Bestandes. Das soll bis zum Frühjahr erledigt sein.

Von Jens Wegener