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Wustermark Mobilitätskonzept fürs Güterverkehrszentrum geplant
Lokales Havelland Wustermark Mobilitätskonzept fürs Güterverkehrszentrum geplant
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19:36 27.11.2019
Die Kuhdammbrücke über den Havelkanal wird in den nächsten Jahren verbreitert, damit das GVZ eine dritte Ein- und Ausfahrt hat. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wustermark

Die Arbeiten an der Rostocker Straße – der längsten Verbindungsstraße im Güterverkehrszentrum Wustermark – sind im Zeitplan. Der laut Bürgermeister Holger Schreiber „wohl größte Kreisverkehr im Landkreis Havelland“ ab Abzweig Kuhdammweg, der für Giga-Liner ausgelegt ist, ist fertig. Ebenso die eine Seite der Rostocker Straße in Richtung L 202 (Brieselang). „In der nächsten Woche beginnen wir mit der anderen Seite“, sagte Elisabeth Lutz, Planerin von der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH (IPG) am Mittwoch in Elstal. Im Frühjahr 2020 werde die Sanierung der Straße abgeschlossen.

Treffen mit Unternehmern

Einmal im Jahr lädt die Gemeinde Wustermark Vertreter von Unternehmen aus dem GVZ, der Kreisverwaltung Havelland, der Wirtschaftsförderung Brandenburg und von ortsansässigen Institutionen zur Gesprächsrunde ein. Das Schwerpunktthema hieß dieses Mal Mobilitätsmanagement. Es ging um die Frage, wie man ausreichend Arbeitskräfte ins Güterverkehrszentrum bekommt, ohne dass jeder sein eigenes Autos benutzt.

4000 Arbeitsplätze im GVZ

Dem voraus, stellte Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber erfreut fest: „Das GVZ ist zu fast 100 Prozent ausgelastet. Alle vermarktbaren Flächen sind verkauft. Es wurden jetzt etwa 150000 Quadratmeter Fläche mit Hallen und Nebengebäuden entwickelt.“ Mehr als 4000 Menschen haben dort inzwischen einen Arbeitsplatz gefunden. Jetzt müsse man sich Gedanken darüber machen, ob und wie man das angrenzende Gewerbegebiet „Wustermark-Nord“ als Erweiterung nutzen kann, so Schreiber.

Die letzte Meile ist entscheidend

Ausreichend Fachkräfte zu finden, ist aus Sicht vieler Unternehmen nicht nur im Logistikbereich, derzeit schwierig. „Also sollten Sie die Attraktivität ihrer Firmen erhöhen, indem man Anreize schafft, um Leute anzuziehen“, erklärte Matthias Dietz von Autoclub Europa (ACE). Das Unternehmen beschäftigt sich seit einigen Jahren mit allen Fragen der Mobilität, erstellt dazu Konzepte. „Es geht in Wustermark, wie in vielen anderen Gewerbestandorten, um die letzte Meile. Wie kommen die Mitarbeiter beispielsweise vom Bahnhof Wustermark ins GVZ?“, so Dietz. Er sprach mehrere Varianten an: ganz vorn die Anpassung des ÖPNV an die Schichtzeiten.

„Das praktizieren wir schon im Landkreis Havelland“, sagte Dezernent Dennis Granzow. Große Unternehmen wie Amazon oder früher Zalando hätten ihre Wünsche dem Kreis mitgeteilt, sich an der Finanzierung der Buslinien beteiligt, die dann entsprechend ins GVZ gefahren sind. Aber: „Es ist sehr schwierig, denn wenn die Mitarbeiter oft wechseln, ändern sich auch die Bedürfnisse, weil die Leute aus anderen Richtungen kommen.“

Alternativen zum Auto

Andere Anlock-Möglichkeiten seien sogenannte Job-Tickets, wo der Arbeitgeber einen Zuschuss für Mitarbeiter zahlt, die mit Bahn oder Bus kommen. „Inzwischen muss man auch über eine Radanbindung nachdenken. Wer im Umkreis von fünf Kilometern zum GVZ wohnt, würde vielleicht mit dem Fahrrad kommen“, so Dietz. Dazu könnten Firmen sogar ein Rad-Leasing für E-Bikes anbieten, so dass es für den Einzelnen nicht so teuer wird. Und es müssten sichere und trockene Abstellmöglichkeiten für die Räder geschaffen werden.

Sylke Wilde von der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH regte an, im kommenden Jahr eine Mobilitäts-AG für das GVZ Wustermark zu gründen. „Gemeinsam könnten Unternehmen, Landkreis, Wirtschaftsförderung des Landes und die Gemeinde einen Anbieter finden, der ein Mobilitätskonzept erarbeitet.“

Von Jens Wegener

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