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16:01 27.08.2018
Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. An der Seegefelder Kirche erinnert ein Denkmal an die Toten. Die Kirche selbst öffnet zum Denkmaltag und lädt zum Konzert ein. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Hoch hinaus, tief hinab – alles möglich, wenn für den 9. September wieder zum Tag des offenen Denkmals eingeladen wird. Besucher können Kirchtürme erklimmen und in Gruften niedersteigen. Sie können den Tag mit allen Sinnen genießen: können sehen, hören, riechen, schmecken. In seinem 25. Jahr steht der Denkmaltag unter dem Thema „Entdecken, was verbindet“. Am 9. September ist es soweit.

Mit Vivaldi in der Kirche

Das Verbindende, das kann manchmal die Musik sein. In der Seegefelder Kirche von Falkensee können sich die Besucher Sonntag zu einem Konzert zusammenfinden. Mancher wird hier vielleicht seine Denkmal-Rundreise abschließen. Kantor Tobias Beyer hat das Programm zusammengestellt: „Hier können die Besucher man nach einem Tag mit vielen Eindrücken zur Ruhe kommen.“ Er selbst spielt Orgel und Spinett mit zwei Falkenseer Musikerinnen auf Violine und Cello. Werke von Vivaldi und Telemann hat er ausgesucht. Das Blockflötenensemble spielt an dem Tag Musik von Händels Feuerwerksmusik bis zu Yesterday von den Beatles.

Backofenfest in Falkensee

Das Yesterday der Denkmale lässt sich an diesem Tag gut erkunden. Mit dem Backofen auf dem Hof des Falkenseer Museums wird ein Denkmal für diesen Tag wieder in Dienst gestellt. Der Falkenseer Bäckermeister Dirk Ziehm heizt den über 200 Jahre alten Backofen an. Brot und Kuchen aus dem Ofen sind der Renner an diesem Tag, um den das Museum sein mittlerweile 22. Backofenfest feiert.

In der Kunstgalerie des Museums wird die Sonderausstellung „Geschichte der Gärten in Falkensee", eine Ausstellung zum gesellschaftlich-kulturellen Wandel des Hausgartens, gezeigt. Musik und Show für Klein und Groß werden am Nachmittag geboten. Ab 14 Uhr spielt das Jugendblasorchester der Musik- und Kunstschule Havelland unter der Leitung von Christoph Lipke Swing, Klassik, populäre Titel und Filmmusik. Ab 15 wird „Das Feuerwehrmärchen" vom Lindenberger Marion-Etten-Theater erzählt. Eine musikalische Reise vom kleinen grünen Kaktus bis zu Hildegard Knef bieten danach die Berliner Musiker des Kleinstorchesters „Manuel von Eden“ und lassen das Berlin der goldenen Zwanziger aufleben.

Schlosspracht entsteht neu

Die goldenen Zwanziger waren wohl auch für das Schloss Wansdorf glorreich. Um 1910 in neubarocker Pracht gebaut hat es turbulente Zeiten erlebt, wurde zu DDR-Zeiten vom VEG Tierzucht genutzt. Stand nach der Wende viele Jahre leer. Seit 2010 nun wird es von dem Berliner Daniel Claus wieder saniert, am Denkmaltag können Besucher schauen, wie das Haus Stück für Stück wieder gedeiht. Zimmerdecken wurden wieder hergestellt, auch der zweite Salon in der Beletage ist fertig.

Lehmstampfen in Ribbeck

Von Beletage ist man in Ribbeck denkbar weit entfernt. Hier geht es ganz einfach zu; zumindest was die Baumaterialien betrifft. Es geht um die Gutsscheune, die allerdings in ihren Ausmaßen auch sehr stattlich ist. Wie eine Kathedrale mutet die um 1850 erbaute Scheune mit ihrem imposanten Gebälk an, dabei wurden für die Wände die seltene Kalk-Pisé-Technik benutzt. „Daran wollen wir am Denkmaltag anknüpfen“, sagt Architekt Arndt Hermann.

Der Kulturverein Ribbeck lädt zu einem Praxis-Workshop ein. Mitglieder des Vereins bieten Führungen an und erklären die Bemühungen um den Erhalt des Denkmals, das eine Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist. Vor Kurzem gab es Fördergeld für die Reparatur des Daches. „Wir freuen uns, dass nicht nur Schlösser und Kirchen gefördert werden, sondern auch Denkmale der Arbeitswelt unserer Region“, sagt Arndt Hermann.

Richarthof in Nauen öffnet

Einfaches Arbeiten und Leben – das wird am Denkmaltag auch erlebbar in der Bockwindmühle Paretz und im sanierten Richtarthof Nauen, der sich hier erstmals vorstellt.

Dass Häuser immer auch mit Menschen verbunden sind, das hat Bernhard Müller in Schönwalde-Dorf immer wieder erlebt. Er hat im alten Dorfkrug sein Geschäft für historische Bauelemente. Wie ein kleines Ofenmuseum mutet das Haus an. „Aber am Denkmaltag kommen gar nicht die Fachleute für Baumaterialien“, hat er in den vergangenen Jahren beobachtet, „es kommen Leute, die hier früher gefeiert und getanzt haben. Sie freuen sich, dass es das Haus noch gibt. In vielen Dörfern stehen die einstigen Gaststätten leer und verfallen, oder sind sogar schon abgerissen.“

Viele Kirchen sind dabei

Und natürlich ist der Denkmaltag auch in diesem Jahr wieder ein Tag der Kirchen. Viele Gotteshäuser in der Region laden zum Besuch ein: Grünefeld, Schönwalde-Dorf, Groß Behnitz, Berge, Priort, Bötzow, Wansdorf.

Von Marlies Schnaibel

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