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Wustermark Postmeilenstein an der B 5 ist saniert
Lokales Havelland Wustermark Postmeilenstein an der B 5 ist saniert
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18:09 14.06.2019
Der sanierte Postmeilenstein.
Der sanierte Postmeilenstein. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Der Postmeilenstein an der B 5 in Höhe Elstal, hinter der Leitplanke kaum zu erkennen, ist wieder wie neu. Dank des Engagements des Vereins Historia Elstal, besonders von Gisela Wegener und von Initiator der Aktion Tobias Bank, konnte das kleine Denkmal überarbeitet werden.

Der Meilenstein wurde gereinigt, viele Stellen gespachtelt und mit einer Grundierung überzogen. Das hat Restaurator Manfred Särig aus Berlin in den letzten drei Wochen mit seinem Team erledigt. Nicht verändert wurde das Fundament des etwa 1871 aufgestellten Wegweisers. Das hatte sich im Laufe der Jahre zwar etwas geneigt, sei aber standsicher, so die Experten.

5000 Euro investiert

Der Verein Historia Elstal hatte sich vor mehr als 20 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Geschichte Elstals zu erforschen, zu bewahren und sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. „Dazu gehört auch diese Postmeilensäule“, sagte Werner Moschall, Vorsitzender von Historia. Der Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, dieser gut drei Meter hohen Säule wieder ein angemessenes Äußeres zu verschaffen. 5000 Euro kostete die Restauration, bisher sind 700 Euro aus Spenden zusammengekommen. „Es ist also noch Luft nach oben“, so Moschall. Bei jeder Veranstaltung von Historia werde die Spendenbox aufgestellt.

Restaurator aus Berlin

„30 Kilometer von Berlin“ – so lautet die Inschrift des Meilensteines. Weil der Verein „Forschungsgruppe Meilensteine“ sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um diese „Wegweiser vergangener Tage“ kümmert, hatten die Historia-Leute mit den Experten Kontakt aufgenommen und erfragt, wie und wo die Sanierung erfolgen könne. „Und dann waren diverse Absprachen mit der Unteren Denkmalbehörde nötig“, so Gisela Wegener. Am Ende hat alles geklappt, auch dank der Unterstützung der örtlichen Feuerwehr, die während der Reinigungsarbeiten das Wasser an den Standort bringen musste.

80 Steine an der „Neuen Hamburger Chaussee“

Insgesamt 80 dieser Meilensteine wurden 1832 an der „Neuen Hamburger Chaussee“ auf preußischem Gebiet bis Groß Warnow gesetzt: Sinn und Zweck dieser Säulen bestand darin, die Gebühren für die Reisenden mit den Postkutschen und die Nutzer der Post genau berechnen zu können. Damals waren die Entfernungsangaben noch in Preußischen Meilen (entspricht 7,5324 Kilometer) enthalten.

Das änderte sich 1875 mit der Einführung des Meters und Kilometers Deutschland. In der Folge wurden alle Ganzmeilensteine im Abstand von zehn Kilometern vom Nullpunkt aus neu versetzt. Der Nullpunkt war ab 1845 der Kandelaber am Berliner Stadtschloss. Von Berlin kommend, ist Elstal der dritte Meilenstein, es folgen im Osthavelland weitere an den Ortseingängen in Nauen und Ribbeck, Wagenitz und in Friesack. Besitzer des Postmeilensteines ist das Land Brandebnburg.

Von Jens Wegener