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Wustermark Riesen-Sammlung originaler Postkarten vom Olympischen Dorf
Lokales Havelland Wustermark Riesen-Sammlung originaler Postkarten vom Olympischen Dorf
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20:12 05.04.2019
Sandra Schröpfer mit einigen ihrer Lieblingskarten vom Olympischen Dorf.
Sandra Schröpfer mit einigen ihrer Lieblingskarten vom Olympischen Dorf. Quelle: Jens Wegener
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Elstal

 Eindrücke vom Olympia-Lazarett im Innern, von der Sporthalle mit dem Boxring, den es längst nicht mehr gibt oder von der Landschaft vor dem Speisehaus der Nationen mit der Finnischen Sauna – festgehalten auf originalen Postkarten. Etwa 150 bis 200 Stück vom Olympischen Dorf von 1936 hat Sandra Schröpfer bisher in ihrem Besitz, „aber es werden mehr“, weiß die 35-Jährige.

Sandra Schröpfer mit ihren Sammelalben. Quelle: Jens Wegener

Rechnet man die etwa 400 Foto- und Postkarten über den Truppenübungsplatz Döberitz dazu, umfasst die Sammlung der Elstalerin schon 550 bis 600 Stück.

Mit dem Offizierkasino fing es an

Dabei hat sich Sandra Schröpfer, die von Beruf Mediengestalterin ist, mit Elstal und der Geschichte des Ortes erst seit 2011 zu tun, als sie aus Berlin ins Havelland gezogen ist. „Als die DKB-Stiftung im Olympischen Dorf einmal im Jahr ein Sportfest mit Speerwerfen und Kugelstoßen mit bekannten Sportlern organisiert hat, war in vor der Kulisse und dem Ambiente begeistert“, erinnert sich Sandra. Sie selbst ist nicht nur sportlich interessiert, sondern hatte es als Jugendliche sogar in den deutschen Nationalkader in der Sportart Karate geschafft.

„Mein Geschichts-Interesse an der Region wurde geweckt, als es um den Abriss des alten Offizierskasinos in Dallgow ging. Irgendwie hat es mich fasziniert zu vergleichen, wie es an bestimmten Orten früher und heute aussieht. Ich finde es schade, wenn historisch bedeutende Gebäude plötzlich vom Erdboden verschwinden.“

Karten aus aller Welt gekauft

Sandra Schröpfer begann viel über Döberitz und das Olympische Dorf in Elstal zu lesen, kaufte Bücher über die Online-Plattform Ebay, darunter auch das Buch zu den Olympischen Spielen von 1936.

Eine Karte zeigt den Eingang des Olympia-Dorfes von 1936. Quelle: Jens Wegener

„Ebay ist sozusagen schuld daran, dass ich heute solche Dinge sammle und viel Geld dafür ausgebe“, sagt die 35-Jährige. Aus der ganzen Welt hat sie Postkarten und Fotokarten ersteigert, gekauft oder eingetauscht. „Und viele dieser Karten sind von Soldaten, Sportlern oder deren Familienmitgliedern beschrieben worden, so dass man auch aus der damaligen Zeit und dem Leben etwas erfährt“, sagt Sandra. Stolz präsentiert sie Karten mit verschiedenen Ansichten des Truppenübungsplatzes Döberitz, auf denen der Wasserturm zu sehen ist.

Unterschiedliche Ansichten vom Truppenübungsplatz Döberitz. Quelle: Jens Wegener

„Wenn man das aus allen Himmelsrichtungen betrachten kann, bekommt man einen viel besseren Eindruck.“

Im Verein Historia Elstal engagiert

Mittlerweile sind schon vier Alben voll. Einige Karten, so sagt die Sammlerin, seien bis zu 300 Euro wert. Jeden Monat investiere sie mehrere hundert Euro, wenn sie im Internet nach neuen Stücken sucht. Aber auf das Geld komme es ihr nicht an. „Ich möchte möglichst viel über beide Orte zusammentragen und irgendwann vielleicht mit Karten aus meiner Sammlung mal eine große Ausstellung machen.“

Längst ist Sandra Schröpfer Mitglied im Verein „Historia“ in Elstal geworden. Der veranstaltet neben diversen Ausstellungen, meist in der Bürgerbegegnungsstätte in Elstal, auch das jährliche Eisenbahnfest in Elstal, so auch wieder am 5.Mai. Was für Sandra Schröpfer ein besonderer Tag wird, denn sie ist neben Romy Kunze diejenige, die bei den stündlichen Rundfahrten durch Elstal im Bus den Teilnehmern möglichst viel über den Ort und natürlich über das Olympische Dorf erzählen wird. „Darauf muss und werde ich mich gut vorbereiten“, sagt Sandra. Erstmals soll beim diesjährigen Eisenbahnfest der alte Wasserturm am Bahnhof geöffnet werden.

Von Jens Wegener