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Wustermark Schwalbenhotel wird um 15 Meter versetzt
Lokales Havelland Wustermark Schwalbenhotel wird um 15 Meter versetzt
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08:09 18.05.2019
Zwischen Ketzin und Paretz stehen einige Schwalbenhotels. Quelle: Tanja M. Marotzke
Priort

Das Schwalbenhotel in Priort wird aufgestellt, wie vorgesehen auf einer Wiese am Neubauernweg, allerdings um 15 Meter weiter weg von den Wohnhäusern. „Nach mehrfacher ausführlicher Prüfung des Projekts sind keine Punkte erkennbar, die objektiv gegen den diesen Standort sprechen. Die Bedenken der Anwohner lassen sich nicht erhärten“, sagt Jens Kroischke von der Gemeindeverwaltung Wustermark.

Sorgen sind unbegründet

Der Priorter Ortsbeirat hatte sich schon vor Wochen mit knapper Mehrheit für den Standort ausgesprochen. Einige Anwohner im benachbarten Wohngebiet „An den Schraan“, darunter Familie John, sind dagegen, weil sie befürchten, dass ihre Häuser und Grundstücke vom Schwalbenkot in Mitleidenschaft gezogen werden und sie sehr viel mehr Lärm ertragen müssen, wenn die Schwalben fliegen (MAZ berichtete).

All das ist aber nicht der Fall, wenn man dem Umweltverantwortlichen der Wustermarker Gemeindevertretung Jens Kroischke und auch dem Wustermarker Gemeindevertreter der Grünen Thomas Karrei, der sich beruflich auch mit solchen Bauten beschäftigt, Glauben schenken darf.

Natürliche Geräusche

„Derzeit beträgt der Abstand vom Schwalbenturm zum ersten Haus 65 Meter, selbst wenn noch ein anderes Grundstück bebaut werden sollte, sind es noch 50 Meter“, sagt Kroischke.

Zum Schwalbenhotel

Das Grundstück, auf dem das Schwalbenhotel mit 48 Kunstnestern für Mehlschwalben aufgestellt wird, gehört der Heinz- Sielmann-Stiftung. Es wird von der Firma Döberitzer Heide-Galloways als Weide für Bio-Freilandrinder genutzt.

Zwischen der Heinz-Sielmann-Stiftung, der Döberitzer Heide-Galloways und der Gemeinde Wustermark wurde ein entsprechender Gestattungsvertrag abgeschlossen.

Sowohl der Weiderinderbestand als auch die benachbarten Flächen der Döberitzer Heide sichern mit ihren Insektenvorkommen das Nahrungsangebot für die Schwalbenkolonie.

In unmittelbarer Nähe verlaufende unbefestigte Wege in Richtung der Döberitzer Heide, in denen temporär auch über längere Zeiträume Pfützen stehen, bieten darüber hinaus lehmiges Nestbaumaterial für die Schwalben.

Die Unterhaltung und Kontrolle des Schwalbenhotels soll die Firma Döberitzer Heide-Galloways übernehmen.

Er hatte sich im Vorfeld des Projektes sowohl mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, die den Standort genehmigt hat, als auch mit dem Fördermittelgeber der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg abgestimmt.

Fest steht: Das Zwitschern von Schwalben verursacht Lärm. „Dabei handelt es sich um natürliche Geräusche, die nachweislich subjektiv anders beurteilt werden, als der Lärm von Maschinen oder Geräten“, so Kroiscke und erklärt: „Setzt man das Geräusch von zwitschernden Schwalben in einem Meter Abstand zum Nest beispielsweise mit 80 dB an, sinkt der Schalldruckpegel auf etwa 44 dB in 64 Meter Entfernung, was einer typischen ruhigen Wohnung entspricht. Also kann bei einem Abstand der Wohnhäuser von mehr als 50 Meer nerviger Lärm ausgeschlossen werden.“

Kotbretter helfen

Ebenso verhalte es sich mit dem Kot der Vögel. Denn: Schwalben koten wegen der Gewichtsreduzierung vor allem beim Start aus dem Nest. „Auch den Kot des Nachwuchses den die Eltern-Vögel in kleinen Beutelchen aus dem Nest bringen, lassen sie unmittelbar fallen. Das ist der Grund, warum Fassaden unter Schwalbennestern bekotet werden und Kotbretter dagegen helfen können“, sagt Kroischke. Alle Fachleute, mit denen der Wustermarker Verwaltungsmitarbeiter dazu gesprochen hat, würden ein Bekoten der benachbarten Häuser in Priort „für nahezu ausgeschlossen halten“.

Ortsvorsteher Reiner Kühn (CDU) kann trotz dieser Argumente die Haltung der Anwohner der Wohnsiedlung nachvollziehen. „ Es gibt meiner Meinung nach einen besseren Standort ein paar hundert Meter entfernt auf einer Gemeindewiese. Dort gibt es viele Fliegen beim Rindermist. Ich verstehe nicht, warum wir auf die Sorgen der Anwohner nicht eingehen.“

10000 Euro Fördermittel

Auch nach der Verschiebung des Standortes um 15 Meter, worüber in der jüngsten Ortsbeiratssitzung informiert wurde, zeigten sich die Vertreter der Anwohner der Siedlung „An den Schraan“ nicht zufrieden. Trotzdem wird demnächst gebaut, der Grund und Boden auf der Wiese wurde bereits untersucht, das Fundament soll in den nächsten Wochen hergestellt und der Turm aufgestellt werden, denn die rund 10000 Euro Fördermittel müssen bis 30. Juni abgerechnet sein.

Von Jens Wegener

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