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Wustermark Umgehungsstraße rückt in weite Ferne
Lokales Havelland Wustermark Umgehungsstraße rückt in weite Ferne
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19:34 07.08.2019
Nadelöhr L 863 in Wernitz: Der Verkehr rollt durch den Ort, was besonders in der S-Kurve gefährlich ist. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wernitz/Wustermark

 Es ist nicht die Nachricht, die sich die Wernitzer erhofft haben: „Aus verkehrswirtschaftlicher Sicht kommen alle neun ins Auge gefassten Varianten für eine Ortsumgehung von Wernitz nicht in Frage.“ Zu diesem Ergebnis kommt das von der Gemeinde Wustermark beauftragte Verkehrsplanungsbüro IVV Achen/Berlin. Mitarbeiter Stefan Friedemann erläuterte Dienstagabend in der internen Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Wernitz im Wustermarker Rathaus die Gründe.

Suche nach anderen Wegen der Finanzierung

Einfach gesagt: Die Belastungen durch den Verkehr in und um Wernitz sind nicht ausreichend, damit sich das Land Brandenburg in der Pflicht sieht, den Bau einer Umgehungsstraße in den Landesstraßenbedarfsplan aufzunehmen, so Uwe Schollän von der Wustermarker Verwaltung. „Das heißt aber nicht, dass die Umgehungsstraße tot ist. Wir müssen jetzt andere Wege der Finanzierung suchen, gemeinsam mit dem Landkreis, den Unternehmen Hermes und Mosolf und dir Stadt Ketzin/Havel.“

Auch die L 86 müsste erneuert werden

Denn die Gemeinde Wustermark halte an ihrem Standpunkt fest: „Der Verkehr, insbesondere der Lkw-Verkehr, ist für viele Bürger in Wernitz eine besondere Härte. Die Ortsdurchfahrt der Landesstraße 863, die zu dem Gewerbegebiet in Etzin führt, ist für die Masse an Fahrzeugen nicht ausreichend“, so Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber. Er setze unter anderem darauf, dass das land um einen Ausbau der völlig desolaten Landesstraße 86 zwischen Markee und Etzin nicht herumkommen wird und in dem Zuge vielleicht auch eine Entlastung für Wernitz möglich sei.

Die Verkehrssituation Wernitz

Wernitz liegt inmitten eines verkehrlich hoch belasteten Raumes. So begrenzen im Süden die Lehrter Bahn und im Osten die B 5 das Dorf.

Zusätzlich quert die L 863 in westöstlicher Richtung die Ortslage. Diese stellt die Anbindung des logistikorientierten Gewerbegebietes Etzin an die übergeordneten Fernstraßen B 5 und A 10 sicher.

Die in der Automobillogistik agierende Mosolf Group sowie das den Bereich Berlin-Brandenburg bedienende Paketverteilzentrum der Hermes GmbH verursachen als Hauptnutzer des Areals den Großteil des Verkehrsaufkommens auf der L 863.

Zudem bergen die rechtskräftig festgesetzten Bebauungspläne „Mosolf-Technikzentrum Etzin I“ sowie „Mosolf-Technikzentrum Etzin II“ der Stadt Ketzin/Havel noch weitere erhebliche gewerbliche Entwicklungspotenziale.

Zahl der Lkws in Wernitz hat sich in fünf Jahren verdoppelt

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den letzten fünf Jahren ist das Fahrzeugaufkommen in Wernitz signifikant angestiegen. Während im Oktober und November des Jahres 2013 pro Tag durchschnittlich 2371 Fahrzeuge die Ortslage passierten, waren es im August und September des vergangenen Jahres bereits 4228, was ein Anstieg von 78 Prozent bedeutet. Überproportional zugenommen hat der Lkw-Verkehr. Nachdem im fünf Jahre zurückliegenden ersten Messzeitraum 231 Brummis registriert wurden, sind es laut der aktuellen Erfassung 686, also etwa dreimal so viele.

Kriterienkatalog wurde erarbeitet

Der Anwohnerprotest nahm zu,

Es wird eng, wenn sich zwei Lkw begegnen. Quelle: Foto: © Tanja M. Marotzke

Blitzer am Ortseingang

Die Anwohnervertreter schlugen zudem eine Reihe kurzfristig realisierbarer Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vor. Es wurde ein Blitzer am Ortseingang aus Etzin kommend aufgestellt, auch ein Geschwindigkeitsanzeigetafel in Richtung Etzin. Zu dem geforderten Nachtfahrverbot für Lkw in der Ortslage Wernitz gibt es noch keine Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises. Bürgermeister Holger Schreiber: „Wir sollen bis Ende August einen Bescheid erhalten.“

Die Arbeitsgemeinschaft werde weiterarbeiten, sagt Uwe Schollän. Jetzt gehe es darum, die Belastungen für die Wernitzer in den Vordergrund zu stellen und so das Land zum Einlenken zu bewegen.

Von Jens Wegener

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