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Wustermark Millionenausgaben für den Brandschutz
Lokales Havelland Wustermark Millionenausgaben für den Brandschutz
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19:42 23.10.2018
Sie stehen zusammen – die Feuerwehrleute der Gemeinde Wustermark und die Kommunalpolitiker aller Fraktionen. Quelle: Jens Wegener
Wustermark

Als hätte die Gemeinde Wustermark mit den Schulneubauten in Wustermark und Elstal nicht genug Investitionsvorhaben zu bewältigen, gilt es im Bereich Brandschutzes eine weitere finanzielle Hürde zu überspringen. Insgesamt 7 bis 8 Millionen Euro muss die Gemeinde in den nächsten sieben Jahren in den „abwehrenden Brandschutz“ investieren – Fahrzeuge, Gerätehäuser, Ausrüstungen der Kameraden müssen auf die aktuellen Erfordernisse anpasst werden.

So steht es in der Ergänzung zum Gefahrenabwehrbedarfsplan bis 2024, den die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit der Wustermarker Wehrführung aufgestellt hat.

Drehleiter ist für hohe Gebäude unverzichtbar

Zwei Positionen, die miteinander verknüpft sind, ragen dabei besonders heraus. So muss bis 2020 ein Drehleiterfahrzeug für die Elstaler Feuerwehr angeschafft werden. Bis zu 650 000 Euro wird es kosten, sagt Gemeindewehrführer Jürgen Scholz und erklärt: „Diese Technik ist notwendig, weil es in der Gemeinde mittlerweile so viele neue hohe Gebäude gibt oder geben wird. Im Ernstfall können Personen nicht mehr ohne Drehleiter gerettet werden.“

Bei einem Brand in der Eulenspiegelsiedlung in Elstal mussten mehrere Personen über den Balkon gerettet werden. Quelle: Julian Stähle

Diese Gebäude entstehen in der Heidesiedlung und im Olympischen Dorf in Elstal. Sie stehen aber auch bereits im Ortsteil Wustermark.

Derzeit existiert zwischen der Stadt Nauen und der Gemeinde Wustermark eine Vereinbarung, dass die in Nauen stationierte Drehleiter auch in Wustermark zum Einsatz kommt. „Aber inzwischen sind die vorgegebenen Rettungszeiten nicht mehr einzuhalten, weil die Anfahrt zu lange dauert“, so Scholz. Ebenfalls für den Bereich Elstal müsse ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (450 000 Euro) angeschafft werden. Es enthält sowohl Geräte und Ausrüstungsgegenstände der Brandbekämpfung sowie für die erweiterte technische Hilfe.

GVZ-Firmen zahlen eine „Brandschutzabgabe“

Beide Fahrzeuge sind zu großen Teilen aus den sogenannten Brandschutzfolgekosten finanzierbar. Dabei handelt es sich um Einnahmen, die die Gemeinde von Firmen aus dem Güterverkehrszentrum für den Brandschutz erhält. Die restliche Summer muss aus dem laufenden Haushalt kommen.

Was allerdings die Gemeinde vor viel größere Probleme stellt, ist die Investition in das Elstaler Feuerwehrdepot. Wenn die neue Drehleiter da ist muss das derzeitige Gerätehaus vergrößert werden. Genauer gesagt, es muss ein Anbau nach vorn in Richtung Ernst-Walter-Weg erfolgen, damit das Fahrzeug untergestellt werden kann. Eine grobe Schätzung, ohne Planungskosten, geht für die Erweiterung der Fahrzeughalle von etwa 50 000 Euro aus.

Planung für Neubau des Gerätehauses Elstal bis 2023

Ist das geschafft, wird 2023 die Planung eines kompletten Neubaus für die Elstaler Feuerwehr beginnen. Noch gibt es nicht mal einen Standort, der muss sich unter anderem auch danach richten, wie groß das neue Depot sein wird und welche zusätzliche Nutzungen dort erfolgen sollen. Angedacht ist zum Beispiel, dass ähnlich wie in Etzin und Brieselang, auch in Elstal neben der Feuerwehr eine Rettungswache mit Fahrzeug integriert wird. Kosten für Planung (500 000 Euro) und Bau (5 Millionen Euro) sind geschätzt.

Eine andere Baustelle wird das Feuerwehrdepot in Priort. Nach dem geplanten Einbau einer Abgasabsauanlage in diesem Jahr soll 2021 angebaut werden. Es gelte geschlechtergetrennte Umkleiden und ein extra Jugendbereich zu schaffen, so Jürgen Scholz. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei 300 000 Euro. Hinzu kommen etwa 50 000 Euro für 20 Stellplätze für die Feuerwehrleute.

Die werden aber erst gebaut, wenn der Potsdamer Weg in Priort hergestellt ist. Außerdem erhalten die Gerätehäuser in Priort, Hoppenrade und Wustermark 2021 eine Notstromeinspeisung, was etwa 240 000 Euro kosten wird. Diese Investition sei notwendig, weil bei einem übergreifenden Stromausfall die Feuerdepots erste Anlaufstelle für die Bürger in den Orten sind, so der Gemeindebrandmeister. „Damit wird zudem die Einsatzbereitschaft der Wehren dauerhaft gewährleistet.“

Bürgermeister weist anonyme Kritik an der Feuerwehr zurück

Dass die Wustermarker Gemeindevertreter den nahezu täglichen Einsatz der Feuerwehrmänner und -frauen sehr wohl zu schätzen wissen, verdeutlichten sie jetzt mit einer nicht alltäglichen Aktion. Am Elstaler Deport kamen sie mit Vertretern aller Wustermarker Ortsfeuerwehren zusammen, um sich gemeinsam gegen Vorwürfe zu wehren, die seit etwa einem halben Jahr, wie Bürgermeister Holger Schreiber sagt, per anonymer Emails verschickt werden.

„Es geht dabei um Kritik an Feuerwehrleuten als auch an der Arbeit der Feuerwehr, die aber in keiner Weise berechtigt ist“, so Schreiber. Hier wolle jemand versuchen, unsere Feuerwehren in Misskredit zu bringen. Wir haben alles überprüft, haben auch auf die Emails geantwortet und den Absender zu einem Gespräch eingeladen. Aber gemeldet hat sich niemand. Das ist feige.“

Von Jens Wegener

Die Elstaler Feuerwehr braucht eine Drehleiter und ein größeres Depot. In Priort steht ein Anbau an das Gerätehaus an. Das sind nur einige der Investitionen, die auf die Gemeinde Wustermark zukommen.

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