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Havelland Ziele beim Klimaschutz werden nicht erreicht
Lokales Havelland Ziele beim Klimaschutz werden nicht erreicht
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22:13 26.02.2018
Elektroautos sind ein wichtiger Baustein bei dem Vorhaben, die CO2-Bilanz zu verbessern. Quelle: JACQUELINE STEINER
Havelland

Ein Klimaschutzkonzept mit 13 Handlungsfeldern hatte der Kreistag 2013 fürs Havelland und insbesondere für die eigenen Liegenschaften und Fahrzeugflotten beschlossen. Doch die Umsetzung ist holprig: „Wir sind in der Verwaltung auf einem guten Weg, werden aber die bis 2030 gestellten Ziele nicht erreichen“, sagt Kreisbeigeordneter Henning Kellner. Dafür sieht er verschiedene Gründe. So gibt es noch Reserven bei der Mitarbeit der meisten Dezernate in der Kreisverwaltung bei diesem Thema, „aber wir müssen auch versuchen, die Bevölkerung und die Kommunen zu erreichen“. Die Vernetzung mit den Kommunen sei noch nicht gelungen. Zudem fügt Umweltamtsleiterin Christine Fliegner hinzu: „2013 war auch noch nicht der große Bevölkerungszuwachs abzusehen.“ Daraus und aus der guten wirtschaftlichen Situation resultiere ein steigender Stromverbrauch.

Das Thema Klimaschutz werde aus ihrer Sicht noch nicht als Gesamtaufgabe der Kreisverwaltung angesehen. Nachholebedarf sieht sie beispielsweise bei der E-Mobilität. Derzeit gibt es in der Verwaltung nur drei Elektroautos – im Umweltamt, im Veterinärbereich und in der Straßenverkehrs-/Ordnungsbehörde. Die Zahl der Ladesäulen ist mit vier ebenfalls noch überschaubar. Demnächst soll eine weitere beim Sozialamt in Falkensee – nach dessen Umzug – errichtet werden sowie in Kooperation mit der Stadt Nauen eine öffentliche Ladesäule am Bürgerservicebüro des Kreises in der Hamburger Straße in Nauen. Zudem entsteht eine Ladesäule am Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) in Friesack, die jedoch nur für Kreisfahrzeuge gedacht ist.

Für die Erarbeitung eines E-Mobilitätskonzeptes für den Landkreis sind jetzt die Fördermittel da. In dem Zuge soll unter anderem untersucht werden, wo es Sinn macht, Ladesäulen zu errichten oder wo Parkboxen entstehen könnten, in denen Pendler ihre teuren E-Mofas oder -Fahrräder sicher unterbringen können, um dann in den Zug zur Arbeit zu steigen.

Um Nachhaltigkeit zu erreichen, würde Kellner sich unter anderem wünschen, dass auf der neuen Fahrzeughalle, die in diesem Jahr im FTZ errichtet werden soll, Solarzellen aufs Dach kommen. Und er bedauert, dass seine Idee des Blockkraftheizwerkes im FTZ aus Kostengründen vom Tisch ist. „Wir müssen von der Kurzfristigkeit weg“, fordert er.

Wenn man etwas bewirken will, dann sollte das Thema Klimaschutz aus Kellners Sicht in der Kreisverwaltung eine ganz andere Bedeutung erhalten. „Es muss ein eigenes Sachgebiet dafür geben.“ Schon vorher sei es nötig, die personelle Besetzung zu verbessern. Es gibt derzeit nur eine feste Stelle, eine weitere wird gefördert, ist aber befristet. Dies führe dazu, dass das Personal öfter wechselt.

Des Weiteren sollen die Kommunen angeregt werden, sich dem Thema mehr zu widmen. Dazu will man Bürgermeister und Amtsdirektor mehr sensibilisieren. „Wir überlegen, eine Steuerungsgruppe Klimaschutz mit Vertretern von Kommunen ins Leben zu rufen, die sich einmal im Vierteljahr trifft und in der Erfahrungen ausgetauscht werden“, so Kellner. Projekte sollen vorgestellt und darüber informiert werden, wo es Probleme gab. In Wustermark etwa werde schon eine Menge getan für den Klimaschutz.

Kellner wünscht sich bei der Umsetzung des Klimakonzeptes auch mehr Unterstützung aus dem Bereich der Abgeordneten. Zudem soll das Energiesparprojekt an Schulen fortgesetzt werden. Und bei einem Speicherprojekt in Kooperation mit Firmen und Planern geht es darum zu prüfen, wie viel überschüssige Windenergie entsteht, wie diese gespeichert und in Spitzenzeiten wieder zur Verfügung gestellt werden kann. Das Ziel sind Empfehlungen. „Wir werden als Landkreis keine Speicher bauen“, so Kellner.

Von Andreas Kaatz

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