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Havelland Zirkus Renz in Falkensee
Lokales Havelland Zirkus Renz in Falkensee
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09:41 22.12.2014
Megan Renz fühlt sich auf dem Arm von Joey Renz und mit den Elefanten im Rücken sichtlich wohl. Sie wächst mit den Dickhäutern auf.
Megan Renz fühlt sich auf dem Arm von Joey Renz und mit den Elefanten im Rücken sichtlich wohl. Sie wächst mit den Dickhäutern auf. Quelle: Konrad Radon
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Falkensee

So leicht wie die dreijährige Megan mit einem strahlenden Lächeln in den Spagat geht, so sehr erwartet sie dafür bewundernde Worte. Lob und Applaus für artistische Kunststücke wird die Kleine in ihrem Leben noch oft bekommen: Megan wurde in eine Zirkusfamilie hineingeboren, damit ist ihr beruflicher Weg klar. „Einmal Zirkus, immer Zirkus“, sagt ihre Mutter Ramona Renz. „Wenn Megan mal was anderes machen will, ist das natürlich in Ordnung“, fügt die 28-Jährige hinzu. Das gehe jedoch den wenigsten Zirkuskindern so. Megan will jetzt schon alles mitmachen. 

Die jüngsten Familienmitglieder sind die Weihnachtswichtel
Ramona Renz ist selbst in einem Zirkus aufgewachsen. Seit zehn Jahren geht sie mit dem Zirkus ihres Mannes Armando Renz auf Tour. Über Weihnachten gastieren sie in Falkensee – am Kreisel an der Spandauer Straße. „Wir machen jedes Jahr einen Weihnachtszirkus“, erzählt Ramona Renz, die mit ihrer Familie über die kompletten Feiertage in der Manege sein wird. Dazu spicken sie die zweistündige Show mit weihnachtlicher Musik und Kostümen. Die jüngsten Familienmitglieder – Megan, ihr Bruder Diego (7) und Cousin Jimmy (7) – sind die Weihnachtswichtel. 
Auch im vergangenen Jahr verbrachten die 25 Mitglieder der Familie Renz das Weihnachtsfest schon in Falkensee – weil das Programm hier so gut ankam, kamen sie wieder. Danach geht es zurück ins Winterquartier im mecklenburgischen Lübtheen. 

Weihnachtsbäume für die Tiere
„Der Baumarkt hat uns sogar Weihnachtsbäume geschenkt“, freut sich Ramona Renz. Damit haben sie die Wohnwagen der Familie und der beiden Artisten aus Tschechien und Spanien geschmückt. Auch in den Ställen der 18 Pferde – darunter das Fußballpferd Berti – hat Familie Renz einen Tannenbaum aufgestellt. „Bei den Elefanten geht das leider nicht, die würden die Bäume ja auffressen“, sagt Ramona Renz. 
Die drei indischen Elefanten Maja, Laika und Delhi sind die tierischen Stars vom Zirkus Renz. Autofahrer werden dieser Tage an der Spandauer Straße von den Elefantendamen begrüßt. Ramona Renz’ Schwiegermutter Roswitha und ihr Mann Franz, die den Zirkus leiten, kauften die drei Tiere in den späten 1970er Jahren. „Da waren die Elefanten fast noch Babys, wir haben sie mit der Flasche großgezogen“, erzählt Roswitha Renz. 

Die Elefanten kennen ganz Europa
In den 1980er und frühen 1990er Jahren reisten sie mit den drei Elefantendamen durch ganz Europa: Von den Niederlanden über Frankreich bis nach Norwegen bewunderten die Zuschauer ihre Artistennummer mit den Elefanten: Franz Renz führte die Dickhäuter als Dompteur in die Manege und Roswitha Renz turnte auf den Tieren. 
Heute treten Ramona Renz und ihr Mann Armando mit den Elefanten auf. „Als wir die Nummer vor zehn Jahren an die nächste Generation abgegeben haben, war es schon sehr emotional“, erzählt Roswitha Renz. „Aber so ist nun einmal der Lauf der Dinge“, fügt sie hinzu. Sie sei ja in ihrem jetzigen Alter auch nicht mehr die Fitteste. 

Von Generation zu Generation
Die 59-Jährige ist mittlerweile vor allem für die Organisation zuständig. „Und ich gebe den Jüngeren Tipps beim Training“, sagt sie. „Das wird immer so weitergehen, die nächste Generation wächst auch wieder heran“, sagt sie und spielt auf Megan und ihren Bruder Diego an. Megan sammelt schon heute ganz selbstverständlich die Kötel der Elefanten mit ihrer Kinderschubkarre ein. Wenn es nach ihr ginge, würde sie jetzt schon mit auf den Elefanten turnen. Ihre Mutter Ramona Renz will damit lieber noch ein Jahr warten.

Kartoffelsalat mit Würstchen
Dass die Familie auch die Feiertage in der Manege verbringt, ist für Roswitha Renz ganz normal. Am Nachmittag läuft die Vorstellung und danach essen alle Zirkusleute in ihren Wägen Kartoffelsalat mit Würstchen. Das Festtagsessen mit Gans, Rotkohl und Klößen gibt es dann am ersten Weihnachtstag. „Am Heiligabend machen wir dann natürlich auch eine Bescherung“, erzählt Roswitha Renz. Die Kinder könnten das kaum abwarten. 

Die Tiere kommen immer zuerst
Aber zuerst seien die Tiere dran. Neben den Elefanten und den Pferden werden noch die Lamas, die Hunde und Hängebauchschweine gefüttert. „Die Tiere gehen bei uns vor“, sagt sie. Einzig das Festtagsmahl der Hängebauchschweine dürfe in diesem Jahr nicht zu üppig ausfallen. „Die Tiere sind so dick geworden, dass sie in der diesjährigen Weihnachtsshow gar nicht auftreten können“, sagt sie und lacht.

Weihnachtszirkus Renz in Falkensee

  • Unter dem Namen Renz reisen mehrere Zirkusfamilien durch Deutschland und das europäische Ausland. Sie entstammen dem 1842 von Ernst Jakob Renz in Berlin gegründeten Familienunternehmen.
  • Unbekannte fragen mitunter im Namen des Zirkus Renz um Geld für die Tiere. Die Geschäftsführerin Roswitha Renz warnt jedoch vor solchen Trickbetrügern. Der Zirkus geht nicht betteln.
  • Vom 20. Dezember bis zum 4. Januar gastiert der Weihnachtszirkus am Kreisel der Spandauer Straße gegenüber vom Baumarkt Hellweg.
  • Von Montag bis Sonnabend beginnt die zweistündige Show täglich um 16 Uhr, am Sonntag um 14 Uhr. Am Heiligabend läuft die Vorstellung um 13 Uhr, einzig am 1. Januar ist Ruhetag – da gibt es keine Veranstaltung im Weihnachtszirkus.
  • Tickethotline: 0162/16 43 457

Von Anja Meyer

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