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Havelland Zurück zur Natur: Erkenntnisse auf der Havel
Lokales Havelland Zurück zur Natur: Erkenntnisse auf der Havel
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12:02 10.08.2019
Rocco Buchta, Dieter Dombrowski, Guido Quadfasel, Edeltraud Massow, Wolfgang Schröder und Sebastian Steineke (von links). Quelle: Rebecca Kral
Strodehne

Mit Hut und guter Laune trafen sich am Donnerstagvormittag Landtagskandidat Dieter Dombrowski und Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke (beide CDU) zu einer Bootstour auf der Havel am Gülper See.

Die Havel-Renaturierung hat Fahrt aufgenommen. Dieser Tage haben sich Kommunal-, Bundes- und Landespolitiker dafür interessiert. Mit einem Fischerkahn von Wolfgang Schröder begaben sie sich auf eine Havel-Tour.

Gemeinsam mit der Strodehner Ortsvorsteherin Edeltraud Massow und Guido Quadfasel, Bürgermeister der Gemeinde Havelaue, ließen sich die Abgeordneten von Rocco Buchta vom Nabu-Projektbüro Untere Havelniederung über den aktuellen Stand der Renaturierung des Flusses in ihrem Wahlkreis berichten. Die Fahrt begann bei Fischer Schröder in Strodehne, dann ging es mit dem Angelkahn wasserwärts bis nach Vehlgast und zurück.

Rückbau der Deckwerke

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der Rückbau der Deckwerke und die Entsiegelung der Strände am Rand des Flusses. Es werden Steine und Sand abgetragen, um so den verengten Fluss wieder zu erweitern. Dabei entstanden mehrere Sandstrände.

Die Havel wird renaturiert. Quelle: Rebecca Kral

An einigen Uferstrecken mit Schilfbewuchs liegen noch immer Steine, die jedoch nicht entfernt werden dürfen, da ein Eingriff in den Schilfgürtel untersagt ist. Die Steine bieten Lebensraum für viele Kleintiere. An anderen Stellen wurden Schilfmatten gelegt. Dies ist vom Nabu eigentlich nicht gewollt, da Schilf normalerweise von allein wächst. „Aber an einer Bundeswasserstraße darf es kein ungesichertes Ufer geben”, erklärte Buchta. „Es muss einen Sofortschutz gegeben sein.“

Gute Zusammenarbeit

Buchta betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und spricht von „bester Kooperation” beim Renaturierungsprojekt. Ebenso besteht eine gute Zusammenarbeit im Elb-Havel-Winkel, mit dem Bürgermeister der Stadt Havelberg und den Kommunen. „Wir machen Kopfstände, um der Natur etwas Gutes zu tun”, sagt er. „Wir können froh sein, hier leben zu dürfen.” Auch Sebastian Steineke hat, wie er sagt, „den Eindruck, dass es hier gut funktioniert.”

Mehr Mitarbeiter

Rocco Buchta wünscht sich, dass die WSV (Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung) in naher Zukunft mehr Mitarbeiter zur Verfügung hat. Er bezieht sich dabei besonders auf die Wasserbau-Ingenieure, die unter anderem für Schaltanlagen an den Schleusen zuständig sind. Für den Güterverkehr ist das nicht von großer Bedeutung, sondern für die etwa 6000 Bootsbewegungen pro Jahr, wie der Experte weiß.

Die Politiker nahmen die Havel genau in Augenschein. Quelle: Rebecca Kral

Das Anschließen der Altarme führt zu einer Vergrößerung der Gewässerfläche und begünstigt einen höheren Fischbestand, der für Angler und Fischer nur von Vorteil ist. „Solange die Angler nicht die Schutzgebietsverordnung missachten, sollen sie hier ihren Spaß haben”, erklärt der Flussexperte. Am Altarm in Vehlgast wurde auf der Drossel-Insel ein Auenwald angelegt, der Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen bietet.

Flutrinnen angeschlossen

An der Bundeswasserstraße entlang wurden ebenfalls Flutrinnen wieder an den Fluss angeschlossen. Diese bieten bei zu hohem Wasserstand eine Ausweichmöglichkeit auf die Wiesen trotz des Deiches. Gepflegt werden die Flutrinnen von den Landwirten, denen die Wiesen gehören. Ältere Rinnen haben sich bereits so gut integriert, dass sie sich kaum noch vom restlichen Ufer unterscheiden. Fischer Wolfgang Schröder hatte zur Stärkung Brassen-Burger, Räucherfischsalat mit Ananas und Kartoffelsalat aus eigener Produktion bereitgestellt. Auf dem Wasser und bei bestem Wetter wurden Getränke lokaler Unternehmen in Glasflaschen gereicht – ganz ohne Plastik – umweltfreundlich eben.

Es fehlt noch Geld

Die geplanten Restmaßnahmen sind noch nicht vollständig ausfinanziert. Es fehlen noch etwa 25 Millionen Euro für die Fertigstellung. Ein Teil davon soll für die Große Grabenniederung verwendet werden. „Wir würden gern schon im nächsten Jahr beginnen”, so Buchta. Dann könnte die Havelrenaturierung 2030 abgeschlossen werden.

Das Ufer bekommt die ursprüngliche Form. Quelle: Rebecca Kral

In einem Punkt waren sich alle Anwesenden einig: „Hier ist die Welt noch in Ordnung”, wie Guido Quadfasel feststellt. „Wir können also nicht genug für die ländlichen Gebiete tun”, ergänzt Rocco Buchta zum Abschluss.

Von Rebecca Kral

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