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Havelland Zwei Kommunen kämpfen für Zug-Anbindung
Lokales Havelland Zwei Kommunen kämpfen für Zug-Anbindung
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00:19 30.10.2017
Einigkeit auf Bahnsteig 2: Ronald Seeger und Ilka Lenke wollen gemeinsam für ein attraktives Angebot auf der Linie RE 4 kämpfen.
Einigkeit auf Bahnsteig 2: Ronald Seeger und Ilka Lenke wollen gemeinsam für ein attraktives Angebot auf der Linie RE 4 kämpfen. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow/Nennhausen

Die gemeinsame Initiative steht im Zusammenhang mit der jüngst veröffentlichten Nahverkehrsplanung des Landes Brandenburg. Während auf vielen Strecken von Berlin ins Brandenburger Umland bis zum Jahr 2022 der Zugverkehr verdichtet werden soll, sind für die wichtigste Bahnverbindung im Westhavelland keine Verbesserungen geplant.

„Das wollen wir nicht hinnehmen“, sagt Ronald Seeger. Rathenow sei nach Jahren negativer Einwohnerentwicklung wieder auf dem aufsteigenden Ast. „Viele Menschen haben erkannt, wie lebenswert die Stadt ist“, sagt der Bürgermeister. „Und wir setzen darauf, dass sich dieser Trend fortsetzt“. Allerdings könne das nur funktionieren, wenn das Angebot auf der Bahnlinie nach Berlin verbessert werde. „Bis zu 3000 Rathenower pendeln jeden Tag zur Arbeit in die Hauptstadt“, so Seeger. Um große Zeitverluste zu vermeiden, sei es unabdingbar, den Takt zwischen Rathenow und Berlin zu verdichten. „Wenn die positive Entwicklung in Rathenow anhalten soll, brauchen wir einen Halbstundentakt.“

Verbesserungen fordert auch Ilka Lenke. In den zum Amt Nennhausen gehörenden Bahnhöfen Nennhausen und Buschow halte der Regionalexpress derzeit nur alle zwei Stunden. „Damit werden wir niemanden überzeugen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen“, sagt sie.

Was sie besonders ärgert, ist die Diskrepanz zwischen dem, was in der hohen Politik immer gefordert werde, und dem, was dann tatsächlichen umgesetzt wird. Seit Jahren sei die Rede davon, dass der ländliche Raum gestärkt werden muss. „Und dann wird dieser ländliche Raum abgehängt.“ Für Bewohner des Amtes Nennhausen ist nach Auffassung Lenkes die Bahnlinie RE 4 in zweierlei Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen stelle sie die Verbindung in die Hauptstadt her, in der viele ihrer Arbeit nachgehen.

Zum anderen sei sie der schnellste Weg in die Kreisstadt Rathenow, wo Amtsbewohner vieles erledigten – vom Behördengang über den Wocheneinkauf bis zum Kulturerlebnis. Die Bahn sei die einzige zuverlässige Verbindung in beide Städte – und die müsse gestärkt werden, wenn man die Attraktivität des ländlichen Raumes nicht aufs Spiel setzen wolle.

Lenke und Seeger werden die Abgeordneten ihrer Kommunen über eine Verbesserung der Bahnanbindung abstimmen lassen. Die Zustimmung dürfte ihnen sicher sein. Mit diesem Votum im Rücken wollen sie beim Land gemeinsam dafür werben, bei den Nahverkehrsplänen die Strecke Rathenow – Berlin nicht zu vergessen.

Von Markus Kniebeler