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Havelland Zweifel am Konzept
Lokales Havelland Zweifel am Konzept
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16:17 16.03.2018
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PESSIN

. Seit 2009 versucht ein Investor, das Projekt auf den Weg zu bringen, das vor allem bei den Anwohnern in der Ortslage Pessin Ausbau von Beginn an in der Kritik steht. Sie befürchten zu viel Verkehr, Lärm, Geruchsbelästigungen und auch einen deutlichen Wertverlust ihrer Grundstücke. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb erhielten sie auf einer Einwohnerversammlung am Mittwochabend erneut Gelegenheit, ihre Bedenken anzubringen.

„Es ist für uns unzumutbar. Gegen eine kleine Biogasanlage hätten wir nichts, aber gegen eine solch große haben wir was“, warf eine Anwohnerin ein, die nur 200 Meter vom geplanten Standort entfernt wohnt. Ein anderer meinte, angesichts des zu erwartenden Verkehrs – allein 4000 Fahrten im Jahr, um die Anlage mit Substrat zu beschicken – hätte er auch in Berlin wohnen bleiben können.

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Momentan läuft das Verfahren, um die betreffende Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet zu entlassen. Eineinhalb Jahre habe es gedauert, um mit dem Landesumweltamt und mit der Vogelschutzwarte in Buckow die Bedingungen dafür abzuklären, sagte Jan-Gerd Bayer-Köhler vom Investor BayWa r.e. bioenergy GmbH. So soll es Ausgleichsflächen geben, die dem Vogelschutz dienen, insbesondere den Trappen und Kranichen, aber auch Ortolan oder Feldlerche. Es gehe dabei um ein Prozent der Anbaufläche. Viel zu wenig – bemängelten Einwohner, denen auch die zu erwartende Mais-Monokultur ein Dorn im Auge ist. „Es wird alles durch Fachbehörden begleitet“, versuchte Bayer-Köhler zu beruhigen.

Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Biogasanlage äußerte Andreas Bangert, schärfster Kritiker des Projektes: „Es gibt keine Machbarkeitsstudie und keine Finanzierungszusage.“ Wie solle die Gemeinde wissen, worauf sie sich einlässt. Eine andere Biogasanlage aus dem ByWa-Firmengeflecht sei schließlich bereits insolvent. Darauf sagte Bay-Wa-Projekt-Leiter Frank Gold: „Wenn es soweit ist, wird das Geld bereitgestellt.“ Ähnliches gelte für die nötigen Substratmengen, die für den Betrieb nötig sind, denn derzeit ist nur ein Teil davon unter Vertrag. Es soll aber aus der Region kommen, aus einem Radius von bis zu 30 Kilometern, sicherte Gold zu. Darüber wunderte sich jedoch Burkhard Kunkel aus Paulinenaue. „Bisher war immer die Rede davon, dass 70 Prozent aus einem Radius von 7 Kilometern kommen.“

Nächste Woche will die Gemeindevertretung von Pessin über einen Durchführungsvertrag mit dem Investor beraten. Bürgermeister Christian Meyer sieht es nicht als notwendig an, dass sich die Kommune Gedanken über die Wirtschaftlichkeit macht. „Wir haben Kapitalismus.“ Falls der Betreiber bankrott gehe, kommt der nächste, meinte er. Am Ende der Debatte hielt aber auch Meyer es für nötig, über die Höhe der zu vereinbarenden Rückbau-summe, die vom Investor zu hinterlegen ist, noch einmal zu sprechen.

Abgeordneter Siegfried Keil wies Vorwürfe zurück, dass sich die Gemeindevertretung zu wenig Gedanken über das Projekt gemacht hat: „Nein zu sagen ist das Einfachste.“ (Von Andreas Kaatz)

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