Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Gemeinden im Speckgürtel dürfen weiter wachsen
Lokales Havelland Gemeinden im Speckgürtel dürfen weiter wachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:36 06.02.2019
Neuer Wohnraum mitten in der Stadt: Das letzte Haus der Wohnanlage am Akazienhof in Falkensee soll im Oktober fertiggestellt werden. Quelle: Danilo Hafer
Havelland

Die Stimmung im Schönwalder Rathaus könnte dieser tage schlechter nicht sein. Für Unmut sorgt der jüngst vorgestellte „Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion“, kurz LEP HR. Dieser legt fest, in welchem Umfang und in welchen Bereichen der Speckgürtel rund um Berlin noch wachsen soll. „Wir können uns im Grunde nicht mehr so entwickeln wie es geplant war“, sagte Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU).

Wachstum an den Siedlungsachsen

Der von den beiden Ländern Berlin und Brandenburg erarbeitete Landesentwicklungsplan legt fest, dass neue Wohngebiete weiter nur innerhalb der sogenannten Siedlungsachsen, sternförmig um Berlin herum, möglich sein sollen. Als Orientierung dienen dazu die großen Bahntrassen.

Während sich Falkensee und Dallgow-Döberitz, aber auch Wustermark und Brieselang im Zacken des westlichen Siedlungssterns befinden, liegt etwa Schönwalde-Glien schon außerhalb dieser Zone.

Kritik aus Schönwalde-Glien

Wachstum soll hier nur noch in geringem Maße möglich sein. Die Entscheidung des Landes mache Bürgermeister Bodo Oehme vor allem mit Blick auf das geplante Wohngebiet im Erlenbruch sauer. Auf dem ehemaligen Militärflughafen sollten rund 1500 Wohnungen entstehen. Da das Gelände aber in den Bereich des Freiraumverbunds fällt, die als Frischluftzonen dienen sollen, wäre dieses Projekt im Grunde nicht umsetzbar.

„Das verstehe ich einfach nicht, weil Finanzminister Christian Görke den Kauf des Areals erst möglich gemacht hatte, um es entwickeln zu können“, so Oehme. Da nicht nur Schönwalde-Glien so in eine Art Entwicklungskorsett gezwängt werde, rechnet Bodo Ohme damit, dass einige Kommunen Klage gegen den Landesentwicklungsplan einreichen werden.

Falkensee bleibt Wachstumskern

Der Plan der beiden Länder wird allerdings längst nicht überall so kritisch gesehen. In Falkensee, das als Mittelzentrum eh für die Entwicklung neuen Wohnraums vorgesehen ist, wird der Entwurf begrüßt. „Es ist grundsätzlich sinnvoll gemeinsam zu planen und ein großer Fortschritt gegenüber den 90er-Jahren, als um Berlin herum noch ein grüner Gürtel entstehen sollte“, so Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Man könne eine Ausdehnung Berlins nicht an der Ländergrenze stoppen, da sich auch der Wohnungsmarkt an keine Ländergrenzen halte. In Falkensee kann also auch in Zukunft weiterer Wohnraum entstehen.

Positiv hat auch Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) die neuen Pläne aufgenommen. „Wir sind mit dem Landesentwicklungsplan sehr zufrieden. Um Berlin herum gibt es damit mehr Entfaltungsmöglichkeiten – auch innerhalb unserer Entwicklungsbereiche“, sagte er auf MAZ-Nachfrage.

Mehr Wachstum in Ketzin möglich

In der Stadt Ketzin/Havel möchte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) indes alte Bebauungspläne aus dem Schrank holen, um zu schauen, inwiefern in einigen Bereichen eine Nachverdichtung möglich ist. Da der Gemeinde mehr Wachstum zugestanden wird, könnte insbesondere im Innenbereich und den Ortsteilen noch Entwicklungspotenzial stecken.

Wenig Einfluss hat der zweite Entwurf des LEP derweil auf die Stadt Nauen, wie die Verwaltung mitteilte. Die Stadt ist weiterhin Mittelzentrum. Es habe zudem bereits positive Rückmeldungen vom zuständigen Ministerium für die Unterstützung künftiger Vorhaben gegeben.

Von Danilo Hafer

Die Rechnungsprüfer des Kreises sind in den anderen Verwaltungsabteilungen nicht immer beliebt. Mit strengem Blick wachen sie darüber, dass das Geld nicht verschwendet wird. Inzwischen gab es dafür ein TÜV-Zertifikat.

06.02.2019

Havellands Landrat Roger Lewandowski drängt erneut darauf, dass der Ausbau der Lehrter Bahnstrecke und der damit verbundene engere Takt der Züge von Rathenow nach Berlin schneller umgesetzt wird als bisher geplant.

06.02.2019

Seit rund einem Jahr gibt es das Innovationsbündnis Havelland. Interessierte Einwohner erarbeiten zusammen mit der Breuninger-Stiftung neue Denkansätze für alle Gesellschaftsbereiche. Was sehr theoretisch klingt soll nun konkrete Ergebnisse zeitigen.

05.02.2019