Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Märkisch Oderland Woidke: Sigmund Jähn war ein „Held der Menschlichkeit“
Lokales Märkisch Oderland Woidke: Sigmund Jähn war ein „Held der Menschlichkeit“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:27 23.09.2019
Sigmund Jähn (rechts) und sein sowjetischer Kollege Waleri Bykowski im August 1978 in Baikonur. Quelle: ADN/dpa
Potsdam

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat den verstorbenen Raumfahrtpionier Siegfried Jähn als „Volkshelden“ und Vorbild für die innerdeutsche Verständigung gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an Jähns Witwe schrieb Woidke: „125 Mal hat er die Erde umrundet und aus dem Weltall keine Grenzen gesehen. Vielleicht war ihm deshalb das Miteinander auf diesem Planeten wichtiger als ein Wettlauf der Ideologien. Ohne Groll hat er viel für die Annäherung zwischen Ost und West getan. Für die Ostdeutschen war er immer ein Held und für viele Westdeutsche ist er es in den letzten Jahren geworden. Und wir Brandenburger hatten immer einen besonderen Draht zu ihm.

Sigmund Jähn sah als erster Deutscher die Erde vom All aus. Dem Kosmonauten war der Heldenstatus stets unheimlich. Weggefährten beschreiben ihn als äußerst bescheiden. Wo er auftrat, wurde er begeistert gefeiert. So auch 1978 in Potsdam.

Die Bürgermeisterin von Sigmund Jähns Wohnort Strausberg (Märkisch-Oderland) verbindet mit dem ersten Deutschen im All gute Erinnerungen. „Obwohl er viel beschäftigt war, stand er bereit, wenn wir ihn brauchten“, sagte Elke Stadeler (parteilos) am Montag. Am Samstag war Jähn im Alter von 82 Jahren in Strausberg gestorben. Er lebte seit Jahrzehnten in der Stadt.

Zuletzt sei Jähn im vergangenen Jahr bei der Wiedereröffnung der Kita „Juri Gagarin“ dabei gewesen, erzählte Bürgermeisterin Stadeler. „Die Kinder kannten ihn zwar nicht, aber die Eltern und Großeltern machten Selfies mit ihrem Helden und waren ganz begeistert.“

Jähn war zweifacher Ehrenbürger von Strausberg: Zunächst wurde er zu DDR-Zeiten ausgezeichnet. Doch mit der Wende war das Ehrenbuch der Stadt geschlossen worden. 2012 erhielt er die Ehrung erneut. „Sigi war ein toller Mensch, liebenswert und sehr bescheiden“, sagte Stadeler, die ihn über Jahrzehnte kannte und auch duzte. Ihre Anteilnahme zu dem Verlust gelte jetzt der Familie.

Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn wurde in Potsdam begeistert empfangen. Die „Märkische Volksstimme“ war ebenfalls begeistert. Quelle: MAZ

Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam, sagte: „Sigmund Jähn hat viel für die Internationalisierung der Raumfahrt und auch der Forschung getan. Was ihn auszeichnete, waren sein Humor und seine Bodenständigkeit.“ Jähn hatte am Vorläuferinstitut des GFZ, dem Zentralinstitut für Physik der Erde, seine Doktorarbeit geschrieben.

Berlin legt ein Kondolenzbuch aus

Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller würdigte die Lebensleistung des Weltraumpioniers: „Sigmund Jähn war ein mutiger Mann, und er war ein Pionier, der ein großes Risiko auf sich genommen hat und der damit der Menschheit neue Dimensionen mit erschlossen hat“, sagte der SPD-Politiker am Montag. Müller fügte hinzu: „Die Berlinerinnen und Berliner trauern um einen sympathischen und verdienten Ehrenbürger unserer Stadt. Wir werden Sigmund Jähn ein ehrendes Andenken bewahren.“ Im Berliner Rathaus wird von Dienstag bis Freitag ein Kondolenzbuch für Jähn ausgelegt.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) würdigte den 82-Jährigen als Identifikationsfigur für viele Ostdeutsche. „Viele Ostdeutsche waren stolz, dass der erste ‎Deutsche im All aus ihrem Land kam‎“, sagte sie. Jähn sei ein Mensch gewesen, der „Heldenhaftes geleistet hat und doch nie ein Held sein wollte“.

Auch sein Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz im sächsischen Vogtland trauert um den ersten Deutschen im All. „Wir haben einen Freund verloren und sind alle tüchtig mitgenommen“, sagte die Leiterin der Deutschen Raumfahrtausstellung, Romy Mothes. Dem Museum war Jähn zeitlebens eng verbunden, er arbeitete über viele Jahre im Vorstand des Vereins mit.

Sigmund Jähn bei einem Festumzug im sächsischen Kamenz im Jahr 2011. Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), sagte, Jähn habe sich „immer als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden. Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen.“

Jähn und sein sowjetischer Kollege Waleri Bykowski waren am 26. August 1978 mit dem Raumschiff „Sojus 31“ vom Raumfahrtzentrum Baikonur aus ins All gestartet – als erster Deutscher. 1983 war der BRD-Astronaut Ulf Merbold der zweite Deutsche im Weltraum.

Sigmund Jähn bei einem Vortrag in Potsdamer Zentralinstitut für Physik der Erde im Mai 1980. Quelle: Lutz Hannemann

Von MAzonline/dpa

Aufgrund von Atemwegsreizungen in einem Discounter in Bad Freienwalde, die durch einen unbekannten Stoff ausgelöst wurden, mussten acht Menschen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Ermittlungen laufen.

18.09.2019

Christian Scholle-Ziefuß liebt die Herausforderung auf dem Pferderücken. Berittenes Bogenschießen, Kosakenreiten hat der Autodidakt aus Müncheberg schon erfolgreich ausprobiert. Jetzt sind die Ritter dran.

05.09.2019

Haben zwei Jungen das Handelscentrum der Stadt Strausberg angesteckt? Die Polizei spricht von Täterwissen bei den beiden.

28.06.2019