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Lokales Musik zur Erinnerung
Lokales Musik zur Erinnerung
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18:30 22.10.2017
Das Streicherensemble der Phoenix-Jugendorchesters spielte die „Romanze für Violine und Streichorchester“.
Das Streicherensemble der Phoenix-Jugendorchesters spielte die „Romanze für Violine und Streichorchester“. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

„Es sollte eigentlich ein Ständchen zu seinem 85. Geburtstag werden. Doch das Leben hat anders entschieden“, sagte Moderator Rainer Gödde am Sonntagnachmittag zu Beginn. Klaus-Peter Bruchmann starb im August diesen Jahres. Mit ihrem Konzert wollten die 40 Musiker des Blasmusikvereins Oranienburg nun das Lebenswerk des Komponisten würdigen. Sie spielten ausschließlich Kompositionen aus dessen Feder. Bis auf das Largo von Dvorak, dessen Musik Bruchmann besonders liebte.

In Borgsdorf war Klaus-Peter Bruchmann 1932 geboren worden und war dort bis zu seinem Tod zu Hause. Bruchmann spielte Klavier und Akkordeon, erste Kompositionen stammen aus seiner Kinderzeit. „So war auch schnell sein Berufswunsch klar: Komponist“, so Rainer Gödde. Als Student in Berlin schrieb er Musik, die das Rundfunkorchester des Rias Berlin und der SFB zur Aufführung brachten. Konzertante Unterhaltungsmusik war seine Leidenschaft. Nach dem Mauerbau musste er sich beruflich neu orientieren, arbeitete als Auftragskomponist für den DDR-Rundfunk. In den 1970er-Jahren entstand der Kontakt zum damaligen Chefdirigenten des Zentralen Orchesters der Nationalen Volksarmee, Gerhard Baumann, einem Freund der sinfonischen Blasmusik. Aus dieser Verbindung resultieren Auftragskompositionen für das große Blasorchester, die auch heute noch im In- und Ausland gespielt werden. Nach der Wende gelang Bruchmann mit dem Werk „Crescendo“ der Durchbruch. Bundesweit.

Bruchmann gründete zudem den „Borgsdorfer Kreis“, ein Komponistennetzwerk, dem unter anderen Hans Hütten, Helmut Sommer, Wolfgang Schumann und Josef Bönisch angehörten und das zum Ziel hat, konzertante Unterhaltungsmusik bekannter zu machen. Auch gestern Nachmittag waren Netzwerker unter den Gästen.

Insgesamt 280 Stücke hat Bruchmann hinterlassen. Gestern erklangen vor ausverkauftem Haus im Takeda-Saal unter anderem sein „Konzertmarsch in C“, „Fanfara e Danza“ und „Värmeland“. Die Zuhörer schätzen vor allem seine kraftvolle Musik, bei der alle Instrumente zum Zuge kommen. So wie Brigitte Olbrich aus Oranienburg, die „kaum ein Blasmusikkonzert verpasst, wenn es in der Region stattfindet“. Für Doris Weber und Renate Gerth „war es ein Bedürfnis, zum Konzert zu kommen“. Beide waren Arzthelferinnen in der Praxis von Ehefrau Dr. Bruchmann und der Familie verbunden. Und auch der Musik.

Von Heike Bergt

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