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Oberhavel 1000 Mitarbeiter vor der Bombardier-Zentrale
Lokales Oberhavel 1000 Mitarbeiter vor der Bombardier-Zentrale
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18:20 30.03.2017
Rund 600 Hennigsdorfer Mitarbeiter fuhren in 12 Bussen zur Bombardier-Konzernzentrale ans Schöneberger Ufer.
Rund 600 Hennigsdorfer Mitarbeiter fuhren in 12 Bussen zur Bombardier-Konzernzentrale ans Schöneberger Ufer. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Gegen 10 Uhr morgens brachen am Donnerstag Busse vom Hennigsdorfer Bombardier-Werk auf, Ziel war die Konzernzentrale am Schöneberger Ufer. Insgesamt schwirrten dort 23 Busse von Standorten aus ganz Deutschland ein, nach Angaben des Betriebsrates hatten sich rund 1000 Mitarbeiter versammelt, um für ihre Zukunft zu kämpfen. Es sprachen Mitarbeiter und Vertreter aus den Standorten, auch der Hennigsdorfer Betriebsratschef Michael Wobst trat ans Mikrofon. Sie alle appellierten an die soziale Verantwortung des Konzerns und mahnten, dass das Konzept von Bombardier nicht das Richtige sein könne. Bei der Umstrukturierung sollen bis Ende 2018 weltweit 5000 Arbeitsplätze in der Zugsparte wegfallen. In Hennigsdorf ist die Produktion und angrenzende Bereiche bedroht, es sind rund 800 Arbeitsplätze.

Der Protest fand am Donnerstag während einer Aufsichtsratssitzung statt, auf der ein externer Berater sein Gutachten zur Strategie vorlegen sollte. Offenbar bestätigte er die Entlassungspläne. „Ein Weiter so darf es angesichts deutlich verschärfter Wettbewerbsbedingungen nicht geben. Der vorliegende Statusbericht des unabhängigen Beraters und seine vorgeschlagene weitere Vorgehensweise bestätigen dieses “ erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Tölsner. Er sei zuversichtlich, dass bis Juli eine einvernehmliche Lösung und Klarheit erzielt werden könne.

Die Gespräche von Gesamtbetriebsrat und IG Metall mit dem Konzern indes seien enttäuschend. „Das Unternehmen erläutert nur sein Konzept, es ist bislang ein Monolog“, so Betriebsrats-Vizechef Volkmar Pohl. Wenn Gespräche nichts brächten, müsse man zu Kampfmaßnahmen greifen. Selbst Streik sei nicht ausgeschlossen.

Von Marco Paetzel

30.03.2017