Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Ex-Verfassungsschützer Hans-Georg Maaßen will mit allen reden
Lokales Oberhavel Ex-Verfassungsschützer Hans-Georg Maaßen will mit allen reden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
23:37 16.11.2019
Hans-Georg Maaßen ist als Verfassungsschutz-Präsident im Ruhestand, bleibt als Redner aber aktiv. Quelle: Matthias Busse
Anzeige
Kremmen

Vor genau einem Jahr musste der damalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg-Maaßen seinen Hut nehmen. Seitdem ist er im einstweiligen Ruhestand – und ein gefragter Mann. Noch am Freitagvormittag saß er in Salzburg beim Fernsehtalk. Am Abend kam er zum Kremmener Gespräch mit Gänse-Essen, zu dem ihn der Landtagsabgeordnete Frank Bommert im Namen seines CDU-Kreisverbands Oberhavel einlud. Der 150 Zuhörer fassende Veranstaltungssaal auf dem Spargelhof Kremmen war übervoll, etwa 130 weitere Interessenten gab es. Unangemeldete wurden abgewiesen.

Vor rund 150 Zuhörern spricht der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen über Sicherheitspolitik, Kommunikation und Flüchtlinge.

Lesen Sie auch: Die Oberhavel-CDU holt Hans-Georg Maaßen auf den Spargelhof

Anzeige

Im Vorfeld blies ein scharfer Wind gegen den Auftritt des umstrittenen Spitzenbeamten, den seine Gegner als Rechtspopulisten bezeichnen. Mit so jemandem wolle er nicht am Tisch sitzen, wiederholte kurz zuvor der Linken-Kreistagsabgeordnete Rainer Tietz. Auch der Kreisvorstand von Bündnis 90/ Die Grünen fragte Bommert nach seinem Motiv für die Einladung. „Wo führt das hin, wenn wir uns zu der Einladung erklären müssen?“, antwortete der Landespolitiker vor seinen Gästen.

Auch Werte-Union ist vertreten

Telefonische Anfeindungen musste sich außerdem der Hausherr des Spargelhofs, Malte Voigts, gefallen lassen, wie er der MAZ sagte. Seine Haltung dazu: „Ich wüsste aber nicht, dass Herr Maaßen nicht mehr Mitglied der CDU ist.“ Diesmal stand am Gastgeber-Tisch ein Banner der Werteunion – einem innerparteilichen konservativen Verein, den Kritiker ebenfalls sehr weit rechts stehend verorten.

Gekommen waren einige Werteunion-Mitglieder und Anhänger. Obwohl laut Voigts auch Grünen-Parteimitglieder anwesend waren, blieb alles ruhig. Nicht einmal Widerspruch regte sich in der anschließenden Fragerunde.

DDR: Ein Unrechtsstaat oder nicht?

Christian Pfitzmann aus dem Löwenberger Land etwa wollte wissen, was die Werte der CDU seien und ob man nicht auch Werte der DDR herüberretten könne. „Wir machen nicht nur das Alte, sondern retten es in die Zukunft hinüber“, antwortete Maaßen etwas allgemein. Dass die DDR bloß ein Unrechtsstaat gewesen sei, wie Bommert es eingangs angesichts der Mauertoten formulierte, sah Pfitzmann etwas anders. „Da fand man immer Leute, mit denen man noch reden konnte“, sagte er gegenüber der MAZ.

Das Thema Kommunikation in der Gesellschaft sprach auch Maaßen in seiner Rede an: „Der politische Diskurs wird eingeengt. Ich setze mich zwar für die CDU ein, aber in einer Demokratie muss man mit allen Leuten reden.“ Ausdrücklich schloss er dabei auch „Rechte“ und „Islamisten“ ein. Dagegen erlebte er teils aus eigener Erfahrung, wie an Universitäten bestimmte Standpunkte nicht geduldet würden, genauso wie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Weitere seiner Themen sind die Sicherheitspolitik im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle.

Mehr zum Thema: Maaßen: „Wir müssen die Programme gegen rechts finanziell besser ausstatten“

Maaßen sieht sich als Opfer

Er kam auch auf seine Absetzung 2018 zurück, die wohl Bundeskanzlerin Angela Merkel entschieden habe: „Die vier Sätze für die ,Bild’ hatte ich mit Horst Seehofer abgestimmt.“ Gehen musste aber nur er. Damals kritisierte er Medienberichte zu „Hetzjagden“ auf Ausländer in Chemnitz, weil ihm diese aber niemand in seinem Umkreis bestätigt habe. „Viele Leute hatten mich danach für meine Gradlinigkeit gelobt“, begründet Maaßen sein derzeitiges Engagement, anstatt ruhiger nur als Anwalt zu leben.

Lesen Sie dazu auch: Hans-Georg Maaßen hat einen neuen Job

Von Matthias Busse

Am Haltepunkt Hohen Neuendorf West haben die Vertreter von Hohen Neuendorf und der private Bahnhofseigentümer gemeinsame Interessen an Veränderungen. Insbesondere soll der Zugang zum Bahnsteig verändert und besser sichtbar werden. Wie das aber genau aussehen soll, darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen.

15.11.2019

Der Bauausschuss beriet eine Anwohner-Petition zum Adolf-Damaschke-Platz in Hohen Neuendorf. Dort kommt es zu nächtlichen Ruhestörungen durch Menschengruppen. Wie diese beendet werden können, muss wohl weiter beraten werden.

15.11.2019

Der Arbeitsmarkt für Berufskraftfahrer ist heute wie leer gefegt, der Fachkräftemangel in der Verkehrsbranche längst angekommen. Die Oberhavel Verkehrsgesellschaft bestätigt auf MAZ-Nachfrage mit Blick auf ihre Bus-Fahrer eine „angespannte Personaldecke“. Verstärkung für das Team wird händeringend gesucht.

14.11.2019