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Oberhavel MAZ-Redakteure erinnern sich: So war für uns der Fall der Mauer
Lokales Oberhavel MAZ-Redakteure erinnern sich: So war für uns der Fall der Mauer
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20:27 08.11.2019
Die MAZ-Redakteure erinnern sich. Quelle: MAZ
Oberhavel

Kein Datum hat die Geschichte Deutschlands und das Leben der Menschen hier so sehr geprägt wie der 9. November. Auch die Redakteure der MAZ Oberhavel haben den Fall der Mauer natürlich mit erlebt und zum 30. Jahrestag ihre Erinnerungen an diese Zeit aufgeschrieben.

Sebastian Morgner. Quelle: Enrico Kugler

Sebastian Morgner (42), Redaktionsleiter, Flatow

„An den Abend, als der Fall der Mauer bekanntgegeben wurde, kann ich mich gut erinnern. Ich lag schon im Bett. Nächsten Tag war ja Schule. Ich hörte abends immer Radio. Heimlich. Da wurde die Info durchgegeben. Nächsten Tag hatte ich plötzlich 1. und 2. Stunde frei. Staatsbürgerkunde fiel aus. Sonnabend bin ich mit meinem Zwillingsbruder Marcus fein zur Schule gegangen. Wir waren fast allein.“

Martina Burghardt Quelle: Martina Burghardt

Martina Burghardt (58), Fürstenberg

„Mein Mann war in der Jüterboger Nikolaikirche zu einer Diskussion mit Polizei und Stasi. Ich blieb zu Hause bei den Kindern und sah im Fernsehen live – und ungläubig – die „Verkündigung“. Am nächsten Morgen hörten wir im Radio die Interviews mit den Westberlin-Ausflüglern. Das Wochenende verbrachten wir bei Freunden in Greifswald vor dem TV. Ich dachte die ganze Zeit: Wo ist der Haken?“

MAZ-Mitarbeiter Quelle: Enrico kugler

Bert Wittke (56), Liebenwalde

„Als die Mauer fiel, war ich Redakteur beim DDR-Rundfunksender Jugendradio DT 64. Wer jetzt nicht unterwegs ist und die Stimmung der Menschen auf der Straße einfängt, so dachte ich, ist selbst schuld. Also habe ich mir mein Aufnahmegerät geschnappt und habe so lange Stimmen eingefangen, bis die Batterien restlos alle waren. Bei den Gesprächen lief mir nicht nur einmal eine Gänsehaut über den Rücken.“

Knut Hagedorn Quelle: Stefan Blumberg

Knut Hagedorn (42), Velten

„Ich kann mich noch sehr genau an den Tag erinnern. Meine Mutter und ich saßen vor dem Fernseher und erlebten die legendäre Pressekonferenz von Günter Schabowski. Mein Vater schlief, da er zur Frühschicht musste. Als meine Mutter ihn weckte und sagte die Mauer sei offen – antwortete er nur trocken: ’Super, aber nicht jetzt. Lass uns morgen hin.“ Gesagt, getan – am nächsten Tag waren wir im Westen zu Besuch.“

Robert Roeske Quelle: Bert Wittke

Robert Roeske (53), Berlin

„Bis 19.30 Uhr war ich schwimmen, anschließend in einer benachbarten Eisbar. Dort munkelte man, die Mauer sei offen. 20.30 Uhr in der Bornholmer Straße: Nichts. Nach den Tagesthemen bin ich noch mal hin, da waren Massen von Menschen dort. Ich habe gewartet, bis der erste zurückkam, dann bin ich rüber. Geglaubt habe ich das nicht. Erst als ein BVG-Bus mit Schultheiß-Werbung an mir vorbeifuhr.“

Nadine Bieneck Quelle: ORA

Nadine Bieneck (42), Potsdam

„Dass wir in bewegten Zeiten lebten, hatte ich mit zwölf Jahren schon erfasst. Von einem Westbesuch bei Verwandten hatte mein Vater wenige Monate zuvor Geschenke, vor allem die „Bravo“, mitgebracht. Die Neugier stieg. Mit dem Bus, samt Passkontrolle am Kontrollpunkt „Dreilinden“, sind wir ein paar Tage nach Maueröffnung nach Berlin und ich habe mir meine erste eigene „Bravo“ gekauft.“

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Von MAZonline

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