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Oberhavel Alstom-Übernahme: Bombardier-Betriebsrat sieht Perspektive für Hennigsdorfer Werk
Lokales Oberhavel Alstom-Übernahme: Bombardier-Betriebsrat sieht Perspektive für Hennigsdorfer Werk
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17:32 18.02.2020
Ein Monteur im Bombardier-Werk in Hennigsdorf. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Hennigsdorf

Die Verhandlungen zwischen dem französischen TGV-Hersteller Alstom und Bombardier werden konkreter: Für die Übernahme solle Alstom bis zu 6,2 Milliarden Euro zahlen – eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Montagabend bekannt.

Im Bombardier-Werk Hennigsdorf (Oberhavel) verfolgt man diese Entwicklungen gespannt, am Dienstagmorgen wurden die Beschäftigten via E-Mail informiert. „Es ist hier bei uns keine große Überraschung mehr, das war nach den Berichten der vergangenen Tage ja auch zu erwarten“, sagt Heiko Engelmann vom Betriebsrat. Für Donnerstagmorgen werde man eine außerordentliche Betriebsrats-Sitzung zu einer möglichen Übernahme ansetzen, um mit Kollegen aus allen Bereichen des Werkes eventuelle Konsequenzen für den Standort zu besprechen.

Auftragsbücher sind voll

Heiko Engelmann glaubt aber daran, dass das Werk auch bei einer Übernahme durch Alstom eine Perspektive haben könnte. Immerhin seien die Auftragsbücher voll, es gebe in den nächsten beiden Jahren genug zu tun. Sogar so viel, dass man auf die 200 Beschäftigten, die im Rahmen des Transformationsprozesses in diesem Jahr eigentlich noch entlassen werden müssten, eigentlich nicht verzichten könne. „Unsere Infrastruktur wird weiterhin gebraucht. Immerhin müssen ja nicht nur neue Züge gebaut werden, sondern dann auch instand gehalten werden“, erklärt Engelmann. Er sieht deshalb eine Zukunft des Hennigsdorfer Werkes. „Es steckt da sogar eine Chance drin, denn Bombardier allein war ja nicht mehr in der Lage, die wirtschaftliche Situation gravierend zu verbessern.“

Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther erklärte indes, es gebe zunächst nur eine Absichtserklärung über einen möglichen Kauf. „Die Vertreter beider Seiten müssen sich erst mal noch einigen und die Wettbewerbshüter dann grünes Licht geben“, erklärte der Sozialdemokrat am Dienstag. Er habe aber ein hohes Interesse daran, dass schnell Klarheit für die Beschäftigten über die Zukunft des Standortes geschaffen werde. „Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten eine wirkliche Achterbahnfahrt hinter sich und sollten nun endlich einmal erfahren, wie es am Standort weitergeht", erklärte Thomas Günther.

Schienenfahrzeug-Bau in Hennigsdorf hat lange Tradition

Auch für die Stadt Hennigsdorf sei das eine extrem wichtige Frage, denn der Schienenfahrzeug-Bau vor Ort habe eine über 100 Jahre alte Tradition. Auch für kleine und mittelständische Unternehmen im Umfeld vom Bombardier sei die Entscheidung über die Zukunft des Standortes wichtig. „Und auch dort will man so schnell wie möglich wissen, wie es nun weitergeht.“ Positiv findet Hennigsdorfs Bürgermeister indes, dass Alstom ebenfalls ein Schienenfahrzeughersteller ist und das Hennigsdorfer Werk deshalb möglicherweise als Vervollständigung für sein Unternehmen betrachten könnte.

Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD) indes pocht auf den Erhalt des Werkes in Hennigsdorf. „Oberhavel steht für eine der wirtschaftsstärksten Regionen Brandenburgs. Alle Bemühungen um einen langfristigen Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen im Landkreis sind daher zu begrüßen“, erklärte Weskamp am Dienstag auf MAZ-Anfrage. Für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hennigsdorf hoffe er auf eine Weiterentwicklung des Standortes.

Hennigsdorf soll Kompetenzzentrum werden

Was aus der Neuausrichtung von Bombardier Transportation wird, ist indes unklar: Sie sieht unter anderem vor, dass in Deutschland bis zu 2200 Arbeitsplätze entfallen. Hennigsdorf sollte nach diesen Plänen Kompetenzzentrum für die Forschung und Entwicklung für Vollbahnen und Metros werden. Es sollten die Stellen von knapp 400 Beschäftigten mit Schwerpunkt Produktion ab 2020 wegfallen. Ob die geplanten Entlassungen angesichts einer möglichen Übernahme vom alten Management überhaupt noch umgesetzt werden, ist noch unklar.

Bombardier-Betriebsrat Heiko Engelmann geht davon aus, dass es noch zwölf bis 15 Monate bis zu einer möglichen Übernahme durch Alstom dauern könnte. „Wie Bombardier in dieser Zeit agieren wird, das wissen wir nicht. Und das bringt hier natürlich zusätzliche Unsicherheit hinein“, so Engelmann. Dazu passt, dass die Verhandlungen zu einem weiterführenden Konzept zur Zukunft der Bombardier-Zugsparte ins Stocken geraten sind. Der Gesamtbetriebsrat fordert für diese Gespräche unter anderem betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen, alle Standorte zu erhalten sowie eine zukunftssichere Marktstrategie umzusetzen und Forschung und Entwicklung voranzutreiben.

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Von Marco Paetzel

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